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Rückkehr ins UnbezahlbarLand

Jens Drahonovsky ist erfolgreicher Arzt und Unternehmer. Warum der Familienmensch nach 14 Jahren in vielen Ecken der Welt wieder in seiner Heimat landete.

Jens Drahonovsky ist ein Macher. Neben seiner Landarzt-Praxis schmeißt er auch einen Tante-Emma-Laden mit angeschlossenem Biergarten.
Jens Drahonovsky ist ein Macher. Neben seiner Landarzt-Praxis schmeißt er auch einen Tante-Emma-Laden mit angeschlossenem Biergarten. © Foto: PR/privat

„GR-OW“ steht auf seinem Autokennzeichen. Jens Drahonovsky ist ein echter Machertyp und setzt seine Lust auf Wachsen nicht nur für sich ein, sondern auch für Freunde und Mitbewohner im UnbezahlbarLand. Doch fast wäre der Schlosser, Landarzt, und Tante-Emma-Laden-mit-Biergarten-Unternehmer woanders gelandet. Denn er wollte alles anders machen als seine Mutter. Warum sein Glück letztendlich doch in seiner Heimat gefunden hat, erzählt diese Rückkehrer-Geschichte.

Von Görlitz in die Welt und wieder zurück

Jens Drahonovsky lernte zunächst Schlosser beim Waggonbau Niesky, absolvierte seinen Zivildienst im Emmaus Krankenhaus, ging dann von Horka aus in die große Stadt, weil er auf jeden Fall weg von zu Hause wollte. Ein Medizin-Studium folgte, anschließend der Schritt nach Südafrika und die USA, wo er seine Facharztausbildung abschloss.

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Nach einigen Jahren in einer Leipziger Klinik - inklusive Ambulanzdienst - verspürte Drahonovsky doch irgendwie den Drang, ein klein wenig zu arbeiten wie seine Mutter: als Landarzt. Also verordnete er sich drei Monate "Probezeit" in ihrer Praxis in der alten Heimat. Er stellte bereits nach der ersten Woche fest: “Das fetzt“. Schon der Arbeitsweg war einfach Klasse: Die aufgehende Sonne sandte ihre Strahlen über die Felder, Morgennebel kroch durch den Wald und Kraniche begleiteten seine Fahrt. Damals arbeitete er noch parallel im Krankenhaus und jedes Mal wenn er wieder in die Praxis fuhr, dachte er: „Gott sei Dank, bin ich raus aus dieser Krankenhausstruktur.“

Und so zog Drahonovsky nach 14 Jahren zurück in sein Heimatdorf Horka und wurde Landarzt. Seine Frau folgte ihm und drei Söhne machen inzwischen das Familienleben perfekt. Nun könnte die Geschichte schließen mit: "Und so lebten sie friedlich bis zum Ende ihrer Tage." Wenn, ja wenn da nicht die Macher-Gene der Drahonovskys wären. 

Auf dem Dorf geht, was einem in der Stadt abgeht

„Gerade als Landarzt bekommt man natürlich mit, was sich die Leute wünschen. So sind wir dazu gekommen, einen Ort für die Gemeinschaft zu schaffen“, so Jens Drahonovsky.
Gesagt, getan: Eine Gasthof stand leer und ein kleiner Konsum-Laden im Ort hatte vor Jahren zu gemacht. Ersteren wollte Jens Drahonovsky einfach vor dem Verfall retten. Da er keinen Gewerbetreibenden fand, nahm er die Sache selbst in die Hand und eröffnete einen Tante-Emma-Laden mit Biergarten. Hier gibt es nun Dinge des täglichen Bedarfs und bei einem Imbiss kann man mal miteinander reden. „Viel Arbeit für umme“, sagt er, „aber es macht viel Spaß.“

Ihre städtischen Bedürfnisse versuchen sie mit einzubringen: Seine Frau hat eine Bio-Ecke eingerichtet und der Landarzt hat auch schon versucht, die Kunden von trockenem Rotwein zu überzeugen. Den musste er am Ende selber trinken, erzählt er lachend.

Das Landleben kann er allen nur empfehlen. In Leipzig hätte er schon aufgrund der exorbitanten Preise nie so ein Projekt auf die Beine stellen können. Hier aber kann er sich entfalten. Auch der Kontakt zu den Ämtern ist leichter, weil er sich persönlich mit den Mitarbeitern unterhalten kann und die beispielsweise auch die Häuser kennen. Seine Abenteuerlust, wegen der er mal in die Welt aufgebrochen ist, lebt er jetzt im UnbezahlbarLand aus. Und er würde nicht Jens Drahonovsky heißen, wenn er nicht noch weitere Pläne hätte.

Unbezahlbarland - eine Initiative des Landkreis Görlitz

www.unbezahlbar.land

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