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Autoindustrie erwartet 2011 Absatzrekord

Bis Jahresmitte wurden in Deutschland Wagen gekauft wie nie. Dank hoher Preise für Benzin kaufen vor allem Amerikaner deutsche Autos.

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Berlin. Die deutschen Autohersteller stehen vor dem erfolgreichsten Jahr in ihrer 125-jährigen Geschichte. Bis Ende Dezember laufen 5,9 Millionen Neuwagen von den Bändern der inländischen Pkw-Werke, wie der Branchenverband VDA gestern in einer Schätzung ankündigte. „Das würde auch das Volumen des bisherigen Rekordjahres 2008 toppen“, sagte Verbandspräsident Matthias Wissmann. Nach dem boomenden Export zieht auch die Inlandsnachfrage mächtig an und wächst um mehr als zehn Prozent auf gut 1,6 Millionen Fahrzeuge.

Die boomende Autokonjunktur hat nach den schweren Jobverlusten der Jahre 2009 und 2010 auch den Arbeitsmarkt erreicht: Die Stammbelegschaft in der deutschen Autoindustrie wuchs um 13000 auf 718000 Mitarbeiter, wie Wissmann sagte. Zusätzlich würden mehr Zeitarbeiter beschäftigt.

Autoboom in China und USA

Ursache der guten Geschäfte ist der Autoboom in China, aber auch in anderen Schwellenländern wie Russland oder Indien. Dazu kommt, dass im gigantischen USA-Markt immer mehr Kunden zu deutschen Autos greifen: Im Juni legten die Deutschen dort um fast 22 Prozent zu. Wegen der hohen Benzinpreise greifen die Amerikaner häufiger zu Dieselfahrzeugen, von denen Mercedes, Volkswagen und BMW ein besonders umfangreiches Angebot haben. Im Inland machen sich offenbar die sinkende Arbeitslosigkeit und die jüngsten Lohnerhöhungen bemerkbar.

Im ersten Halbjahr haben die deutschen Hersteller im Inland rund drei Millionen Autos gebaut, fünf Prozent mehr als im Vorjahr das ist ein Höchststand. Die Kapazitätsauslastung beträgt 92 Prozent, die Auftragsbücher sind gut gefüllt.Der Autoexport stieg bis Juni um sechs Prozent auf 2,3 Millionen, die Auslandsbestellungen stiegen sogar um 13 Prozent. „Wir sind damit auch beim Export auf einem guten Weg zu einem neuen Höchststand“, sagte Wissmann. (dapd)