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Auf nach China

Schüler des Goethe-Gymnasiums reisen in die Volksrepublik. Im Internet wollen sie über ihre Erlebnisse berichten.

© Daniel Schäfer

Von Dirk Schulze

Sebnitz. Das Ziel liegt rund 7 000 Kilometer Luftlinie entfernt, die Anreise dauert insgesamt fast 24 Stunden – die Dimensionen sind schon ein wenig anders als bei einer gewöhnlichen Klassenfahrt. Neun Schülerinnen und zwei Pädagogen des Goethe-Gymnasiums Sebnitz haben sich am Freitagmorgen auf den Weg nach China gemacht. Sie wollen nach Lanzhou. Die Großstadt im Nordwesten Chinas, am Oberlauf des Gelben Flusses, hat zwischen drei und vier Millionen Einwohner und liegt etwa drei Flugstunden von Peking entfernt.

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Die Zehnt- und Elftklässler in Begleitung von Fachlehrerin Ines Wehner und Schulleiter Andreas Seltmann wollen dort eine neue Schulpartnerschaft besiegeln. Angestoßen wurde das Projekt von einer Lehrerin der dortigen Fremdsprachenschule, die im vergangenen November über ein Austauschprogramm für drei Wochen am Goethe-Gymnasium zu Gast war. Vor ihrer Rückkehr nach China stellte sie die Idee einer Schulpartnerschaft mit gegenseitigen Besuchen in den Raum – und Ines Wehner ergriff die Gelegenheit. „So eine Chance bekommt man nicht wieder geboten. Die müssen wir nutzen“, sagt die Lehrerin, die in Sebnitz Mathe, Geografie und Informatik unterrichtet. Nach Vorstellung und Diskussion im Schülerrat begann sie, die Reise zu organisieren. Es handelt sich dabei um ein zusätzliches Angebot. Abgesehen von 100 Euro Zuschuss vom Pädagogischen Austauschdienst müssen die Eltern das Geld für die Flüge selbst aufbringen. „Jeder Auslandsaufenthalt bildet und eröffnet neue Horizonte“, sagt Ines Wehner, die zuvor schon mit Schülergruppen in Vietnam unterwegs war.

Im China werden die Schüler bei Gastfamilien wohnen und einen Einblick in den dortigen Schulalltag bekommen. Der unterscheidet sich durchaus von dem in Deutschland. Alles ist viel stärker durchstrukturiert und auf die weitere Laufbahn ausgerichtet, erklärt Ines Wehner. An den regulären Unterricht schließen Nachhilfekurse an. Um an einer Hochschule studieren zu dürfen, müssen die Jugendlichen eine Aufnahmeprüfung bestehen, von deren Ergebnis auch das Studienfach abhängt. Auch die Dimensionen sind andere als in der Sächsischen Schweiz. Die Fremdsprachenschule in Lanzhou besuchen rund 1 700 Schüler, rund 140 von ihnen lernen Deutsch, die Klassen sind etwa doppelt so groß wie hierzulande.

Die knapp zweiwöchige Reise ist der Auftakt für die deutsch-chinesische Schulpartnerschaft. Wenn alles klappt wie erhofft, folgt in einem Jahr der Gegenbesuch, bei dem die Sebnitzer Gymnasiasten dann die Gastgeber sind.

In einem eigens eingerichteten Blog wollen die Schüler und Lehrer möglichst täglich von ihren Eindrücken berichten.