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Wildpark Geising ist wieder Besuchermagnet

Das Ausflugsziel lockt nicht nur mit niedlichen Tierkindern, sondern auch mit kapitalen Hirschen und einer besonders zutraulichen Fuchsdame.

Das sind die besonders schönen Momente bei der Arbeit im Wildpark. Lisa Süßmann, die hier ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert, tollt mit dem jungen Fuchs herum, dem der Besuch im Gehege sichtlich Spaß macht.
Das sind die besonders schönen Momente bei der Arbeit im Wildpark. Lisa Süßmann, die hier ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert, tollt mit dem jungen Fuchs herum, dem der Besuch im Gehege sichtlich Spaß macht. © Egbert Kamprath

Während ein Freibadbesuch bei der aktuellen Witterung sicher kaum noch im Freizeitplan steht, bietet sich der Wildpark Osterzgebirge auch jetzt als Ausflugsziel an. Und es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Wildparkleiter Frank Gössel ist froh, dass in den Sommermonaten die erlassenen Zugangsbeschränkungen wegen Corona weitgehend aufgehoben wurden, sodass sich die Besucherzahlen wieder auf das normale Maß eingependelt haben.

In zwei Farbschattierungen sind die Frischlinge bei den Wildschweinen unterwegs.
In zwei Farbschattierungen sind die Frischlinge bei den Wildschweinen unterwegs. © Egbert Kamprath

Damit fällt den Mitarbeitern eine Last von den Schultern, mit der sie bis zum Frühjahr zu kämpfen hatten. Über Monate kümmerten sie sich in der menschenleeren Anlage um das Wohl der Tiere, denen das Ausbleiben der Besucher auch immer mehr anzumerken war. Davon ist jetzt nichts mehr zu spüren. Stück für Stück kehrte wieder Leben ein.

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Nur die traditionellen Feste, die jetzt eigentlich anstehen würden, sind dieses Jahr in der Planung gestrichen. Normalerweise sind sie ein Garant für viele zusätzliche Gäste, doch für eine langfristige Vorbereitung gibt es zu viele Unsicherheiten. So hoffen alle auf das nächste Jahr. Doch auch ohne Herbstmarkt können die Besucher genug erleben. Dafür sorgen zum Beispiel die vielen Jungtiere, die es nicht nur im Frühjahr, sondern auch jetzt zum Ausklang des Sommers gibt.

Flügge Kängurus und Klammeraffen

Erst wenige Tage alt sind die drei Weißbüscheläffchen. Selbst wenn man ganz dicht an die Scheibe tritt und genauestens guckt, sind sie auf dem Rücken der Eltern kaum zu sehen, wenn diese durch das Gehege springen. Die Winzlinge klammern sich im Fell fest und schmiegen sich eng an Mama oder auch Papa.

Wesentlich mehr zu sehen gibt es inzwischen bei den Zwergottern. Hier gab es am 16. Juni Nachwuchs, doch die drei Kleinen versteckten sich lange und zeigen sich erst jetzt im Gehege. Auch bei den Erdmännchen muss man genau schauen, um das Kleine zu entdecken, dass noch tapsig die Welt erkundet.

Die jungen Weißbüscheläffchen kuscheln sich noch fest an den Elterntieren an, so dass man sie kaum erkennt.
Die jungen Weißbüscheläffchen kuscheln sich noch fest an den Elterntieren an, so dass man sie kaum erkennt. © Egbert Kamprath

Dagegen hat das kleine Bennett-Känguru jetzt endgültig den elterlichen Beutel verlassen und hüpft zusammen mit seinen Artgenossen umher. In unmittelbarer Nachbarschaft quietscht und grunzt es mächtig, wenn die Ferkel der Minischweine unterwegs sind. Drei kleine Steckdosennasen wuseln hier zwischen den Alttieren. Noch mehr los ist bei den Wildschweinen. Hier sind gleich elf Frischlinge auf den Beinen. Kurioserweise sind sie unterschiedlich gefärbt, die einen braun mit den typischen Streifen und die anderen haben ein weißes Fell mit schwarzen Flecken. Da war offensichtlich vor einigen Generationen wohl auch eine fremde Schweinerasse mit im Spiel. Das kommt jetzt wieder einmal heraus.

Das kleine Bennett Känguru hat inzwischen den schützenden Beutel verlassen und hüpft mit den anderen durch das Gehege.
Das kleine Bennett Känguru hat inzwischen den schützenden Beutel verlassen und hüpft mit den anderen durch das Gehege. © Egbert Kamprath

Einer der Lieblinge bei den Pflegerinnen ist die verspielte junge Füchsin, die seit Kurzem in einem separaten Gehege neben den Wildkatzen lebt. Sie stammt ursprünglich aus einer Privathaltung und ist deshalb besonders zutraulich. Nach einer Zeit der Eingewöhnung soll das Jungtier aber Gesellschaft bekommen und zu den beiden anderen Füchsen umziehen.

Gut eingelebt haben sich mittlerweile die drei Emus, die vor kurzem neu in den Wildpark eingezogen sind. Neugierig kommen sie schnell an den Zaun, wenn die Pfleger mit dem Futtereimer kommen oder auch Besucher mit den an der Kasse erhältlichen Pellets. Wer angesichts der respekt einflößenden Schnäbel etwas Mut zeigt, dem fressen sie sogar aus der Hand.

Wildpark Geising Die Emus haben sich mittlerweile in ihrem neuen Gehege eingelebt und kommen schnell angelaufen, wenn es Futter gibt.
Wildpark Geising Die Emus haben sich mittlerweile in ihrem neuen Gehege eingelebt und kommen schnell angelaufen, wenn es Futter gibt. © Egbert Kamprath

Unübersehbar ist aber auch, dass der Herbst und damit die Brunftzeit bei den Hirschen nicht mehr fern ist. Bald ertönt wieder das Röhren des Rothirschs durch das Tal. Äußerliches Zeichen ist das mächtige Geweih, mit dem er vor dem Rudel posiert. Imposanten Kopfschmuck gibt es auch bei den Rentieren zu sehen. Es sind immerhin rund zwölf Kilo, die so permanent getragen werden. Für den Pfauen-Hahn heißt es dagegen Abschied nehmen und zwar von seinen farbenprächtigen Schwanzfedern. Die schönsten können die Besucher am Kassenhäuschen kaufen und im Frühling wachsen sie ohnehin wieder nach.

Wildpark Geising Mit einem imposanten Geweih präsentiert sich der Rentier-Hirsch.
Wildpark Geising Mit einem imposanten Geweih präsentiert sich der Rentier-Hirsch. © Egbert Kamprath

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