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Politik

Lebensmittel in Nordkorea werden knapp

Sanktionen, Naturkatastrophen und die Corona-Pandemie: Das alles zusammen hat offensichtlich Folgen für die Ernährungssituation in Nordkorea.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die Bevölkerung auf eine schlechtere Versorgung mit Nahrungsmitteln vorbereitet.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die Bevölkerung auf eine schlechtere Versorgung mit Nahrungsmitteln vorbereitet. © Uncredited/KCNA via KNS/dpa

Seoul/Pjöngjang. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die Bevölkerung auf eine schlechtere Versorgung mit Nahrungsmitteln vorbereitet. Die Landwirtschaft habe im vergangenen Jahr infolge eines Taifuns weniger Getreide produzieren können, sagte Kim am Dienstag zum Auftakt eines mehrtägigen Treffens des Zentralkomitees der herrschenden Arbeiterpartei in Pjöngjang. Die Nahrungssituation für die Menschen werde nun "angespannt" sein, zitierten ihn die Staatsmedien am Mittwoch.

Kim stimmte die Bürger auch auf eine Verlängerung der strengen Abschottungs- und Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie ein. Der jetzige "perfekte Anti-Epidemie-Zustand" müsse aufrechterhalten werden. Die weltweite Gesundheitskrise verschärfe sich derzeit.

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Kim Jong Un spricht auf einer Versammlung der Arbeiterpartei in Pjöngjang.
Kim Jong Un spricht auf einer Versammlung der Arbeiterpartei in Pjöngjang. © Uncredited/KCNA via KNS/dpa

Kim wies die Teilnehmer des Treffens an, Maßnahmen zur Lösung der Versorgungsprobleme zu ergreifen. Eine gute Ernte sei die "militante Aufgabe, die unsere Partei und der Staat mit oberster Priorität" erfüllen müsse, sagte Kim, der auch Parteichef ist.

Nordkorea ist nach mehreren Naturkatastrophen und aufgrund der eigenen Misswirtschaft seit vielen Jahren auf Nahrungsmittelhilfe von außen angewiesen. Nach Schätzung der südkoreanischen Regierung fehlen dem isolierten Nachbarland in diesem Jahr 1,2 bis 1,3 Millionen Tonnen Nahrungsmittel für eine halbwegs ausreichende Versorgung der Bevölkerung.

Keine Anzeichen für Hungersnot wie in den 90er Jahren

Neben den Folgen von Überschwemmungen und Sturmschäden hatte 2020 auch die Corona-Pandemie dem Land schwer zugesetzt. Nordkorea machte seine Grenzen wegen des Corona-Ausbruchs schon früh dicht, was sich stark auf den Außenhandel auswirkte. Beobachter sehen dennoch bisher keine Anzeichen für eine neue Hungersnot wie in den 1990er Jahren, als Schätzungen zufolge Hunderttausende Nordkoreaner vor Hunger starben.

Trotz der Nahrungsmittelknappheit berichtete Kim von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Die Umsetzung des ersten Halbjahresplans habe dazu geführt, dass die Industrieproduktion im Jahresvergleich um 25 Prozent gestiegen sei. Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms strengen internationalen Sanktionen unterworfen, die die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zusätzlich hemmen.

Kim hatte das Zentralkomitee den Berichten zufolge einberufen, um eine Zwischenbilanz für die Umsetzung der wichtigsten politischen Vorgaben der Partei und des Staates für dieses Jahr zu ziehen. Bei einem Parteikongress im Januar hatte Nordkorea einen neuen Entwicklungsplan für die nächsten fünf Jahre vorgelegt. (dpa)

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