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Anwohner ärgert Bau am Burgberg

Dort, wo bald neue Eigenheime entstehen sollen, beherrschen schwere Baumaschinen das Bild. Sie zerfahren die Straße.

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© Mario Hösel

Von Marion Gründler

Geringswalde. Am sonst so malerischen Burgberg in Geringswalde ist es laut und schmutzig. Bagger schaufeln seit Tagen Geröll und Schutt auf Lastwagen, die sich unablässig die schmale Hermsdorfer Straße hinauf und wenig später hinab quälen. Das wird aber nicht von jedem Anwohner gern gesehen. „Die Zufahrt leidet zunehmend unter den jetzigen Bedingungen“, mahnt Burgberg-Bewohner Torsten Lange.

Zwar füllten, wie der Geringswalder erläutert, er und seine Nachbarn die tiefsten Krater im Straßenbelag regelmäßig auf. Doch das hilft anscheinend wenig. Die geschotterte Piste gibt ein beklagenswertes Bild ab. Sie ist schlammig und von tiefen Furchen gekennzeichnet. Das hat mittlerweile auch die Mitarbeiter der Baufirma zum Handeln bewogen. Denn sie hätten laut Lange bereits Teile des Seitenstreifens befestigt. Das hält der Geringswalder für löblich. Dennoch macht er aus seinem Ärger keinen Hehl. Der Zustand der Straße sei eine Zumutung, wettert er.

Bauherr Thomas Hellriegel versteht die Aufregung nicht. „Bis jetzt ist keiner der Anwohner auf mich zugekommen und hat sich über irgendetwas im Zusammenhang mit der Bautätigkeit beschwert. Dies wäre ja der erste gebotene Weg, Unannehmlichkeiten anzusprechen und eine einvernehmliche Klärung herbeizuführen“, sagt der Immobilienmakler von der Immobilienagentur „Bettys House GmbH“ aus Rossau. Die Gesellschaft lässt auf besagtem Areal am Burgberg bis Jahresmitte drei Parzellen für potenzielle Häuslebauer erschließen. Seines Wissens sei der Weg früher am Rande eines Steinbruchs in den Fels geschlagen und nur mit einer Schicht Sand und Schüttgut ausgeglichen und verdichtet worden. „Die Burgberg-Zufahrt kann also von Baufahrzeugen gar nicht zerstört werden, da sie auf Fels gebaut ist“, ist Hellriegel überzeugt. Diese Aussage wird vom Geringswalder Bauamt weder bestätigt noch dementiert.

Der Zustand der Straße ist nicht zum ersten Mal Gesprächsthema im Ort. Bereits vor gut zwei Jahren erhitzten sich an der Zufahrt von der Hermsdorfer Straße hinauf zum Burgberg die Gemüter. Bei Schnee oder Regen hätte auf der Piste regelmäßig „Land unter“ geherrscht, hieß es damals. Anwohner hatten sich gegen permanenten Dreck an Autos und Schuhsohlen gewehrt. Daraufhin hatte die Kommune im Mai 2014 den als Fußweg deklarierten Pfad für 4 000 Euro mit einer Frostschutzschicht versehen, Schlaglöcher verfüllen, Mineralgemisch aufbringen und verdichten lassen.

Damit jetzt die Mitarbeiter der Erlauer Firma Umtech zum Baustellengelände gelangen können, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als den Weg mit einer Sondernutzungsgenehmigung zu befahren, die von der Stadt Geringswalde erteilt wurde. „Während einer Begehung wurde der Zustand des Belages vor Baubeginn dokumentiert“, erklärt Bauamtsleiter Thomas Riedel. Nach Abschluss der Arbeiten seien mögliche Schäden in Ordnung zu bringen, das sei dem Bauherrn bekannt. „Ohne Kompromisse geht es nicht, erst recht nicht an einem so neuralgischen Bauplatz. Und aus städtebaulicher Sicht sind wir dankbar, dass sich am Burgberg endlich etwas tut“, sagt Riedel.