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Bedrohtes Glückssymbol

Der Mandschurenkranich beeindruckt mit stattlichen Ausmaßen und einem Ritual, das dieser Tage auch im Zoo Dresden ab und zu beobachtet werden kann.

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Der Mandschurenkranich ist stark vom Aussterben bedroht. Das Pärchen im Zoo Dresden hatte bislang achtmal Nachwuchs.
Der Mandschurenkranich ist stark vom Aussterben bedroht. Das Pärchen im Zoo Dresden hatte bislang achtmal Nachwuchs. © Foto: Thorsten Eckert

„Erst sind laute Rufe zu hören, und dann tanzt das Kranichmännchen im Kreis um das Weibchen herum, springt dabei auf und ab und flattert mit den Flügeln“ – so beschreibt Tierpfleger Rocco Nollau den berühmten und sehr komplexen Balztanz der Mandschurenkraniche. „Das beginnt jetzt in der kalten Jahreszeit und ist mit etwas Glück auch bei unserem Pärchen in der Goldtakin-Anlage bis zur Brutzeit im Frühling zu beobachten.“

Schon über 20 Jahre im Zoo Dresden

Fuku, das Männchen, war 1996 im Berliner Zoo geschlüpft und kam noch im selben Jahr hierher. Sachi (gesprochen Saki) folgte 1999 aus dem Zoo Hoyerswerda.

„Die beiden hatten auch schon erfolgreich Nachwuchs“, berichtet Rocco Nollau. „Zwischen 2013 und 2019 klappte es mehrfach. Insgesamt schlüpften acht Küken aus fünf Gelegen.“ Die Jungtiere wurden jeweils an andere Zoos abgegeben, um den Zoobestand genetisch gesund zu erhalten.

Der natürliche Lebensraum der Mandschurenkraniche sind die japanische Insel Hokkaido und Teile des chinesischen Festland in der Mongolei und auf der Koreahalbinsel. Die Tiere gelten in Japan als Glückssymbol sowie als Zeichen des ewigen Lebens. Das Traurige aber ist: Sie sind laut der Weltnaturschutzunion IUCN „stark gefährdet“. In der Natur leben nach Schätzungen nur noch etwa 2400 Tiere. Der Mensch lässt ihren natürlichen Lebensraum, Feucht- und Sumpfgebiete, immer mehr verschwinden.

Bis zu 1,5 Meter groß und zehn Kilogramm schwer können die Tiere werden. „Und sie sind sehr wehrhaft“, sagt Rocco Nollau. „Ihre Schnäbel sind sehr spitz und lang und auch vor den Krallen sollte man sich in Acht nehmen, wenn wir ihnen zum Beispiel mal für eine Untersuchung näher kommen.“ Ansonsten sind die schneeweiß gefiederten Mandschurenkraniche eher unkompliziert. Sie fressen Fisch, durchgedrehtes Fleisch oder Küken und spezielle Kranichpellets, zählt der Tierpfleger auf. Ob es nochmal mit Nachwuchs klappt, bleibt abzuwarten. „Sie stehen eher schon im Herbst ihres Lebens“, sagt Rocco Nollau.

Mandschurenkraniche haben eine Lebenserwartung von etwa 30 Jahren.

Kontakt und weitere Informationen

Zoo Dresden GmbH
Tiergartenstraße 1
01219 Dresden

Telefon 0351 - 47 80 60
[email protected]
www.zoo-dresden.de

Hier geht es zur Zoowelt auf sächsische.de