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Auf dem Gipfel

Das Gasthaus „Zum Landberg“ bei Herzogswalde feiert 30-jähriges Jubiläum. Die Zeichen stehen gut, dass es noch lange weitergeht.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Tobias Winzer

Herzogswalde. Dieser Ausblick ist der Hammer. Weite Getreidefelder wechseln sich mit kleinen Wäldchen ab. Dem Gasthof zu Füßen ist Herzogswalde gut zu erkennen. Weiter rechts taucht Wilsdruff auf. „Und an klaren Tagen kann man deutlich das Moritzburger Schloss sehen“, sagt Steffi Nitschke, die Inhaberin des Gasthauses Zum Landberg. „Ich kann mir fast nichts Schöneres vorstellen.“

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Für die 53-Jährige ist das Gasthaus seit 30 Jahren Arbeitsplatz und Wohnhaus zugleich. Am Wochenende feiert sie mit einem Fest das runde Jubiläum.

Dabei fing vor drei Jahrzehnten alles mit einem Unglück an. Der Vater von Steffi Nitschke hatte das Gasthaus, das bereits Anfang des 19. Jahrhunderts erstmals als Wirtschaft erwähnt wurde, 1986 gekauft. Wegen einer schweren Krankheit musste er jedoch schon zwei Jahre später wieder aufhören. Er starb 1989. „Wir standen vor der Entscheidung, wie es nun weitergehen soll“, erinnert sich Steffi Nitschke. Die gelernte Köchin, damals 23 Jahre alt, hatte ein sechs Monate altes Baby und einen dreijährigen Sohn. Doch die Familie entschied sich, das Gasthaus trotzdem zu behalten. Steffi Nitschke wurde zur Landberg-Wirtin. Ihre Mutter und ihr Mann halfen mit. Die Oma passte auf die Kinder auf. Sogar die Gemeinde legte sich damals in Zeug, damit es mit dem Gasthaus auf dem Landberg weitergehen konnte. Ein Kindergartenplatz für Steffi Nitschkes Sohn wurde vorfristig organisiert. Und die Wirtin konnte schnell und unkompliziert ihren Führerschein machen, obwohl sie auf der Warteliste eigentlich ziemlich weit hinten stand.

In den Jahren nach der Wende hat die Familie das Gasthaus Stück für Stück umgebaut. Aus einem Plumpsklo wurden moderne Toiletten. Die Küche wurde modernisiert. „Es gibt immer etwas zu tun“, sagt Steffi Nitschke, deren Arbeitstag meistens gegen 6.30 Uhr oder 7 Uhr beginnt und selten vor 21 Uhr beendet ist.

Das große Plus des Gasthauses sind offensichtlich der unglaubliche Ausblick und die Lage am Rand des Tharandter Waldes. Neben vielen Stammgästen zählen Wanderer, Radfahrer, Ausflügler und seit neuestem auch immer mehr Reiter zu den Gästen des Lokals. In der Küche setzt Steffi Nitschke seit jeher auf gutbürgerliche Gerichte. Der Renner sind die Sülze und der selbst gebackene Kuchen.

Dafür, dass es mit dem Gasthaus auf exakt 433 Metern über dem Meeresspiegel noch lange weitergeht, sind die Voraussetzungen bestens. Tochter Lydia ist nach der Ausbildung zur Hotelfachfrau und Stationen in Dresden vor neun Jahren in den elterlichen Betrieb zurückgekehrt und kümmert sich nun federführend um die Bewirtung der Gäste. Ihr Lebensgefährte, der gelernter Koch ist, schmeißt zusammen mit Mutter Steffi die Küche. „Das ist unser großes Plus, dass wir ein Familienbetrieb sind“, sagt die 30-Jährige.

Ihr Ziel ist es, das Gasthaus irgendwann einmal zu übernehmen und damit die Familientradition fortzuführen. „Das ist jedenfalls der Plan“, sagt die junge Frau mit einem Lächeln.

Am Wochenende wird das Jubiläum gefeiert, am Sonnabend ab 15 Uhr mit Kinderangeboten, einem Alleinunterhalter und später Tanz, am Sonntag ab 11 Uhr mit Charlies Mannen und Vogelschießen ab 14 Uhr.