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Auf Augenhöhe

Biobauer Bernhard Steinert liebt seine Kühe. Deshalb haben sie auf seinem Hof ein gutes Leben. Dafür gab es eine Auszeichnung.

© Steffen Unger

Von Anja Weber

Cunnersdorf. Saftige Weiden, zufrieden dreinblickende Kühe, ein rundum sorgloses Tierleben. So entspricht es den Klischees oder eben auch den Träumen von Landwirtschaft. Der Cunnersdorfer Bio-Landwirt Bernhard Steinert zeigt auf seinem Hof bei Hohnstein, dass Tierschutz nicht nur ein Traum, sondern Wirklichkeit ist.

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Nur so und davon ist er überzeugt, geht es den Tieren auf seinem Hof gut. Er lebt gemeinsam mit seiner Familie und den Tieren zusammen und lässt eben auch den Tieren ein gutes Leben. Ist eine Kuh krank, geht es der ganzen Familie schlecht. Der Landwirt, der im Jahr 1993 nach Cunnersdorf kam und hier einen Bio-Hof aufbaute, greift zu verschiedenen Methoden. Er verzichtet zum Beispiel auf das schmerzhafte stutzen der Hörner bei seinen Kühen. Den Tieren geht es gut, sie können ihr Kuhleben genießen und sind deshalb auch weniger krank, sagt Steinert. Das bedeutet wiederum ein geringerer Einsatz von Arzneimitteln. Außerdem stehen seine Kühe von März bis November Tag und Nacht draußen auf der Weide.

Zweimal am Tag, jeweils zu den Melkzeiten morgens und abends, werden sie in den Stall geholt. Das macht zwar mehr Arbeit, zahlt sich aber auf die Milchleistung und die Qualität der Milch aus. In den klauenfreundlich ausgestatteten Ställen gibt es verschiedene Zonen für Bewegung und Liegezeiten. Bernhard Steinerts Kühe erreichen das doppelte Lebensalter konventionell gehaltener Milchkühe.

Für alle seine Bemühungen wurde der Biobauer mit der sächsischen Tierschutz-Medaille ausgezeichnet. Diese konnte er vor wenigen Tagen von Sachsens Sozial- und Verbraucherschutzministerin Barbara Klepsch (SPD). entgegennehmen. Der Biohof sei ein hervorragendes Beispiel dafür, was ein einzelner Mensch für den Tierschutz tun könne und wie er dafür auch Mitstreiter finde, sagt die Ministerin.

Zum Betrieb gehören 35 Hektar Grünland, 40 Hektar Acker und 25 Hektar Wald. Der Schwerpunkt liegt in der Milchproduktion mit der etwa 30-köpfigen Milchviehherde. Dank der Haltungsänderung konnte deren Leistung von 4 500 Litern Milch auf bis zu 7 500 Liter pro Jahr und Tier gesteigert werden. Die Milch veredelt Bernhard Steinert in seiner Käserei zu Joghurt, Quark und Käse. Außerdem wird einmal pro Woche Brot gebacken. Die Erzeugnisse verkauft er ab Hof sowie in Geschäften vorwiegend im Raum Dresden. „Es ist aber nicht so, dass bei uns immer die Sonne scheint. Wir haben auch Probleme zu bewältigen. Das schaffen wir im Team“, sagt Bernhard Steinert. Der Landwirt ist jedenfalls angekommen in Cunnersdorf, in seinem Traum vom Leben im Einklang mit der Natur.