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Ausverkauf in der Hofewiese

Im kommenden Frühjahr soll das ehemalige Ausflugslokal verkauft werden. Zur Versteigerung kamen vor allem Neugierige.

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Von Thomas Drendel und Tobias Winzer

Alles muss raus. Holzbänke, Stühle, Tische, einen Geschirrspüler, eine Kühlvitrine, ein Fahrrad und jede Menge Geschirr haben Nostalgiker und Schnäppchenjäger am vergangenen Freitag in der Hofewiese ersteigert. Das ehemalige Ausflugslokal am Rande der Dresdner Heide soll im kommenden Frühjahr verkauft werden. Die letzten Überbleibsel aus den Räumen hat die Stadt auf diese Art und Weise nun verkauft.

Auf besonderes Interesse stießen Tassen und Teller. „Mir geht es darum, ein Andenken aus der Hofewiese mitzunehmen. Viel ist ja nicht geblieben. Die drei Tassen sind doch ganz schön“, sagte Margitta Neumann, Inhaberin eines Imbisses in Langebrück. Auch Elfriede Damme, ebenfalls aus Langebrück, stöberte in den Schätzen. „Die wirklich guten Dinge sind offenbar schon vor der Versteigerung abhandengekommen. Ich kann mich erinnern, dass es Tassen gab mit der Aufschrift Hofewiese. Davon sehe ich keine einzige hier“, sagte sie.

Viele Langebrücker waren in erster Linie aber nicht wegen der Versteigerung gekommen, sondern um sich noch einmal in dem Haus umzusehen. Mit Wehmut schaute auch Doris Witomsky auf das Gebäude. „Es ist ein Elend, wie sehr die Anlage heruntergekommen ist.“ Als sie die Gaststätte noch betrieben hat, gab es Schlangen von Wartenden vor der Gaststube. „Das war nicht nur an den Wochenenden so. Auch in der Woche kamen viele Wanderer.“

Weniger wehmütig war Obergerichtsvollzieher Frank Nass. Er freute sich vor allem über die mehreren Hundert Euro, die mit der Versteigerung in die Dresdner Stadtkasse gespült wurden. Ein Stehtisch ging als Schnäppchen weg. Bei zehn Euro lag das Höchstgebot. Ein Heizpilz kostete nur 15 Euro, ein elektrischer Backofen zehn Euro. Heftig umkämpft war hingegen ein Rennrad. Erst bei 110 Euro war Schluss.

Richtig spannend wird es jedoch im nächsten Frühjahr. Dann soll die Immobilie ausgeschrieben werden. Der Kaufpreis wird unter 26 000 Euro liegen. Die notwendigen Investitionen in das Gebäude dürften die Millionengrenze überschreiten. Elektrik und Heizung müssten erneuert, eine Kläranlage muss gebaut werden.

Die Hofewiese war Ende März 2013 geräumt worden. Die damaligen Nutzer vom Verein Erster Sachsenbund zu Dresden mussten das Gelände nach einem Gerichtsurteil endgültig verlassen.