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Ambulanz für pädophile Männer in Leipzig eröffnet

Leipzig. In Leipzig ist am Mittwoch eine Ambulanz für Männer mit pädophilen Neigungen eröffnet worden. Sie richte sich an Klienten, die fürchten, einen Übergriff an Kindern begehen zu können und etwas dagegen tun wollen, sagte Henry Alexander, Leiter des Präventionsprojektes in Leipzig.

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Leipzig. In Leipzig ist am Mittwoch eine Ambulanz für Männer mit pädophilen Neigungen eröffnet worden. Sie richte sich an Klienten, die fürchten, einen Übergriff an Kindern begehen zu können und etwas dagegen tun wollen, sagte Henry Alexander, Leiter des Präventionsprojektes in Leipzig. In einer ambulanten Therapie solle den Männern geholfen werden, nicht zum Täter zu werden. Betroffene können ab sofort telefonisch oder per E-Mail mit den Mitarbeitern der Ambulanz in Kontakt treten. Eine Therapie dauert rund ein Jahr. Platz gebe es für zwei Gruppen mit acht bis zehn Klienten, sagte Alexander.

Das sächsische Sozialministerium unterstützt das Projekt bis 2013 mit 100.000 Euro pro Jahr. Sachsens Sozialministerin Christine Clauß (CDU) ist überzeugt, dass durch die Präventionsstelle „künftig Kindern und Familien ein lebenslanges Leid erspart werden kann“.

Die neue Anlaufstelle ist Teil des 2005 in der Berliner Charité begonnenen Präventionsprojektes „Dunkelfeld“. Bis Juli 2011 hatten sich dort 1.400 Männer und Frauen gemeldet. Knapp 600 von ihnen erhielten die Diagnose „pädophil“, wie Klaus M. Beier, Leiter des Forschungsprojektes an der Charité, erklärte.

Von den Betroffenen kamen 8,3 Prozent aus Sachsen. Der Gesamtanteil an Frauen mit pädophilen Neigungen ist laut Beier verschwindend gering. Nur wenige Frauen hätten sich bis jetzt gemeldet und nur bei einer konnte eine Pädophilie diagnostiziert werden.

Anlaufstellen des Projektes gibt auch in Kiel und Regensburg. 2012 werden zwei weitere in Hamburg und Hannover entstehen. Mit einem Fernsehspot und Plakaten soll das Hilfsangebot in den kommenden Wochen auch in der Öffentlichkeit präsenter werden. (dpa)