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Holzäpfel für den Geisingberg

In der Natur des Osterzgebirges gibt es einige Besonderheiten. Altenberger Schüler haben ihr noch ein paar neue dazu gepflanzt.

Linda und Jördis pflanzten zusammen mit den anderen Schülern der fünften Klassen Wildapfelbäume für den Geisingberg.
Linda und Jördis pflanzten zusammen mit den anderen Schülern der fünften Klassen Wildapfelbäume für den Geisingberg. © Egbert Kamprath

Die fünften Klassen des Altenberger Glückauf-Gymnasiums waren die letzten, die am Dienstag noch regulären Unterricht hatten. Allerdings nicht im Schulhaus, sondern am Geisingberg. Benita Junghans, die Leiterin der Altenberger Außenstelle der Schule, hatte Anke Proft und Simone Heinz vom Wildapfel-Projekt der Grünen Liga Osterzgebirge für einen Projekttag im Holzäppelgebirge engagiert: "Wir haben den Kindern natürlich auch Wildapfelbäume gezeigt, aber am Geisingberg wachsen gar nicht so viele. Doch es ging auch um andere Wildfrüchte, die typisch sind fürs Erzgebirge", sagt Anke Proft und zählt auf: "Weißdorn, Ebereschen, Vogelkirschen und Wildbirnen". 

Vor fast zehn Jahren hatten die beiden Naturschützerinnen schon einmal mit Schülern des Gymnasiums Wildapfel-Projekttage durchgeführt und dabei auch Bäume gepflanzt: "Aber die werden auch schnell mal 'weggepflegt'", sagt Proft. Denn die Steinrücken, die ebenfalls zum typischen Landschaftsbild des Geisingbergs gehören und die einst entstanden, weil die Bauern die Steine auf ihren Feldern jeweils an den Rand legten, werden regelmäßig von Buschbewuchs befreit: "Gerade, wenn die Bäumchen keine Blätter mehr haben, werden sie leicht verwechselt und mit weggemacht." Rehe und Hirsche sind ebenfalls die Feinde der jungen Wildäpfel: "Eigentlich bilden sich auch Schösslinge um einen alten Baum, aber die werden sofort weggefressen."

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Die Schüler pflanzten deshalb nach. Acht kleine Bäumchen erhielten zunächst einen Drahtkäfig um die Wurzeln vor Wühlmäusen zu schützen. "Und sie bekommen auch eine Plakette, die sie als Wildapfelbaum kennzeichnet", sagt Proft.      

Das Osterzgebirge gilt als das größte Verbreitungsgebiet der Wildäpfel in Sachsen. Dass sie hierzulande "Holzäppel" heißen, liegt natürlich daran, dass sie hart sind - und sehr sauer: "Da verzieht sich unwillkürlich das Gesicht beim Reinbeißen", sagt Proft. Doch die Erzgebirgler verwendeten die Äpfel auch nicht als Obst, sondern als Medizin: "Sie trockneten die Apfelringe machten fiebersenkende Tees daraus", sagt Proft. Inzwischen haben sie in Zusammenarbeit mit dem Pillnitzer Julius-Kühn-Institut für Obstzüchtung den großen Vitamingehalt der kleinen grün-gelben Äpfel längst nachgewiesen und stellen die Tees selbst her. 

Auch zu Gelees und Obstlern lassen sich die aromatischen Äpfelchen verarbeiten. Doch ihr eigentlicher Gewinn liegt in ihrem Beitrag zur Artenvielfalt: "Sie sind beispielsweise resistent gegen Mehltau. Das macht sie interessant für Kulturzüchtungen."

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