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Zoo Dresden: (Fast) nur Blätter – dafür in allen Varianten

Guerezas, die Wappentiere des Zoo Dresden, sind Nahrungsspezialisten. Und die attraktive schwarz-weiße Affenart hat noch weitere Besonderheiten.

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© Thorsten Eckert

Dreimal am Tag Futter, und immer Blätter – das klingt zunächst nach einem recht einfachen Speiseplan. Doch gerade diese Spezialisierung macht die Ernährung der Guerezas anspruchsvoll, vor allem im Winter, wenn in unseren Breiten kaum frisches Grün zu finden ist. Fürs „Frühstück“ tauen die Tierpfleger derzeit gefrostetes Maulbeerlaub auf und weichen getrocknete Vogelbeerblätter ein, mittags gibt‘s Ranken der zum Glück immergrünen Brombeere und zur letzten Mahlzeit des Tages getrockneten Ahorn.

„Als Belohnung geben wir den Tieren meist Nüsse“, sagt Sylvia Niklas, die die schwarz-weißen Affen schon seit 15 Jahren betreut. „Mit süßen Früchten müssen wir vorsichtig sein, denn der Zucker schadet den Bakterien, die die Zellulose in den Blättern aufspalten.“ Ähnlich wie Wiederkäuerhaben Guerezas einen gekammerten Magen, um die schwer verdauliche und energiearme Nahrung effizient zu verwerten.

Vorsicht geboten

Bei den stacheligen Brombeerranken gehen die fünf Dresdner Guerezas auffallend vorsichtig zu Werke – schließlich möchten sie so wenig wie möglich gepiekt werden. „Dabei kommt ihnen auch der verkürzte Daumen zupass“, so die Tierpflegerin. In den Baumkronen Mittel- und Ostafrikas erleichtert diese Besonderheit das „Einhaken“ am Ast nach dem Sprung. Und sie ist der Grund, weshalb Guerezas den Stummelaffen zugeordnet werden. Ein deutlich auffälligeres Merkmal ist jedoch das schwarz-weiße Fell mit den langen Haaren an Schultern und Rücken, die für die deutsche Bezeichnung Mantelaffen verantwortlich sind. Die ersten Tiere dieser attraktiven Art kamen bereits Ende der 1950er-Jahre nach Dresden; bald darauf gelang dem Zoo die damals noch sehr seltene Zucht.

„Guerezas werden ganz weiß geboren und färben sich allmählich dunkler“, erläutert Sylvia Niklas. „Als Letztes bildet sich die schwarze Haube aus.“ Mit etwa vier bis fünf Jahren werden die Affen dann geschlechtsreif. Die beiden aktuellen Weibchen Mona und Mandy haben insgesamt 25 Jungtiere zur Welt gebracht – davon leben derzeit noch die dreijährige Chaka und der eineinhalbjährige Embaye in der Anlage im Prof. Brandes-Haus. Senior der Gruppe ist Zsasu, der bald 29 wird, ein für Guerezas beachtliches Alter. „Er hat auch schon ein paar Zipperlein und kein Interesse mehr an den Weibchen“, sagt die Tierpflegerin. „In der freien Natur liegt das Höchstalter bei 20 bis 25 Jahren.“

Quirlige Jungtiere

Im Gegensatz zu Zsasu, den nichts aus der Ruhe bringt, hätten die Jungtiere noch „allerhand Blödsinn“ im Kopf: „Vor allem Embaye ist sehr neugierig und wagt sich nahe an Unbekanntes heran.“ Und er ist auch derjenige, der am aktivsten durch die Anlage hangelt. Bei freundlichem Wetter– und wenn der Graben nicht zugefroren ist – dürfen die Guerezas übrigens auch im Winter ins Freie. 1986 wurde der Tierart eine besondere Ehre zuteil: Der Zoo Dresden nahm sie in sein Logo auf. Das hat vermutlich damit zutun, dass der verdienstvolle ehemalige Direktor Wolfgang Ullrich über die Biologie und Soziologie der Mantelaffen promoviert und den Grundstein für die erfolgreiche Zucht gelegt hat.

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