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August der Starke sollte daraus getrunken haben

Meissener Porzellan erzielt bei Auktionen Höchstpreise. Doch es gibt einen Wermutstropfen.

Meißner Porzellan ist immer wieder ein beliebtes Auktionsgut.
Meißner Porzellan ist immer wieder ein beliebtes Auktionsgut. ©  dpa

Meißen. Unter der Überschrift „Meissen geht immer“ hat Kunstmarkt-Experte Sebastian Preuss jetzt im Magazin Weltkunst eine Verkaufsbilanz für historisches Porzellan im vergangenen Jahr gezogen. Seinen Angaben zufolge habe sich der Markt vor allem im deutschsprachigen Raum stabilisiert. Sammler seien bereit, in ausgewählte Stücke vier- und fünfstellige Summen zu investieren. 

Im Zentrum des Interesses würden dabei Stücke aus Meissener Porzellan stehen. Allerdings sollten diese aus den Anfangsjahren der Manufaktur stammen und somit eine Aura von Authentizität versprühen, so als habe August der Starke sie selbst genutzt. Autor Preuss spricht von einem Zeitraum, der das frühe Böttgersteinzeug umfasst und bis etwa 1760 reicht.

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Als Beispiel nennt er ein aus 18 Teilen bestehendes Kaffee- und Teeservice von 1723 und 1724. Erschaffen wurde es von dem Porzellanmaler Johann Gregorius Höroldt. Dieser beeinflusste fast alle europäischen Porzellan- und Fayencemanufakturen. Er entwickelte zahlreiche heute als Klassiker geltenden Dekore, die nach wie vor original oder abgewandelt reproduziert werden. 190.000 Euro hat sich Sebastian Preuss zufolge ein Sammler das Service im originalen Reisekoffer kosten lassen.

Als weitere Belege für seine These führt der Kunstmarkt-Experte eine Sammlung von 44 Meissener Tabatièren an, welche für knapp 700.000 Euro neue Besitzer fand, oder einen Tafelleuchter des Schwanenservices von Graf Heinrich von Brühl, der für 60.000 Euro unter den Hammer kam. Selbst eine Neuauflage des Schwanenservices von 1976 habe noch 90.000 Euro erzielen können.

Auch die Manufaktur hat vor sieben Jahren versucht, im Markt für historisches Meissener mitzumischen. Mit dem Sammler Kurt Krockenberger aus der Nähe von Stuttgart stellte das Unternehmen rund 500 historische Stücke über seine Internetseite zum Verkauf. Experten kritisierten allerdings einige der Angebote als dubios. Das Portal verschwand schnell wieder aus dem Blick der Öffentlichkeit.