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Auge in Auge mit dem Papageitaucher

In Pulsnitz bietet eine Fotoausstellung Vögel, Säugetiere und Pflanzen in Nahaufnahme – ein Ausstellungstipp für März.

© Dirk Synatzschke

Von Irmela Hennig

Pulsnitz. Glatt und geschniegelt sieht er aus, der Kopf des Papageitauchers. Findet Sabine Schubert. Die Vorsitzende vom Verein Rietschel-Kulturring in Pulsnitz hat den Vogel mit dem markanten roten Schnabel in den Kultursaal des Pulsnitzer Schlossklinikums geholt. Dort hängt er nun. Zusammen mit Blaukehlchen und Kranich, Moorschneehuhn und Austernfischer, Bärenmutter und äsendem Elch in einer Sonderausstellung.

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„Naturfotografie“ heißt sie und zeigt Bilder von drei Oberlausitzern, die seit Jahrzehnten auf diesem Gebiet aktiv sind. Und die inzwischen die zehnte Schau für den Kulturring bestreiten. Zu ihnen gehört der Pulsnitzer Dirk Synatzschke. Der diplomierte Forstingenieur ist Experte für die Königsbrücker Heide und Mitarbeiter für Gebietsentwicklung in diesem Naturschutzgebiet. Für die aktuelle Schau hat er aber, wie die beiden anderen Fotografen, Arbeiten ausgewählt, die in Skandinavien entstanden sind. Denn das ist das Motto der Ausstellung. Und dort, zum Beispiel auf der norwegischen Vogelinsel Runde, lebt auch der von ihm festgehaltene Papageitaucher.

Dirk Synatzschke, der frühere Anlagenmonteur Günter Fünfstück aus Bischofswerda und Gernot Engler, der auch in der Königsbrücker Heide arbeitet, sich als Fotograf aber auf Skandinavien spezialisiert hat, sind nah dran an den Tieren und Naturschauplätzen. „Es sieht einfach aus, wenn man das Bild an der Wand betrachtet. Aber es ist nicht einfach“, sagt Sabine Schubert. Die Männer brauchen viel Geduld und Ruhe. Und müssen fit sein. 50 Kilogramm Gepäck haben sie durch skandinavische Nationalparks geschleppt und bei ihren Touren manchmal drei Tage lang keinen anderen Menschen getroffen. Die entstandenen Bilder sind nun aber auch nicht nur simple Tierdarstellungen. Sie bilden mit der Natur – mit vertrocknetem Laub, Grashalmen in Nahaufnahme, mit glitzernden Wassertropfen oder auch mit trüb-grauem Wolkenhimmel – ein kunstvolles Ganzes.

50 Mal Oberlausitzer Landschaft

Die Schau ist bereits die zweite des Kulturrings in diesem Jahr. Neun weitere sollen noch folgen. So präsentieren ab Mitte April 27 Künstlerinnen ihre Auseinandersetzung mit alten figürlichen Gießformen. Parallel wird eine Schenkung an den Ring präsentiert – der Verein erhielt 17 Zeichnungen und ein Ölgemälde von den Nachfahren des Malers Carl Lohse, der lange in Bischofswerda wirkte. Ab Juni geht es um „Die Oberlausitz im Landschaftsaquarell“ mit etwa 50 Werken noch lebender und verstorbener Kunstschaffender. „Das stellen wir gerade zusammen“, sagt Sabine Schubert. Sie bereitet im Geburtshaus des Bildhauers Ernst Rietschel zudem die Eröffnung eines Schaudepots vor. Am 14. April ist es soweit. Dort werden immer wieder auch Schenkungen an den Verein vorgestellt. Denn als Hüter, Pfleger und Aussteller von künstlerischen Nachlässen sei der Kulturring gefragt, sagt seine Vorsitzende.

„Naturfotografie“ in der Klinik Schloss Pulsnitz ist bis 13. Mai zu sehen, geöffnet sonntags 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung. Weitere Ausstellungen: Galerie Neun Görlitz, ab 6. März, „safety 1st“ mit Werken von Karoline Schneider; Findlingspark Nochten, 15. März, Start der Parksaison, Kulturfabrik Hoyerswerda, ab 9. März, „Architektur in Begegnung“, Fotografie von Jean Molitor und

Michael Kruscha; Stadtmuseum Cottbus, bis 29. April, „Cottbuser Dachbodenfund – Fotografien von Friedrich Seyberth“, Neues Schloss Bad Muskau, ab 4. März, „Beyond the river – Künstlerinnen im Dialog mit dem Muskauer Park“.