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Bauklötze und Lego halten den Rekord

Der Weihnachtsverkauf bei Döbelns Händlern ist dieses Jahr etwas ruhiger als sonst. Mancher kann nicht klagen.

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Von Bejamin Schuke

Mit aufmerksamen Blicken stöbern alte Herren und junge Damen zurzeit in den Spezialläden, um ausgefallene Überraschungen für ihre Liebsten zu finden. Heiko Fassbinder hat seinen Spielzeugladen in der Ritterstraße von seinem Urgroßvater geerbt und blickt zufrieden auf das Geschäftsjahr zurück. Trotz des Hochwassers im Sommer sieht es gut aus mit den Verkaufszahlen. In den Adventswochen zeigte sich, dass es eine gute Entscheidung war, den Fußboden komplett zu erneuern und ein paar Regale weniger aufzubauen.

„Wir haben viel Zuspruch bekommen. Unsere Kunden sind die wahren Helfer“, sagte er. Sandra Laudel verkauft seit 2009 hier und hat die Rettungsaktion noch gut in Erinnerung. „Nun ist es geräumiger und freundlicher für Behinderte geworden“, sagt sie. Am besten verkaufen sich zurzeit die klassischen Brettspiele, Lego und Babypuppen. „Und der sprechende Stift Tiptoi.“ Dieser erklärt Kindern, wie viel Milch eine Kuh im Jahr gibt oder aus welchen Teilen der menschliche Körper besteht.

Bei Mirko Wadewitz am Obermarkt 6, der ebenfalls Spielwaren anbietet, gingen Bastelsachen und kreatives Spielzeug am häufigsten über den Ladentisch. „Solche Dinge, bei denen die Kinder etwas zusammenstecken müssen und Holzspielwaren sind gefragt“, sagte der gelernte Industriemechaniker. Auch Bauklötze und Tierchen zum Hinterherziehen seien wieder im Trend. „Viele Großeltern kommen mit Zetteln und arbeiten die Wünsche der Kinder ab. Die kaufen zum Beispiel magnetische Schulmaltafeln mit Kreide.“ Seit Rossmann ebenfalls eine Spielwarenabteilung führt, sei es für den Leisniger schwieriger geworden. Als Werbeaktion hat er sich deshalb etwas Besonderes einfallen lassen. „Wir führen den Kunden am 28. Dezember alle Feuerwerke vor, die wir verkaufen. Die können dann Strichliste führen und das erwerben, was ihnen am besten gefallen hat.

Bei Bettina Illge, die 1999 den Laden „Trends in Leder“ am Niedermarkt 18 von ihrer Mutter übernahm, griffen wieder viele Kunden nach Reisetaschen. „Man kann nicht sagen, das eine oder das andere ging besser. Was gern gekauft wird, sind diese vierrädrigen Trollis, die aufrecht stehen“, sagte sie. Auch Schulrucksäcke mit verstellbarem Rückensystem und Bauchgurt konnte sie an den Mann – oder die Mutter bringen. Mitwachsend nennt sie die. „Wenn das Kind größer wird, kann man die Größe neu einstellen. Das sind ja Lasten, die die Kinder da mit sich herumtragen müssen.“ Wenn jemand noch keine Vorstellung davon hat, was er brauche, macht sie Vorschläge und fragt dann nach dem möglichen Preisrahmen.

Den Preisrahmen überlegt sich auch Torsten Schindler. Der 44-jährige Modelleisenbahnliebhaber stand am Samstag nachdenklich im ruhigeren zweiten Stock des Spielwarenladens Fassbinder und wusste nicht, ob er die Ludmilla-Lok mit oder ohne digitale Schnittstelle kaufen soll. „Mit ist besser. Damit kann man die Lastenregelung steuern. Sonst rast ein Zug, während der andere kriecht“, sagte er. „Der Kollege packt sich’s dann unter die Tanne und ist dann Weihnachten überrascht, was dort liegt“, witzelte Heiko Fassbinder.

„Das Weihnachtsgeschäft im Laden hat nicht stattgefunden“, sagte Rico Kretschel, Inhaber des Geschäftes Neue Tischkultur an der Johannisstraße. Über die Ursachen kann er nur spekulieren. „Vielleicht haben sich die Kunden nach dem Hochwasser Alternativen gesucht.“ Kretschel hatte seinen Laden schon vor dem Hochwasser deutlich verkleinert, weil der Versandhandel mittlerweile etwa 90 Prozent des Umsatzes ausmacht und er die Flächen brauchte.

Im 35 Quadratmeter großen „Lädchen“ sind die Artikel konzentriert, mit denen Kretschel in seinem Ladengeschäft wirklich Umsatz macht. Aber auch sämtliche anderen Waren des Händlers können dort gekauft werden. „Ein Springer bringt sie aus dem Lager und zeigt sie den Kunden“, erklärt Kretschel. Mittlerweile kaufen auch viele Döbelner im Internet und holen sich die Ware im Laden ab. Kretschel bietet Porzellan, Glas- und Haushaltswaren bis zu Kleinmöbeln in 18 Shops im Internet an. „Das Onlinegeschäft hat sich gut entwickelt“, sagt er.