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Protest bei Flüchtlingsankunft

Hunderte Flüchtlinge kommen in Freiberg mit dem Zug an. Hunderte Demonstranten versammeln sich spontan am Bahnhof - und sorgen mit Sitzblockaden und verbalen Streitigkeiten für eine aggressive Stimmung.

© dpa

Freiberg. Die Ankunft eines Flüchtlingszuges hat in Freiberg (Kreis Mittelsachsen) zu einer aufgeheizten Stimmung geführt. Rund 200 Polizisten waren am Sonntagabend im Einsatz, um etwa 400 Demonstranten unter Kontrolle zu halten, wie ein Behördensprecher mitteilte. Die Menschen versuchten demnach durch Sitzblockaden, die Busse mit Flüchtlingen vom Wegfahren zu hindern. Auch hätten einige die Busse sowie Polizeiwagen mit Lebensmitteln, etwa Äpfeln, beworfen.

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Rund 200 Polizisten waren im Einsatz, um etwa 400 Demonstranten unter Kontrolle zu halten. © dpa
Am Sonntagabend waren 721 Asylbewerber in Freiberg angekommen. © dpa
Sie wurden in Bussen nach Leipzig und Dresden gebracht. © dpa

Die Demonstranten hätten sich vor der Ankunft des Sonderzuges aus Passau gegen 18.00 Uhr am Bahnhof versammelt. In den sozialen Netzwerken sei spontan zu der Versammlung aufgerufen worden, sagte der Sprecher. Die Menschen seien primär normale Bürger gewesen, aber auch Rechtsorientierte seien darunter gewesen.

Mit Sitzblockaden hätten einige Demonstranten versucht, die Busse mit Flüchtlingen am Abfahren zu hindern. „Wir mussten die Blockaden auch mit einfacher körperlicher Gewalt auflösen“, sagte der Sprecher. Dabei seien drei Polizisten leicht verletzt worden. Weitere Verletzungen habe es an dem Abend den Kenntnissen nach keine gegeben.

Auch rund 50 Gegendemonstranten hätten sich vor dem Bahnhof versammelt. Zwischen den beiden Seiten habe eine aufgeheizte und aggressive Stimmung geherrscht, es habe heftige verbale Streitereien gegeben. „Es ist aber nicht zur Eskalation gekommen“, sagte der Sprecher. Körperliche Auseinandersetzungen habe es keine gegeben, da die Polizei beide Seiten von einander trennen konnten.

Am Sonntagabend waren 721 Asylbewerber in Freiberg angekommen. Sie wurden in Bussen nach Leipzig und Dresden gebracht. Der Abtransport vom Bahnhof habe sich wegen der Versammlung und vor allem der Sitzblockaden verzögert; rund zweieinhalb Stunden nach der Ankunft des Zuges sei der letzte Bus abgefahren. Danach habe sich die Versammlung aufgelöst. (dpa)