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Arche Nova trauert um Sven Seifert

Das Gründungsmitglied und der langjährige Geschäftsführer der Dresdner Hilfsorganisation Arche Nova ist im Alter von 56 Jahren verstorben.

© Oliver Killig / dpa

Stefan Becker

Dresden. Sven Seifert hat bis zum Schluss gekämpft, doch der Gegner ließ ihm diesmal keine Chance. Im Alter von 56 Jahren erlag das Gründungsmitglied der Dresdner Hilfsorganisation Arche Nova und deren späterer Geschäftsführer einem tückischen Krebsleiden. Mit Sven Seifert verliert die Stadt einen engagierten Bürger, das Land eine starke Stimme und die Welt einfach einen Helfer. Von der Dresdner Neustadt aus hatte er sich 1992 mit ein paar Freunden auf den Weg gemacht in den fernen Irak, um den vom Krieg entwurzelten Menschen das Nötigste zu bringen.

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Oberbürgermeister Dirk Hilbert wendet sich im Namen Dresdens an die Angehörigen der Verstorbenen – Urnenhain Tolkewitz als öffentlicher Ort für die Trauer.

Heute würde das private Engagement als Ausdruck der funktionierenden Zivilgesellschaft gefeiert, damals erschien es den jungen Männern schlicht selbstverständlich. Wenig später gründeten sie Arche Nova – Initiative für Menschen in Not e.V.

Unter seiner Leitung entwickelte sich der lokale Verein zu einer international anerkannten Organisation für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Derzeit sei die Arche zwar in 14 Ländern mit mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tätig, doch zeichne sich die Arbeit immer noch dadurch aus, gerade dort hinzugehen, wo man vielleicht nur zu Fuß hinkommt: Das sei ganz im Seifertschen Sinne, sagt Stefan Mertenskötter, Vorstandsvorsitzender der Arche.

Gesegnet mit Pioniergeist, diplomatischem Geschick und reichlich Fachwissen brachte der Wasserbauingenieur und Sunnyboy des Krisenmanagements den Menschen in den Katastrophengebieten der Welt erst die nötige Hilfe und lehrte sie dann den eigenverantwortlichen Umgang mit Ressourcen und Technik. Der gelernte Schlosser, der schon zu DDR-Zeiten eben diese Welt sehen und verändern wollte, leistete seinen Beitrag und erhielt dafür 2016 das Bundesverdienstkreuz.

Zu der Zeit zehrte die Krankheit bereits an seiner Konstitution und zwang ihn später immer mehr zum Rückzug aus dem operativen Geschäft. In einem letzten großen und ziemlich geheimen Coup hatte er mit Arche Nova im zerbombten syrischen Aleppo zwischen allen Fronten Wasser, Essen und vor allem Bildung für die Kinder organisiert. Denn für die Bildung schlug sein Herz, und dieser Impuls lebt weiter in der Arbeit des Vereins.