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Bautzen

Annäherung an van Gogh

Die Bautzener Malerin Almut Zielonka zeigt im Oberverwaltungsgericht Menschen- und Tierbilder – mit philosophischem Anspruch.

Die Bautzener Malerin Almut Zielonka zeigt in ihrer Ausstellung im Oberverwaltungsgericht auch diese Hommage an Vincent van Gogh. Zu sehen ist die Schau bis zum 31. Mai. © Carmen Schumann

Bautzen. Almut Zielonka ist auf Spurensuche nach dem Menschen als selbstbestimmtes Wesen. Das Menschenbild steht im Mittelpunkt der Ausstellung der Bautzener Malerin, die seit Dienstag im Bautzener Oberverwaltungsgericht zu sehen ist. Dabei strebt die Künstlerin nicht nach fotografischer Treue, sondern eher nach philosophischer Durchdringung der von ihr selbst gestellten Themen. Sie stellt Zeitgenossen im Moment größtmöglicher Leidenschaftlichkeit dar. In den Arbeiten von Almut Zielonka kann man ihr ernsthaftes Bemühen erkennen, Mensch, Natur und kosmische Kräfte im Zusammenspiel zu betrachten. Ein gutes Beispiel dafür ist ihre Hommage an Vincent van Gogh. Auf dem Bild erscheint ein Jüngling vor dem Hintergrund eines Himmels, auf dem viele Sonnen gleichzeitig zu erblühen scheinen. Die Aufgewühltheit des Himmels beschreibt emotionale Turbulenzen, die Morgenröte verheißt Aufbruchstimmung. Die Annäherung der Künstlerin an van Gogh wird auch durch ihre Malweise sichtbar, in den Verwirbelungen der Pinselstriche. Während einige Bilder in der Ausstellung davon zeugen, dass Almut Zielonka sich bemüht, die Scheu der heutigen Kunst vor der Darstellung religiöser Themen zu überwinden, feiern andere Bilder einfach nur das Fest des Lebens, das unmittelbare Augenblickserlebnis. So ist zum Beispiel eines der Gemälde vom Bautzener Frühling inspiriert, kräftige Farben in starken Kontrasten kommen zum Einsatz. Dann sind aber auch wieder surreale, unwirkliche Szenen zu sehen, wie die Schachpartie. Auf diesem allegorischen Bild stehen Verstand und Gefühl im Wettstreit. Es bleibt unklar, wer im Hintergrund die Figuren schiebt.

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Mit Bautzener Kunstpreis geehrt

Ein Thema, das Almut Zielonka ein Leben lang beschäftigte, ist das Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Während ihres Meisterstudiums bei Professor Ralf Kerbach an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden Mitte der 90er-Jahre hat die Künstlerin oft im Dresdner Zoo gezeichnet. Sie stellte sich der Frage, wie es Wildtieren in der Gefangenschaft ergeht. Auf einem der Bilder spielt das Gitter eine große Rolle, verbunden mit der Frage, was geschehen würde, wenn die Gitter sich öffneten. Wären diese Tiere dann noch überlebensfähig? Ist ein gleichberechtigtes Miteinander in unserer zivilisierten Welt überhaupt möglich? Gleichzeitig schließt die Künstlerin aus dem Verhältnis zwischen Mensch und Tier auch auf das Verhältnis der Menschen untereinander. Hat dieser Orang Utan, der wie ein ratloses kleines Kind an den Nägeln kaut, nicht viel Menschliches? Die gebürtige Thüringerin Almut Zielonka besuchte in den 80er-Jahren die Abendschule und Außenstelle der Dresdner Kunsthochschule in Bautzen-Nadelwitz. Parallel dazu war sie Bühnenbildassistentin am Bautzener Theater und Mitarbeiterin in einem Bautzener Rehabilitationszentrum. Ab 1987 absolvierte sie ein Malereistudium, zunächst in Berlin-Weißensee, später in Dresden, das sie 1993 mit dem Diplom abschloss. Seither arbeitet sie freischaffend. 1995 erhielt sie den Bautzener Kunstpreis.

Die Ausstellung von Almut Zielonka ist bis zum 31. Mai im Oberverwaltungsgericht auf der Bautzener Ortenburg zu sehen. Geöffnet ist sie montags bis donnerstags von 7.30 Uhr bis 16 Uhr und freitags von 7.30 Uhr bis 14 Uhr.