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Das ist Weltpolitik im Sächsischen Landtag

Die Vereinten Nationen treffen sich regelmäßig in Dresden: Ein spannendes Planspiel von Studierenden der TU Dresden macht Lust auf die große Politik.

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Regelmäßig finden Sitzungen der Vereinten Nationen im Sächsischen Landtag in Dresden statt – wenn auch nur als Planspiel im Rahmen der elbMUN-Konferenz.
Regelmäßig finden Sitzungen der Vereinten Nationen im Sächsischen Landtag in Dresden statt – wenn auch nur als Planspiel im Rahmen der elbMUN-Konferenz. © TUD/elbMUN

Sitzung der Vereinten Nationen – mitten in Dresden, mitten im Sächsischen Landtag. Das ist keine Ausnahme, sondern schon seit einigen Jahren wiederholt Realität. Die Delegierten dafür kommen aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt – vertreten während der Versammlung aber die Position ganz anderer Staaten. Es geht darum, den eigenen Horizont zu erweitern, den Standpunkt des Gegenübers zu verstehen. Das Treffen ist ein internationales Planspiel, organisiert von Studierenden der TU Dresden. Elbe Model United Nations, kurz elbMUN, heißt die Konferenz, die im Frühjahr 2023 ihre nächste Auflage bekommt. Interessante Debatten sind garantiert.

Von der Diplomatie zur Vorstandsarbeit

Medina Elisa Busch war schon einmal Bürgerin von Mali oder auch eine Diplomatin aus China. Eigentlich ist sie aber in Deutschland zu Hause und studiert Maschinenbau an der TU Dresden. Eine Konferenz in Berlin, an der sie selbst teilgenommen hat, weckte bei ihr die Begeisterung für die Planspiele im Kosmos der Vereinten Nationen. „Es ist natürlich spannend und lehrreich zugleich, sich mit Problemen und Meinungen anderer Staaten auseinanderzusetzen“, schildert die 20-Jährige. Der deutsche Blick auf weltpolitische Themen sei immer nur ein begrenzter Ausschnitt. Außerdem lerne sie bei solchen Treffen viele Leute aus der ganzen Welt kennen. „Die Gespräche mit ihnen sind für mich persönlich extrem bereichernd.“

Seit ein paar Monaten engagiert sie sich im Vorstand von elbMUN. Dort ist auch Robert Georg Mühlberg aktiv. Der 22-jährige studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der TUD. „Das verwundert viele immer wieder, dass bei uns eben nicht nur Politikstudierende dabei sind“, sagt er. Die Konferenz richte sich nun mal an alle, die sich für internationale Politik interessieren.

Debatten streng nach Protokoll der Vereinten Nationen

Aktuell bereiten die beiden und die anderen im Organisationsteam die nächste Dresdner Konferenz für April 2023 vor. Sie hoffen, dass möglichst wieder viele Teilnehmer aus unterschiedlichen Ländern dabei sind. Der überwiegende Teil besteht aus Studierenden, aber auch Schüler sind dabei. Jedes Jahr finden weltweit mehr als 100 dieser Simulationen der Arbeit der Vereinten Nationen in verschiedenen Ländern rund um den Globus statt.

„Demnächst werden wir im Team die Themen festlegen, um die es diesmal bei der Konferenz gehen wird“, erklärt die Mitorganisatorin. Jeder Teilnehmer kann dann frei entscheiden, welches Land er als Diplomat darstellen möchte. Meist setzen sich die Mitwirkenden im Vorfeld schon intensiv mit zwei Themen auseinander, um die es für sie gehen wird. „Wir stellen auf dem Treffen die Debatten in den Ausschüssen der UN dar“, erläutert Robert Georg Mühlberg. Während solch einer Debatte haben die verschiedenen Delegationen Gelegenheit, in bis zu drei Minuten langen Redebeiträgen ihren Standpunkt zu erläutern. Die Abläufe entsprechen dabei den Gepflogenheiten beim großen Vorbild UN. Das Ziel am Ende ist immer eine Resolution, der möglichst eine Mehrheit zustimmt.

Weltweites Konferenznetzwerk hilft sich gegenseitig

„Als ich das erste Mal auf solch einer Veranstaltung war, war ich begeistert, wie gut die Leute auf ihre Themen vorbereitet waren“, beschreibt Medina Elisa Busch ihre Eindrücke von damals. Aufgrund der unterschiedlichen Teilnehmer aus aller Welt findet die Konferenz komplett in Englisch statt. Das wäre auch gleich ein gutes Fremdsprachentraining, fügt sie mit einem Lächeln hinzu. Was niemand bei all dem vergessen dürfte: Es sind nicht die Meinungen der Teilnehmer, die in der Debatte zur Sprache kommen. Gerade bei konfliktreichen Redebeiträgen ist das nicht immer einfach im Hinterkopf zu behalten .Wer einmal Gefallen an solchen Konferenzen gefunden hat, kommt damit auch rum in der Welt.

Die verschiedenen Veranstalter sind international gut vernetzt. „Wir helfen beispielsweise bei einer Konferenz in Barcelona mit“, erklärt die Studentin. Für das nächste eigene Event im kommenden Jahr wünschen sich die Dresdner Organisatoren noch möglichst viel Unterstützung. Wer Lust auf internationale Weltpolitik vor der eigenen Haustür hat, der kann sich beim elbMUN-Team melden.

www.elbmun.org