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Geising ohne Fasching? Unvorstellbar

Wie es den Narren trotz Corona-Beschränkungen gelungen ist, den Rathausschlüssel zu erobern und warum Thomas Kirsten dabei geschont wurde.

Ortsvorsteher Silvio Nitschke (rechts) übergibt am 11.11. pünktlich um 11.11 Uhr den Geisinger Rathausschlüssel an Michael Gödicker, Präsident des Ski- und Eisfaschings.
Ortsvorsteher Silvio Nitschke (rechts) übergibt am 11.11. pünktlich um 11.11 Uhr den Geisinger Rathausschlüssel an Michael Gödicker, Präsident des Ski- und Eisfaschings. © Egbert Kamprath

Fasching und Geising, das gehört seit 1948 fest zusammen. Und bei allen Höhen und Tiefen in dieser Zeit fanden die Narren immer wieder einen Weg, damit es weitergeht. Corona ist allerdings auch für das Faschingsvolk ein echter Knochen, an dem man jetzt zu kauen hat. 

Doch deswegen den Start in die Fünfte Jahreszeit ausfallen zu lassen, das kam nicht infrage. So versammelte sich der Elferrat wie in jedem Jahr am 11.11. um 11.11 Uhr am Geisinger Rathaus, um mit dem Rathausschlüssel die Regierungsgewalt zu übernehmen. 

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Kindergarten und Oberschule waren diesmal aber nicht mit dabei und die Narren füllten den leeren Platz dadurch, dass sie sich entsprechend der Abstandsregeln aufstellten. Auch auf die Prinzengarde musste in diesem Jahr verzichtet werden. Angesagt war dagegen Mundschutz. So konnte wenigstens keiner sehen, ob wirklich alle die Hymne des Ski- und Eisfaschings mitsangen. 

Neue Corona-Strophe im Narrenlied

Aus gegebenem Anlass wurde der Text dieses Mal um eine Strophe erweitert, in der es unter anderem heißt: „Auch wenn es dies' Jahr anders ist, aufgrund der Pandemie, fiel es uns ein mit großer List, ausfallen lassen wir den Fasching nie. Der Schlüssel ist in unserer Hand, den geben wir nicht mehr her ...“ 

Allerdings holte sich Faschingspräsident Michael Gödicker den Rathausschlüssel nicht vom Stadtoberhaupt, sondern von Ortsvorsteher Silvio Nitschke ab. Schließlich gehöre der Altenberger Bürgermeister mit seinen 67 Jahren bezüglich Corona schon zur Risikogruppe, und in Gefahr bringen wolle ihn natürlich niemand. 

Zufällig fuhren gegen 11 Uhr auch Polizei und Ordnungsamt vorbei, aber es gab offensichtlich keine Beanstandungen am Erscheinungsbild der kostümierten Gesellschaft.

Digitaler Fasching - Geising geht online

Die Herrschaft haben die Narren in Geising zwar jetzt übernommen, aber wie es weitergeht, das kann Präsident Michael Gödicker noch nicht beantworten. „Der Fasching wird nicht ausfallen. Da sind wir uns einig. Natürlich sind Saalveranstaltungen jetzt nicht vorstellbar und der Umzug im Februar rückt auch immer mehr in die Ferne." 

Doch das Bühnenprogramm sei teilweise schon einstudiert. Das soll nicht umsonst gewesen sein. "Ich denke da an eine Art digitalen Fasching, bei dem wir die modernen Medien nutzen. So könnten kleine lustige Filmchen gedreht werden, die dann im Netz laufen könnten“, schildert der Geisinger einige Ideen. 

Erfahrungen als Filmemacher haben die Narren bereits gemacht. Viele können sich noch an den Streifen erinnern, als Greta nach Chicago wollte, hier war allerdings das Altenberger Neubaugebiet gemeint.

Die Thronbesteigung fällt aus

Ein Novum gibt es in diesem Jahr allerdings oder besser gesagt, es gibt etwas nicht: das Prinzenpaar. Das bedauert Michael Gödicker. „Wir haben im Vorfeld lange gesucht und schließlich auch jemanden gefunden, der trotz Corona in alter Tradition am 11.11. den Thron besteigen wollte. 

Doch daran ist jetzt nicht mehr zu denken. Da hat uns die Entwicklung einfach überrumpelt. Ich hoffe, dass das Paar zur Stange hält und wir vielleicht im nächsten Jahr zur Krönung schreiten können.“

Ein Gutes haben die geltenden Beschränkungen aber aus einer ganz anderen Sicht. Ein Mitglied des Elferrates bemerkte nebenbei, dass er zum Faschingsauftakt noch nie so nüchtern war. "Das macht zwar weniger Spaß, freut aber die Leber."    

Bannewitz, Dippoldiswalde, Wilsdruff - alle machen mit

Auch in Bannewitz fand der Start in die Fünfte Jahreszeit unter Corona-Bedingungen statt. Bürgermeister Christoph Fröse (parteilos) ließ Punkt 11.11 Uhr die Rathausschlüssel symbolisch an einem Strick zu den drei Präsidenten des Schützen- und Karnevalsvereins Goppeln 1993, des Karnevalsklubs Bannewitz und des Karnevalsvereins Possendorf hinab. Der Schlüssel war zuvor selbstverständlich desinfiziert worden und alle Beteiligten trugen eine Mund-Nasenabdeckung. Den Vereinen schenkte der Bürgermeister zudem eine Flasche Sekt und Pralinen.

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Ähnlich hielten sie es auch in Dipps und Wilsdruff. Damit die Schlüsselübergabe nicht ganz ausfallen muss, kamen Mini-Delegationen zu den Rathäusern. Kerstin Körner (CDU) übergab in Dipps einen Schlüssel aus Brotteig – die Narren sollen ja nicht hungern. Und Ralf Rother (CDU) legte in Wilsdruff noch ein paar Münzen Kleingeld drauf. Seine Worte dazu gelten im Moment überall: „Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.“

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