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Aus Interesse wird Verantwortung

Das Tierheim gibt es seit 25 Jahren. Das wurde beim Frühlingsfest gefeiert. Mario Becker war von Anfang an dabei.

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© André Braun

Von Sylvia Jentzsch

Ostrau. Neugier und ein Klassenkamerad weckten bei Mario Becker das Interesse für das Tierheim und den Tierschutzverein. Damals war der heutige Vereinsvorsitzende 14 Jahre alt. Für Tiere interessierte er sich schon immer. Das kannte er so von den Großeltern und Eltern. Doch als ein Mitschüler fragte, ob er nicht mit ins Tierheim kommen will, war bei Mario Becker das Interesse geweckt. „Zuerst haben wir vorwiegend Hunde ausgeführt. Damals gab es gerade einmal vier Zwinger.“

Mario Becker als Jugendlicher mit Kakadu Jacko.
Mario Becker als Jugendlicher mit Kakadu Jacko. © privat

Weil es dem Jugendlichen so gut gefiel, verbrachte er fast seine gesamte Freizeit im Tierheim. „Wenn Mario nicht zu Hause war, wusste ich genau, wo er ist. Das gemeinsame Abendbrot fiel grundsätzlich aus“ erzählte Mutter Martina Becker. Wenn die Familie etwas vorhatte, musste das beizeiten geplant werden, sodass Mario auch dabei sein konnte. „Erst hatte ich gedacht, es ist ein Strohfeuer. Doch die Begeisterung für das Tierheim hat sich bis heute nicht gegeben“, sagte Martina Becker. Weil es eine vernünftige Freizeitbeschäftigung war, unterstützte sie diese. Auch deshalb, weil es in der Schule und später in der Lehre klappte. Nur für ein weiteres Hobby nahm sich Mario Becker noch Zeit. Erst war er im Schulblasorchester und seit 1992 ist er bei den Original Jahnataler Blasmusikern dabei.

Auch später, als der Beruf als Industriekaufmann bei der Firma Mahrenholz ihm weniger Freizeit ließ, war Mario Becker für den Tierschutzverein und das Tierheim da. „Das war mir immer wichtig, deshalb habe ich es nie vernachlässigt“, so der Vereinsvorsitzende. Ab 1999 arbeitete er als Schatzmeister im Vorstand des Vereins. Seit zwei Jahren steht er an der Spitze. „Die Aufgaben haben sich geändert. Hunde führe ich keine mehr aus. Dafür muss ich jede Menge Bürokratie bewältigen und mit der Leiterin des Tierheimes Marlies Przybilla Behördengänge erledigen“, sagte Mario Becker.

Er ist mit der Arbeit der Mitarbeiter des Tierheimes sehr zufrieden. „Die machen einen richtig guten Job“, sagte der Vereinsvorsitzende. Am Nachmittag des Frühlingsfestes bedankten sich Mario Becker und Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) bei Marlies Przybilla für ihre Arbeit als Tierheimleiterin und langjährige Vorsitzende des Vereins.

Mario Becker nannte zur Eröffnung des Festes einige beachtliche Zahlen. So wurden bisher insgesamt etwa 6 000 Hunde, 8 000 Katzen und 2 500 Kleintiere aufgenommen und zum größten Teil wieder vermittelt. Das Team des Heimes bewirtschaftet 26 000 Quadratmeter Fläche. Dirk Schilling zollte den Tierschützern großen Respekt. Die Entwicklung des Vereins und des Tierheimes sei beispielgebend.

Auch das Frühlingsfest, das zum 23. Mal gefeiert wurde und sich großer Beliebtheit erfreut, hat sich entwickelt. Es ist zu einem Fest der Vereine mit vielen Attraktionen geworden.