Anzeige

Paarungszeit bei den Raubtieren im Zoo

Wenn die Tage kürzer werden, kommen die Raubtiere im Zoo Dresden in Paarungsstimmung.

 3 Min.
Teilen
Folgen
Rothündin Juanita im Zoo Dresden ist bislang ohne Nachwuchs - noch.
Rothündin Juanita im Zoo Dresden ist bislang ohne Nachwuchs - noch. © Foto: Illuminationdesign

Menschen besingen den Mai als Monat der Liebe und sprechen von Frühlingsgefühlen – für die Raubtiere im Zoo Dresden liegt diese besondere Zeit eher im Herbst und Winter. Denn bei ihnen führt nicht das zu-, sondern das abnehmende Licht zu jenen hormonellen Veränderungen, die sie zum anderen Geschlecht hinziehen. So paaren sich die Buntmarder meist Ende Oktober oder im November, die Rothunde und Schneeleoparden zwischen Dezember und Januar.

„Die Weibchen sind nur ein bis zwei Tage fruchtbar“, sagt der Zoologische Leiter Dr. Wolfgang Ludwig. „Doch dem eigentlichen Paarungsakt gehen mitunter Wochen der Annäherung voraus.“ Während die Hormone bei den Männchen die Hoden wachsen lassen und die Spermienbildung ankurbeln, lassen sie bei den Weibchen einen speziellen Duft entstehen. Und den nehmen die Männchen oft schon wahr, wenn ihre potenziellen Partnerinnen noch gar nicht so weit sind.

„Bei den Rothunden bewacht Männchen Ratsch ,seine’ Juanita schon Wochen im Voraus“, berichtet Tierpflegerin Yvonne Luger. „Und Buntmarder Oleg klebt seiner rolligen Partnerin förmlich am Po.“ Schneeleoparden-Weibchen Istari reagiere anfangs eher ungehalten auf die Kontaktversuche von Kater Askin und verpasse ihm schon mal eine Ohrfeige. „Wenn dann aber auch sie bereit ist, kann es bei den beiden ziemlich laut zugehen.“ Die großen Raubtiere, so ergänzt Ludwig, müssen keine Feinde fürchten und können sich ein solch auffälliges „Liebesspiel“ leisten: „Buntmarder und Rothunde dagegen paaren sich eher ruhig.“

Wenn sich der Keimling in der Gebärmutter eingenistet hat, verharrt er während der kalten, dunklen und in der Natur nahrungsarmen Zeit in einer Ruhephase. „Es geht zunächst darum, dass die Mutter den Winter übersteht. Erst wenn die Tage wieder länger werden und es genug zu fressen gibt, entwickelt sich der Keimling weiter.“ Bis zur Geburt dauert es bei Raubtieren dann nur noch bis zu 60 Tage: Ihre Jungen kommen sehr klein zur Welt und wachsen im Verborgenen heran.

Allerdings entsteht nicht aus jeder Paarung tatsächlich Nachwuchs. Nahrungsmangel als Ursache scheidet im Zoo zwar aus, doch auch Veränderungen im Rudel, Stress oder Störungen – beispielsweise durch Baustellen – können den Zuchterfolg verhindern. So wurden in der Vergangenheit zwar schon viele Rothunde in Dresden geboren, das aktuelle Paar blieb trotz bester Harmonie bisher aber kinderlos. Buntmarderweibchen Marie dagegen hatte schon Junge, konnte diese aber nicht aufziehen.

„Sehr erfolgreich gezüchtet haben in jüngster Zeit die Schneeleoparden“, so Dr. Wolfgang Ludwig. „Nach Kater Kiyan, der inzwischen in Belgien lebt, hatten sie 2019 sogar Zwillinge.“ In den letzten beiden Jahren habe der Zuchtbuchführer eine Zwangspause angeordnet.

Warum genau es nicht immer „klappt“, sei für Zoologen und Tierpfleger nicht nachvollziehbar„ „Wir setzen unsere Tiere auch keinen medizinischen Untersuchungen aus. Doch überall dort, wo es möglich ist, sollen sie Nachwuchs haben. Denn die Aufzucht verschafft ihnen Herausforderung und Befriedigung, und das gehört zu einem guten Leben.

Kontakt und weitere Informationen

Zoo Dresden GmbH
Tiergartenstraße 1
01219 Dresden

Telefon 0351 - 47 80 60
[email protected]
www.zoo-dresden.de

Hier geht es zur Zoowelt auf sächsische.de