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Baulärm in Kita hat bald ein Ende

In der Kita Apfelbäumchen beginnt diese Woche der zweite Bauabschnitt. Die Sanitäranlagen für die Krippenkinder sollen modernisiert werden.

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© Klaus-Dieter Brühl

Von Manfred Müller

Sacka. So hell ist es in einem Spielzimmer nur selten. Die Giebelseite des neuen Anbaus in der Kita „Apfelbäumchen“ ist fast komplett verglast, und an der Seite lässt ein Panoramafenster zusätzlich Licht in den Raum. Zwar fehlt noch eine Tür, aber die Kindergarten-Knirpse genießen es schon, hier drin und doch fast draußen im Grünen zu sitzen. Seit dem Frühjahr wird die Sackaer Kindertagesstätte erweitert. Auf der anderen Gebäudeseite ist ein zweiter Holzständer-Anbau als Personal- und Mehrzweckraum errichtet worden. „So etwas hatten wir bisher gar nicht“, sagt Leiterin Katrin Tanner. In der Kita an der Radeburger Straße werden zurzeit 55 Kinder betreut – vom Krippen bis zum Hortalter. Wenn der Bau abgeschlossen ist, werden es 67 sein. Von der Erweiterung profitieren vor allem Eltern, die Sprösslinge im Kindergartenalter haben. „Der Bedarf ist vorhanden“, erklärt Katrin Tanner. „Ich denke, wir werden schon im nächsten Frühjahr wieder ausgebucht sein.“

Zuerst nur Sanierung geplant

Eigentlich hatte die Gemeinde Thiendorf in ihrem Ortsteil Sacka zunächst nur die Sanierung der Sanitäranlagen geplant. Da aber die Kindereinrichtungen in der Kommune und im benachbarten Tauscha aus den Nähten platzen, beschloss sie auch eine Aufstockung der Kapazität. Im Hinblick auf die Eingemeindung von Tauscha, sei die Sackaer Kita außerdem sehr günstig gelegen, sagt Bürgermeister Dirk Mocker. Die Entscheidung wollte gut überlegt sein, denn zwischen 2003 und 2008 hat Thiendorf schon rund 300 000 Euro in die Sanierung der Sackaer Kita investiert. Nun kommen noch einmal 250 000 Euro hinzu, und die müssen komplett aus der Gemeindekasse bezahlt werden.

Die größte Herausforderung aber sind nicht die Finanzen, sondern der Umbau selbst. Denn der muss komplett bei laufendem Kita-Betrieb stattfinden. Deshalb dauert er auch mindestens ein Dreiviertel Jahr, was für die Kinder und für die Erzieherinnen einige Belastungen mit sich bringt. Der Spielplatz etwa konnte über lange Zeit nicht komplett genutzt werden. „Aber unser Planungsbüro hat das ziemlich gut im Griff“, sagt Katrin Tanner. „Eigentlich hatten wir es schlimmer erwartet.“

So sind zum Beispiel lärmintensive Arbeiten in die frühen Morgenstunden verlegt worden – bevor die Kinder in die Einrichtung gebracht werden. Und während des Mittagsschlafs ruhen sie komplett. Die Neukircher Baufirma Mieting sei da sehr rücksichtsvoll, so die Kita-Chefin. Um Platz zu schaffen, musste die große Kindergartengruppe für einige Zeit in ein anderes Gebäude umziehen, aber mittlerweile ist das Gros der Umbauten abgeschlossen, und der zweite Sanierungsabschnitt hat begonnen. Der betrifft nur noch den Sanitärbereich im Krippentrakt, wo altersgerechte Mini-Waschbecken und -toiletten eingebaut werden.

Wann genau die Arbeiten abgeschlossen sein werden, ist momentan noch nicht richtig abschätzbar – der durchgehende Betrieb erfordert da einige Kompromisse. Avisiert ist das Jahresende, aber wahrscheinlich wird die Kindertagesstätte bereits früher fertig sein. Durch die Eingemeindung von Tauscha verfügt Groß-Thiendorf nun über fünf Kindereinrichtungen: das Montessori-Kinderhaus in Ponickau, das Sackaer Apfelbäumchen, das Thiendorfer Kneipp-Kinderland, das Tauschaer „Spatzennest“ und die Kinderkrippe „Zwergenparadies“ in Dobra.

Durch eine kontinuierliche Investitionspolitik wurden in den vergangenen 15 Jahren nicht nur genügend Betreuungsplätze, sondern auch rundum modernisierte Räumlichkeiten geschaffen. Insgesamt sind mehr als zweieinhalb Millionen Euro in die Thiendorfer Kindereinrichtungen geflossen.