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Am Gottesacker entsteht Bestattungshaus

Das Eckgebäude zur Damaschkestraße wird bereits umgebaut. Das hat Vorteile für die Kunden und das Stadtbild.

© André Braun

Von Heike Heisig

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Roßwein. Als Schandfleck bezeichnet Matthias Lange vom Bauamt das Gebäude an der Ecke Am Gottesacker/ Damaschkestraße. Nachbarn und Passanten werden ihm sicher recht geben. Ein Hingucker ist das lange leerstehende Haus mit bröckelndem Putz, marodem Sockel und trostloser Fassade gewiss nicht. Doch die Anwohner werden auch gesehen haben, dass inzwischen dort Handwerker ein- und ausgehen.

Carmen Kunze-Walter, Inhaberin des Bestattungsunternehmens Carmen Kunze, hat das Gebäude gekauft. Der Nutzungsänderung des bisherigen Wohnhauses stimmten die Mitglieder des Technischen Ausschusses am Donnerstagabend einstimmig zu. Denn sie erhoffen sich von den Umbau- und Sanierungsplänen der Unternehmerin auch, dass das später renovierte Haus viel besser ins Stadtbild passt.

„Die Handwerker sind schon straff am Arbeiten, kümmern sich zum Beispiel um die gesamte Haustechnik wie Strom- und Wasserleitungen“, sagt Carmen Kunze-Walter auf Anfrage des Döbelner Anzeigers. „Im Sommer wollen wir das Bestattungshaus an dieser Stelle eröffnen“, nennt sie als Termin. Die Vorbereitungen liefen schon länger. Während ihr die Kommune anfangs sehr unproblematisch geholfen habe, Kontakt zu dem Alteigentümer aufzunehmen, sei es danach beschwerlicher geworden. So vieles müsse beim Umgang mit den Behörden beachtet werden.

Bereits seit 1991 ist das Unternehmen von Carmen Kunze – der Hauptsitz befindet sich in Frankenberg – mit einer Filiale in Roßwein vertreten. Doch die Eigentümer des Hauses an der Nossener Straße seien verstorben. Den geplanten Verkauf des Hauses durch die Erben nahm die Inhaberin des Bestattungsunternehmens zum Anlass, um sich nach etwas Eigenem umzusehen. Mit genau diesem Haus an der Damaschkestraße/Ecke Am Gottesacker habe sie schon manchmal geliebäugelt. Die Nähe zum Friedhof sei ideal.

Kurzer Weg zur Abschiednahme

Bis zur Eröffnung ist noch einiges zu tun. Die Eingangstür wird an die Ecke zurückversetzt und entspricht damit dem historischen Vorbild. Im Erdgeschoss werden sich künftig der Empfang, das Büro, Toilette sowie ein Aufenthalts- und Abschiedsraum und eine Kühlzelle befinden. Im Moment müssen die Kunden aus Roßwein und Umgebung noch an einen anderen Standort des Dienstleisters zur Abschiednahme fahren. Das fällt weg. Auch die Beratung kann verbessert werden.

Im ersten Obergeschoss richtet die Unternehmerin Ausstellungsräume ein. „Unsere Möglichkeiten jetzt, etwas zu zeigen, sind begrenzt“, sagt Carmen Kunze-Walter. Im zweiten Obergeschoss sind laut Nutzungskonzept ein Konferenzraum sowie Lagerräume geplant. Im Hof soll es in Zukunft drei Stellplätze für Kunden geben. Die Zufahrt ist auf der Damaschkestraße.

Bis zur Neueröffnung soll auf dem Fußweg vorm Haus wieder das Geländer stehen. Das ist um den Jahreswechsel herum abgefahren worden. Die Stadträte jedoch sind sich einig, dass das Geländer wichtig ist – an dieser Stelle nicht nur zum Schutz von Fußgängern, sondern auch der Straßenlaterne und des Gebäudes selbst.