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Osterzgebirge: Biergartensaison startet mit Freibier

Die Außengastronomie darf ab Mittwoch wieder öffnen. Viele Wirte von Freital bis Altenberg nutzen die Chance.

Bert Schumann, der Betreiber der Rabenauer Mühle, arbeitet kurz vor der Eröffnung der Biergartensaison am Feinschliff der Sitzgarnituren.
Bert Schumann, der Betreiber der Rabenauer Mühle, arbeitet kurz vor der Eröffnung der Biergartensaison am Feinschliff der Sitzgarnituren. © Egbert Kamprath

Die Bänke sind frisch gestrichen, das Mühlrad dreht sich, im Biergarten liegt neuer Kies. "Jetzt haben wir gerade die Getränke neu bestellt", sagt Bert Schumann. Er ist der Inhaber der Rabenauer Mühle - und mehr als bereit für die Öffnung seiner Außengastronomie: "Ab Mittwoch haben wir dafür zwei unserer Leute aus der Kurzarbeit geholt."

Im Biergarten wird es neben den Imbissstandards wie Bratwurst auch wieder eine vegane Linsensuppe oder Soljanka geben, außerdem Fischbrötchen: "Die werden frisch belegt und haben nicht stundenlang dagelegen."

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Endlich am Tisch essen

Als Selbstbedienungsbereich läuft der Biergarten der Rabenauer Mühle ohnehin separat vom Restaurant- und Hotelbetrieb. Das macht es Schumann jetzt leicht, schnell auf die Coronaregeln zu reagieren, die das Landratsamt Pirna am Montag infolge der fallenden Inzidenzen erlassen konnte.

Denn inzwischen ist der Wert unter die magische 100 gefallen, und zwar an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen. Diese Rechnung haben alle Gastwirte im Landkreis fest im Blick, denn sie besagt: Zwei Tage später, also ab dem 2. Juni, können die Wirte wenigstens in den Biergärten wieder Speisen und Getränke anbieten - und die Gäste dürfen sich für den Verzehr sogar an die Tische setzen.

Apps erleichtern Kontakterfassung

Bis zur 14-Tage-Inzidenz unter 35 ist es allerdings noch weit, und bis dahin gilt: Kontakterfassung für alle und ein tagesaktueller Test immer dann, wenn Personen aus mehr als einem Hausstand an einem Tisch sitzen. "Aber wenn alle negativ getestet sind, dann können das bis zu zehn Personen sein", sagt Axel Klein, Geschäftsführer des Dehoga Sachsen e. V.

Für die Kontakterfassung und - wenn nötig - den Testnachweis sind verschiedene Apps im Umlauf: "Wir nutzen Luca und All of us", sagt Schumann. Auch die Pizzeria Bella Vista an der Talsperre Malter arbeitet mit der Luca-App.

"Ich empfehle die gute alte Corona-Warn-App des Bundes", sagt Axel Klein: "Das ist ein langfristiges System, das bundesweit verbreitet ist und in das sich auch der Impfstatus reinladen lässt."

Wieder Pizza an der Malter

Natürlich wird es auch möglich sein, die Kontaktdaten auf einem Zettel zu hinterlassen und ebenso einen Testnachweis vorzuzeigen: "Doch die Apps vereinfachen die Abläufe", sagt Tino Neumann vom Bella Vista in Malter.

"Wir haben zum Glück ein Produkt, das wir auch während der ganzen Coronazeit verkaufen konnten", sagt er auch. Deshalb beliefen sich die Vorbereitungen auf die Öffnung seines Außenbereichs größtenteils aufs Saubermachen - und die seelische Einnordung, dass es jetzt wieder losgeht: "Die ganzen Abläufe sind eingeschlafen, wir müssen erst mal wieder reinkommen", sagt er fröhlich. "Deshalb ist es ganz gut, wenn wir Mittwoch anfangen und nicht an einem sonnigen Wochenende."

Endlich weniger Einweggeschirr-Müll

Dampfende Knoblauchsuppe für die Gäste und endlich kein Platzwartgebaren mehr - auch Wolfgang Schindler von der Bergbaude auf der Kohlhaukuppe bei Geising freut sich über die Lockerungen: "Es nervt, hier alles mit Flatterband abzusperren und sich beim Außer-Haus-Verkauf dann ständig anzuhören, dass es die Wirte in Dresden doch auch hinkriegen würden, einen Tisch rauszustellen." In Dresden gelten zwar dieselben Regeln wie im Osterzgebirge - doch die 7-Tage-Inzidenz gab dort die Öffnung der Außengastronomie schon ein paar Tage früher her.

Jetzt kann auch Schindler endlich wieder aufs Einweggeschirr verzichten: "Das war beim Essen to go doch wieder mal der reine Wahnsinn mit Müll." Jetzt will er sich anschauen, wie viele Gäste er am Wochenende auf der Kohlhaukuppe empfangen kann, oder auch im Garten des "Anno 1497" in Geising: "Danach entscheide ich, ob ich auch an den Wochentagen aufmache."

1.000 Liter Freibier

Denise Sender von der Waldschänke Alten Raupennest in Altenberg findet es schwierig, Pläne zu machen: "bei diesem ständigen Wetterwechsel". In der Tat ist es in den höheren Lagen im Osterzgebirge oft kühl und windig, auch wenn die Sonne strahlt.

Andreas Sämann, der Betreiber des noch höher gelegenen Lugsteinhofes in Zinnwald, will am Sonnabend trotzdem endlich die "Kammwegrast", den Biergarten vor dem Hotel, eröffnen. "Wir haben fünf Mitarbeiter, die offiziell testen dürfen, wenn es nötig wird", sagt Sämann. Seine Gäste will er reich bewirten: Zu jeder Bratwurst soll es einen Liter Freibier geben. "Wir haben ja nichts verkauft seit November", sagt er. Das Verfallsdatum seiner Bierfässer rückt näher. "Bevor wir das wegkippen, verteilen wir lieber 1000 Liter Freibier."

Öffnungszeiten

Rabenauer Mühle

ab 2. Juni, Bahnhofstr. 23, Rabenau, Mi-Fr 11-16 Uhr, Sa, So 10-17 Uhr, Tel. 0351 460 20 61

Bella Vista Malter

ab 2. Juni, Malter, Dippoldiswalder Str. 1, Mi-So 12-14.30, 17-22 Uhr, Tel. 03504 620 80 50

Bergbaude Kohlhaukuppe

ab 5. Juni, Kohlhaukuppe bei Geising, Sa, So 11-16 Uhr, Tel. 035056 313 95

Waldschänke Altes Raupennest

Außer-Haus-Verkauf und Imbiss, Altenberg, Raupennestweg 5, Sa 16-19 Uhr, So 11-14 Uhr, Tel. 035056 32 30 3

Kammwegrast am Lugsteinhof

ab 5. Juni, Zinnwald-Georgenfeld, Neugeorgenfeld 36, Sa, So 11.30-18 Uhr, Tel. 035056 36 50

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