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Eine lange Kindheit

Auch mit knapp sechs Jahren wird Orang-Utan-Jungtier Dalai noch intensiv von seiner Mutter im Zoo Dresden umsorgt.

Zuchtweibchen Daisy kümmert sich um ihr Jungtier Dalai.
Zuchtweibchen Daisy kümmert sich um ihr Jungtier Dalai. © Foto: Thorsten Eckert

Kopfüber, kopfunter hangelt Dalai durch die Anlage, wendet Papprollen zwischen Händen und Füßen und sucht Schutz bei seiner Mutter Daisy, wenn Vater Toni einen Brüller loslässt. „Heute ist Dalai sehr verspielt“, sagt Revierleiter Roman Richter. „Manchmal ahmt er aber auch schon Tonis Imponierverhalten nach.“ Kein Wunder, denn mit seinen knapp sechs Jahren kommt der junge Orang-Utan allmählich in die Pubertät.

Bis zur Geschlechtsreife werden aber noch zwei bis drei Jahre vergehen – und so lange hat Dalai Zeit, unter Obhut von Daisy Erfahrungen zu sammeln und seine Fähigkeiten zu testen. „Er beobachtet sehr aufmerksam, was seine Mutter tut“, erzählt Richter. „Besonders dann, wenn etwas Unbekanntes in seinem Umfeld auftaucht.“ So habe er seinen ersten Kürbis im Herbst zunächst sehr skeptisch beäugt und vorsichtig auf Daisys Reaktion gewartet.

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Wie zählt man Zebramangusten?
Wie zählt man Zebramangusten?

Die simple Antwort auf die Frage wäre: Einfach alle Tiere addieren. Aber so einfach ist es nicht.

Orang-Utan Dalai mag Papprollen,
Orang-Utan Dalai mag Papprollen, © Foto: Thorsten Eckert
... ist neugierig,
... ist neugierig, © Foto: Thorsten Eckert
... ganz schön gelenkig,
... ganz schön gelenkig, © Foto: Thorsten Eckert
... manchmal auch ein bisschen nachdenklich ...
... manchmal auch ein bisschen nachdenklich ... © Foto: Thorsten Eckert
... und schon so groß!
... und schon so groß! © Foto: Thorsten Eckert

Was fressbar ist und was nicht, lernen junge Orang-Utans auch in der freien Natur von ihren Müttern, die sie während der gesamten – für Tiere ungewöhnlich langen – Kindheit betreuen. Zudem schaut sich der Nachwuchs ab, wie man zum Beispiel Früchte öffnet, welche Äste zum Hangeln taugen und vor allem, wie man mit Artgenossen umgeht. „Orang-Utans sind zwar Einzelgänger“, sagt der Zoologische Assistent Thomas Brockmann. „Doch sie begegnen sich auch im Regenwald, besonders natürlich zur Paarung.“ Im Zoo spielt die „Sozialkompetenz“ eine noch größere Rolle. Und da hat Dalai gute Vorbilder, denn Mutter Daisy und sogar Zuchtmännchen Toni gelten als verträglich, geduldig und tolerant.

Im neuen Orang-Utan-Haus wird nicht nur Dalai noch viel dazulernen: So heißt es dann für Mensch und Tier herauszufinden, wo es beispielsweise die besten Beobachtungsplätze gibt. Am 12. Mai hat der Dresdner Stadtrat grünes Licht für die Finanzierung des großen Bauvorhabens gegeben. Und wenn alles planmäßig läuft, erlebt Dalai den Umzug noch an der Schwelle zum Erwachsenenalter.

Kontakt und weitere Informationen

Zoo Dresden GmbH
Tiergartenstraße 1
01219 Dresden

Telefon 0351 - 47 80 60
[email protected]
www.zoo-dresden.de

Hier geht es zur Zoowelt auf sächsische.de