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Angler fischt toten Hund aus der Elbe

Das Tier lag in einem mit Steinen beschwerten Rucksack im Fluss in Heidenau. Wer tut so etwas?

© privat

Von Heike Sabel

Heidenau. Matthias Rückstadt wollte am Freitagfrüh eigentlich nur an der Elbe in Heidenau angeln. Dann machte er eine schreckliche Entdeckung. Es war ein Rucksack, der da im Elbwasser lag. Rückstadt zog in heraus. Schon dabei fühlte er etwas, was ihm unheimlich vorkam: Knochen. Vorsichtig öffnete er am Ufer den Rucksack etwas. Was Rückstadt da sah, machte ihn traurig und wütend. Es war ein toter Hund.

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Ein Angler hatte den Rucksack an Land gezogen.
Ein Angler hatte den Rucksack an Land gezogen. © privat

Er schloss den Rucksack wieder und rief die Polizei an. Die habe damit nichts zu tun. Der Tierschutz auch nicht, weil der sich nur um lebende Tiere kümmert. Schließlich kam das Heidenauer Ordnungsamt. Das habe recht ruppig reagiert. Von wegen „in den Sack und weg das Vieh“, sagt Rückstadt, der selbst einen Hund hat und den der Ton erboste. Selbstverständlich wird der Hund ordnungsgemäß entsorgt, auch wenn das schlimm klinge, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin Marion Franz. Das heißt, der Hund wird in die Tierkörperbeseitigungsanstalt nach Lenz gebracht. Das Schicksal des Hundes geht auch Markion Franz nahe, zumal sich in dem Rucksack auch noch Steine befanden, was für das Ertränken des Tieres spricht. Vielleicht war der Hund auch schon tot, als er in den Rucksack gesteckt wurde.

Das etwa 15 Kilogramm schwere Tier war kein Welpe mehr. Seine Rasse ist jedoch nicht feststellbar, da es nicht aus dem Rucksack genommen wurde. Er roch nicht, war also noch nicht lange tot. Der Hund hatte weder ein Halsband, noch fand sich im Rucksack etwas, was auf den Halter des Tieres hinweist.

Wer macht so etwas? Die Frage bewegt nicht nur den Dohnaer Matthias Rückstadt. Eine Antwort wird er wohl nie darauf bekommen. Würde jemand ermittelt, der den Hund absichtlich ertränkte, würde der wegen Tierquälerei angeklagt.

Dabei gibt es viele Möglichkeiten, ein lebendes Tier abzugeben. Im Tierheim etwa oder über den Tierarzt. Die vermitteln in der Regel auch Tiere. Das tut auch die Pirnaer Tierarztpraxis Am Hausberg immer wieder. Von einem ertränkten Hund hört man hier das erste Mal und kann darüber nur den Kopf schütteln. (SZ/sab)