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Eis oder nicht Eis?

Eigentlich ist Curling-Zeit im Geisinger Gründelstadion. Doch wann die Kältemaschinen angestellt werden, kann niemand sagen.

Zumindest die Öffnung der Eishalle für Besucher am 14. November steht nicht infrage.
Zumindest die Öffnung der Eishalle für Besucher am 14. November steht nicht infrage. © Egbert Kamprath

Eigentlich freut sich Falko Hennig sehr auf seine neue Arbeitsstelle: "Auf die Eisbahn in Geising bin ich schon gegangen, als noch die Feuerwehr mit dem Schlauch fürs Eis zuständig war", sagt er. Als die Stadt Altenberg dieses Jahr die Stelle eines Eismeisters ausschrieb, konnte der gelernte Zimmermann also zwei wichtige Qualifikationen vorweisen: Sympathie für seinen zukünftigen Arbeitsplatz. Und das Talent, sich schnell in technische Problemlagen einzuarbeiten. "Im Moment arbeite ich noch beim Hochbau. Da sind auch ganz verschiedene Tätigkeiten gefragt." Ausschlaggebend war für den Familienvater die Nähe zu seinem Wohnort Löwenhain.

Nächste Woche wird er seine neue Stelle als Eismeister im Gründelstadion antreten. Doch um sich die Besonderheiten bei der Vorbereitung für feinstes Curling-Eis anzuschauen, kam er am Montag bereits vorab in die Halle. 

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Die Curlingcups fallen aus

Umsonst: Die Curlingcups fallen genauso aus wie die geplanten Turniere und Feiern zum 20. Jubiläum des 1. Sächsischen Curlingvereins Geising: "Wegen Corona hatten wir erst alles vom Frühling auf den Herbst geschoben", sagt Vereinsvorsitzende Martina Meißner. "Jetzt erlauben die Bestimmungen wieder nur noch 25 Personen pro Veranstaltung." Das hätte nicht funktioniert, ist sie sich sicher: "Zumal beispielsweise die Berliner Mannschaften aus einem Risikogebiet angereist wären - mit all den Schwierigkeiten der Beherbergung, die daraus folgen."

Curling braucht ein besonders gepflegtes Eis: "Schon eine winzige Unebenheit reicht, um den Stein abzulenken", sagt Meißner. Normalerweise ist die Geisinger Eisfläche deshalb zuerst für die Curling-Meisterschaften reserviert. Bis Ende Oktober hätte dem 1. SCV Geising daher die Halle zur Verfügung gestanden. Danach trainieren die Hockeymannschaften. 

Auf sie hofft Marcel Reuter derzeit. Bei der Stadt Altenberg ist er zuständig für Sport und touristische Infrastruktur. "Es kamen schon Anfragen, ob sie nun eher aufs Eis könnten", sagt er. Denn die Halle nur für die Einwohner und Touristen zu vereisen, lohne sich nicht: "Im Oktober verursacht die Halle noch ca. 6.000 Euro Betriebskosten",  sagt er, "in einem warmen Oktober noch mehr." Die Stadt brauche die Einnahmen von Großnutzern wie den Hockeyvereinen, um diese Summen finanzieren zu können.

Doch ob die Mannschaften kommen, hängt derzeit auch von der Bundes- und Landespolitik zum Umgang mit Risikogebieten ab: Solange das negative Corona-Testergebnis für Einreisende verpflichtend von allen Unterkunftsbetreibern eingefordert werden muss, ist vielen die Hürde zu hoch. 

Anlagen sind geprüft und gewartet

 "Wir haben den Sommer für die Anlagen- und Sicherheitsprüfungen genutzt und die Maschinen gewartet", sagt Marcel Reuter. Am Montag bekommt Falko Henning noch einen Einblick die Funktionsweise der Kältemaschinen: "Das ist hier alles doppelt vorhanden", sagt Thomas Heine von der Herstellerfirma SKA Kältetechnik, der den Anlauftest der Maschinen betreut: "So taut nicht gleich alles ab, wenn eine Maschine mal ausfällt." 

Nach einem Ventilwechsel schwebt nun ein leichter Ammoniakgeruch in der Luft: "Bei normalem Luftdruck verdunstet Ammoniak bei minus 33 Grad", sagt Heine: "Deshalb ist es als Kühlmittel geeignet." Die Wasserstoff-Stickstoff-Verbindung fließt durch Rohre unter dem Boden, nimmt dabei die Wärme des Betons auf und transportiert sie über einen Kondensator nach draußen. Das kühlt den Boden so weit ab, dass das Wasser darauf gefriert. 

Alles betriebsbereit also. Zumindest, dass die Eissaison für Besucher wie jedes Jahr am 14. November losgehen kann, ist jetzt schon sicher. Bis zum nächsten Curling-Cup hat Falko Hennig noch einige Lehrgänge vor sich. Und Tino Köllner an seiner Seite, der bereits in der fünften Saison für gutes Eis in der Halle sorgt. 

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