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Auf Entdeckungstour im Nationalpark

Die Bildungsstätte Sellnitz hat ein neues Schulprogramm. Bei der Umsetzung hilft auch die Commerzbank.

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© Dirk Zschiedrich

Waltersdorf. Das hätten sich die Grundschüler der dritten Klasse aus Langebrück nicht träumen lassen, dass sie in der Sächsischen Schweiz gebannt die Geschichte des Minimums nacherleben können. Das „Minimum“, der kleinste Baustein des Lebens, erzählt den Kindern spannende Geschichten von seinen Reisen durch die Natur. Erst ist es im dunklen Stein gefangen, erlebt später eine magische Fahrt im Baum, gelangt auf das Gehörn eines Rehs und muss aufpassen, dass es nicht vom Greifvogel geschnappt wird. Schließlich findet es sich auf dem Waldboden wieder und hätte Lust, den Kreislauf gleich noch mal zu erleben. Dennoch ist es auch neugierig, was seine Brüder erlebt haben und ob die vielleicht auch den Kreisläufen der Natur gefolgt sind.

Das ist Teil der Schulkassen-Erlebnisprogramme, die der Nationalpark Sächsische Schweiz die Kinder- und Jugendbildungsstätte „Sellnitz“ anbietet. Letzteres ist ein Dreiseithof am Fuße des Liliensteins bei Waltersdorf gelegen. „Seit Saisonbeginn im April erlebten schon zahlreiche Klassen die Spiele, Erzählungen und Abenteuer auf den Wanderungen im Nationalpark und beim Durchstreifen der schönen Landschaft“, sagt Margitta Jendrzejewski, Sachgebietsleiterin Naturbildung des Nationalparks. Diesmal sind Kinder aus Langebrück unterwegs.

Hilfreich für berufliche Orientierung

Damit die Kinder den Abenteuern vom „Minimum“ gut folgen können, unterstützen auch dieses Jahr Commerzbank-Umweltpraktikanten die Naturerfahrungsprogramme. Dazu tauschen junge Studierende ihren Platz im Hörsaal für einige Monate mit der Natur des Nationalparks. Dabei wurde auch viel gelaufen, denn neben der Vermittlung der Spieletheorien und Nationalparkphilosophie es ist genauso wichtig, das unmittelbare Umfeld sowie die Geländebeschaffenheit und -strukturen kennenzulernen, heißt es vom Nationalpark.

Die Commerzbank sponsert seit 26 Jahren die Unterkunft der Praktikanten und zahlt diesen ein Taschengeld von 250 Euro monatlich. In diesem Jahr unterstützt das Unternehmen auf diese Weise Alina Mohn und Florian Richter. Sie stammt aus Münster und studiert derzeit Forstwissenschaften an der TU Dresden/Außenstelle Tharandt. „Ich möchte gern praktische Erfahrungen sammeln und an einem Ort leben, wo ich viel lerne und ich mich mit meinen Interessen, Erfahrungen und Kompetenzen gezielt einbringen kann“, sagt Alina Mohn. Für ihre Arbeit in der Bildungsstätte Sellnitz bringt sie nicht nur forstliche Fachkenntnisse mit, sondern auch schon jede Menge Erfahrung im Umgang mit Kindern und Bildung: Sie leitete Gruppenstunden in einer evangelischen Gemeinde sowie bei den Pfadfindern und leistete einen einjährigen Freiwilligendienst in Nicaragua ab.

Florian Richter ist in Görlitz aufgewachsen, hat seinen Bachelor in Biologie von der Universität Leipzig schon in der Tasche. Vor dem Masterstudium wollte er sich beruflich noch mal orientieren. „Ich möchte speziell in den Bereichen Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit Erfahrungen sammeln“, sagt Richter.

Das Commerzbank-Umweltpraktikum gibt es seit 1990. Seit Gründung des Nationalparks engagiert sich die Bank auch in der Sächsischen Schweiz. Deutschlandweit haben so schon mehr als 1 400 Praktikanten in verschiedenen Schutzgebieten Orte für ihr Engagement gefunden. (SZ)

Die Bewerbung um einen Praktikumsplatz ist ausschließlich online möglich.