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SOE: Was wird aus dem Sommerurlaub?

Die Leute wollen weg, dass merken die Reisebüro-Inhaber in Freital und Dippoldiswalde. Worauf es jetzt beim Buchen ankommt, wissen sie auch.

Diana Schirmer in ihrem Reisebüro auf dem Markt in Dippoldiswalde bietet ihren Kunden momentan Click & Collect an.
Diana Schirmer in ihrem Reisebüro auf dem Markt in Dippoldiswalde bietet ihren Kunden momentan Click & Collect an. © Karl-Ludwig Oberthür

Zielland, Verkehrsmittel, Unterkunft - spätestens jetzt hätte die Durchschnittsfamilie ihren Sommerurlaub geplant. Doch diesmal ist es ein steiniger Weg zu unbeschwerten Ferientagen, gepflastert mit Coronaschutzverordnungen, Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes und den Einstufungen von Hochinzidenzgebieten durch das Robert-Koch-Institut.

Es könnte die große Stunde der Reisebüros sein, denn ihr Know How müsste gefragter sein denn je. Könnte man meinen. Doch in der Praxis seien die Menschen verunsichert und buchen im Zweifel lieber nichts, sagt Diana Schirmer, die ihr Reisebüro auf dem Markt in Dippoldiswalde betreibt: "Zur Zeit allerdings eher vom Homeoffice aus."

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Optimistisch für Sommerziele in Deutschland

Doch mittlerweile seien manche ihrer Kunden seit gut 15 Monaten nicht mehr im Urlaub gewesen. "Die wollen jetzt einfach mal weg", sagt sie. Ihre Stammkunden buchen nun Reisen nach Ibiza, Mallorca, Menorca. Denn dort gilt weder bei der Ein- noch der Ausreise eine Qurantänepflicht. Anders bei den Kanaren: Wer etwa von Teneriffa zurückkehrt, muss in Deutschland in Quarantäne.

"Gut gehen aber auch Busreisen in Deutschland, in den Schwarzwald beispielsweise." Diese Angebote lägen im August, "und wir alle haben die Hoffnung, dass die Ziele bis dahin wieder möglich sind", sagt sie. Zumal die Bus-Reiseveranstalter problemlos stornieren und Anzahlungen zurückzahlen, wenn es dann doch nicht klappen sollte.

Beratung zu Stornierungsmöglichkeiten

Diana Schirmer verschafft ihren Kunden auch Klarheit darüber, welcher Reiseveranstalter welche Schutzpakte anbietet: "Beispielsweise ermöglichen einige eine kostenfreie Stornierung, wenn eine Coronakrankheit oder eine Quarantäne den Reisenantritt verhindern", sagt sie.

Ob für die Reisen ein Schnelltest oder ein PCR-Test nötig wird und wie es damit bei der Rückreise aussieht? Welcher Reiseanbieter welche Form des Reiserücktritts anbietet? Darüber hält sie sich ständig auf dem Laufenden: "Wir müssen uns ständig belesen", sagt sie. Manchmal telefoniert sie sich die Finger wund, um herauszubekommen, was gerade gilt. "All das macht natürlich auch die Beratungsgespräche sehr aufwändig", sagt sie.

Reisebestimmungen ändern sich ständig

Auch der Inhaber des Freitaler Reisebüro Worldwide Tours Sven Hölzer bemerkt die Verunsicherung seiner Kunden. Doch er begegnet ihnen mit einer optimistischen Sicht auf das Reisegeschehen: "Es ist so ziemlich alles möglich auf der Welt, solange das Land Deutsche reinlässt", sagt er. Nur Flüge in Virusvariantengebiete seinen verboten.

Doch dann sind da noch die Reisebestimmungen, die sich dauernd ändern: Für Frankreich werden derzeit gleich zwei Quarantänen fällig: bei der Einreise und der Rückreise. Die Dominikanische Republik wiederum wurde gerade von der Liste der Risikogebiete genommen. Für die Kanaren beobachten Reiseveranstalter die Corona-Fallzahlen gebannt: Sie befinden sich im Sinken, die Einstufung zum Risikogebiet könnte bald aufgehoben werden.

Kein Risikogebiet, keine Quarantäne

Das könnte auch bald für Griechenland gelten. Für Reisende heißt das konkret: Sie müssen sich bei der Rückkehr nicht in Quarantäne begeben. Derzeit ist das neben der Dominikanischen Republik bei den Kanaren, in einigen Regionen Portugals oder den dänischen Farör-Inseln der Fall.

Normalerweise ist Sven Hölzer für seine Beratung bei Individualreisen gefragt, die er nach den Wünschen seiner Kunden zusammenstellt: "Quer durch Australien beispielsweise oder durch die USA. Aber diesen Individualsektor biete ich derzeit nur ungern an", sagt er und erklärt auch, warum: "Bei Pauschalreisen sind die Kunden derzeit besser abgesichert. Auch finanziell."

Individualreisen unter unsicheren Bedingungen

Individualreisen bestehen aus vielen Bausteinen, erklärt er: "Flug und Hotel beispielsweise. Aber jetzt ist das Risiko groß, dass eine Airline nicht fliegt oder das Hotel nicht aufmachen darf." Pauschalreise-Veranstalter bieten dazu Flextarife an, die kostenloses Umbuchen oder stornieren erlauben: "Das ist vor allem mit Blick auf die Herbstferien sinnvoll. Bei kurzfristigeren Reisen ist leichter überschaubar, unter welchen Bedingungen sie stattfinden können."

Generell gelte: "Wenn die Reise nicht so durchgeführt werden kann wie vertraglich vereinbart - etwa wenn sich der Abflugort ändert - dann müssen Reisende das nicht akzeptieren."

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