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Baum stoppt Radler

Der Froschradweg an den Ullersdorfer Teichen ist seit Wochen dicht. Das ärgert nicht nur Nieskyer. In Zodel wird gerade am Lückenschluss gebaut.

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© Jens Trenkler

Von Jens Trenkler

Mächtig gewaltig hätte sicher Egon Olsen beim Anblick dieser stattlichen Bäume gesagt. Doch so lustig ist diese Angelegenheit nun doch nicht. Bei einem Unwetter am 11. Juli dieses Jahres waren auf dem Froschradweg zwischen Niesky und Thiemendorf rund 30 zum Teil große Bäume bei einem Sturm entwurzelt worden und versperren nun seit über acht Wochen die beliebte Fahrradstrecke zwischen Badeteich und Großteich. Das mächtigste Exemplar hat dabei einen Umfang von rund vier Metern.

© SZ-Grafik

Durch das Umbrechen haben die Wurzeln die Straße teilweise aufgebrochen, berichtet Bürgermeister Horst Brückner. Die Kameraden der Feuerwehr Jänkendorf haben daraufhin die Straße voll gesperrt um die Sicherheit zu gewährleisten. Dieses Vorgehen ärgert nicht nur ortsfremde Fahrradtouristen. Auch Pedalritter aus dem Großraum Niesky wie Harald Socke sind empört. Wie er in einem Brief schreibt, wurde die Durchfahrt einfach gesperrt und es gibt keinerlei Umleitungsempfehlungen. Nach seiner Meinung wäre es an der Zeit, die umgestürzten Bäume endlich zu beseitigen und den Weg instand zu setzen. „Es gibt von den zuständigen Stellen offensichtlich keinerlei Aktivitäten, diesen Zustand abzustellen. Es ist einmal mehr zu erkennen, dass man für Fahrradfahrer in der Region wenig übrig hat. Auch die alten Ortsverbindungsstraßen zwischen den einzelnen Dörfern, die es schon immer gegeben hat, werden zusehends vernachlässigt“, schreibt Harald Socke.

Im Falle des betroffenen Radweges ist die Sache allerdings nicht so einfach, sagt Horst Brückner. „Ja es ist in der Tat ärgerlich, dass der Radweg derzeit nicht von den Touristen genutzt werden kann. Da das Ullersdorfer Teichgebiet Eigentum des Sächsischen Heimatschutzvereines ist und sich auf dem Gebiet der Gemeinde Waldhufen befindet, muss vor Beginn der Arbeiten die Finanzierung geklärt werden. Erst dann können wir die Aufträge für Beräumung und Instandsetzung auslösen“, so der Bürgermeister. Mit den Vertretern des Heimatschutzvereins habe es mehrere Gespräche gegeben. Erst müssen Vereinbarungen über die Kostenübernahme geschlossen werden, dann könne mit der Schadensbeseitigung begonnen werden, so Horst Brückner.

Bereits gebaut wird am Neiße-Radweg. Im Görlitzer Norden hat man am 18. August mit dem symbolischen Spatenstich den lang erhofften Lückenschluss begonnen. Somit kann jetzt der Radweg an den von Zodel kommenden Fernradweg über knapp drei Kilometer angeschlossen werden und die Attraktivität für Radfahrer im Ludwigsdorfer Ortsteil erhöht werden. Auch im Süden von Görlitz hat man in diesem Jahr in den Ausbau des Radwegenetzes investiert. In der Ortslage Leuba klaffte lange Jahre eine Lücke und die Radfahrer mussten auf die stark frequentierte Bundesstraße 99 ausweichen. Da diese Strecke auch von vielen Lastwagen genutzt wird, war die Nutzung gerade für Radfahrer mit Kindern sehr gefährlich. Diese Lücke ist nun geschlossen und der Neißeradweg von Zittau bis Görlitz durchweg nutzbar. 750 Meter des 2,50 breiten Radweges verlaufen auf dem Hochwasserschutzdamm, 900 Meter sind ein vollständiger Neubau. Für die Querung des Mühlgrabens wurde eine 24 Meter lange Holzbrücke montiert.

Auch Niesky hat kürzlich die Sicherheit der Radfahrer verbessert. Im April konnte der neu erbaute Radweg zwischen Niesky und Ödernitz freigegeben werden. Der Wunsch nach einem sicheren Weg zwischen der Stadt und dem Ortsteil entstand kurz nach der Wende. Kinder nutzen den Streckenabschnitt als Schulweg.

Am Froschradweg sind neben der Beseitigung der Bäume auch Tiefbauarbeiten nötig. So manche Wurzel hat den Weg förmlich aufgerissen und unbefahrbar gemacht. Auf eine Tour auf dem Froschweg müssen Radler aber nicht komplett verzichten. Schließlich bietet der Rundkurs durch die Heide- und Teichlandschaft und das Lausitzer Seenland auf rund 260 Kilometern viele weitere Möglichkeiten. Den kompletten Rundkurs bewältigen die Fahrradtouristen ohnehin nicht in einer Etappe.