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Baustart für neue Siedlung

An der Boderitzer Straße in Bannewitz entstehen mehr als 60 Häuser. Schon 2017 sollen die ersten Familien einziehen.

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© K.-L. Oberthür

Von Stephan Klingbeil

Bannewitz. Die Stadt wächst. Mit der neuen Siedlung „An der Boderitzer Straße“ kommen weitere Einwohner zu den bisherigen rund 10 500 Menschen hinzu, die in der Gemeinde leben. Laut Bürgermeister Christoph Fröse (parteilos) seien 11 000 das Ziel.

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Die neue Siedlung, die nun an Bundesstraße B 170/Ecke Boderitzer Straße aus dem Boden gestampft wird, ist ein großer Schritt dorthin. Zwei Jahre nach den ersten Investorengesprächen der Gemeinde über den Bau der Siedlung erfolgte am Freitagnachmittag der offizielle erste Spatenstich.

Es hat etwas gedauert, jetzt wird auf dem rund 60 000 Quadratmeter großen Areal gebaut. Ursprünglich wollte sich auf dem einstigen privaten Ackerland der Verpackungsspezialist Theegarten-Pactec aus Dresden ansiedeln. Gegen die Baupläne machte die Bürgerinitiative „Für ein modernes Bannewitz“ mobil. Das Unternehmen entschied sich letztendlich im Herbst 2013, in der Landeshauptstadt zu bleiben. Danach suchte die Gemeinde nach anderen Nutzungskonzepten. Sie wurde fündig.

Nun fällt der endgültige Startschuss. Archäologen, die zuletzt auf dem Baufeld aktiv waren, sind abgezogen. Bei vorherigen Ausgrabungen im Zuge des geplanten Ausbaus der B 170 hatten sie Keramik aus Bronzezeit entdeckt. Auf dem neuen Baufeld ist aber nichts Bedeutendes gefunden worden.

Die rund 1,5 Millionen Euro teuren Erschließungsarbeiten beginnen in der kommenden Woche. Rohre werden verlegt, die Straßen durch die Siedlung werden gebaut. „Bis zum Frühjahr wollen wir damit fertig sein“, erklärt Jan Hausdorf, dessen Großenhainer Firma Karl Riemer Straßenbau mit der Erschließung des Areals beauftragt ist.

Spätestens ab dem Frühjahr 2017 sollen die ersten Häuser entstehen. Geplant ist, dass die ersten Familien in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres einziehen.

Alle Einzelgrundstücke vergeben

Das komplette Bauvolumen beträgt etwa zehn Millionen Euro, sagt Steffen Hallmann Geschäftsführer der Eureka Grundbesitzgesellschaft aus Dresden. Seine Firma übernimmt die Logistik für die Investoren von der Dresdner Cortez Projektentwicklungsgesellschaft. Aktuell plane das Unternehmen auf dem Areal mit 59 Einfamilienhäusern. Hinzu kämen definitiv fünf Mehrfamilienhäuser. Tiefgaragen und Fahrstühle sind dann ebenfalls vorgesehen.

„Alle Einzelgrundstücke sind schon vergeben“, erklärt Hallmann. Aber es seien an der B 170 „noch Mischflächen übrig“. Dort sollten Büroräume entstehen. Nun werde das Areal aber wohl als Wohnfläche angeboten. „Vielleicht können wir noch Interessenten glücklich machen“, sagt Hallmann.

Die Gemeinde zahlt laut Fröse zunächst nichts für den Siedlungsbau, trägt aber später die Kosten für Winterdienst, Beleuchtung der Straßenlaternen und anderes. Mietkosten für die neue 2,2 Millionen Euro teure Kita auf der 3200 Quadratmeter großen Fläche am südlichen Ende des Baugebiets kommen ebenfalls hinzu (SZ berichtete). Träger ist die Thüringer Sozialakademie, die dann auch Bauherr sein wird.

Bis Anfang August 2017 muss die achte Kita der Gemeinde stehen. Insgesamt 105 Betreuungsplätze sind vorgesehen. „Hier ticken die Uhren etwas anders als an anderen Orten im Kreis“, sagt Vize-Landtagspräsidentin Andrea Dombois (CDU) vor dem ersten Spatenstich. „Hier gibt es keine Entvölkerung, das Gegenteil ist der Fall.“ Bannewitz könne man nicht unbedingt zum ländlichen Raum zählen. Doch die Nähe zu Dresden mit Lage im Grünen sei attraktiv.

„Im Speckgürtel von Dresden ist der Zuzug fast ein Selbstläufer, allerdings kommt der Zuzug nicht von allein. Das hängt auch damit zusammen, dass es einen engen Draht zwischen Gemeinde und Landratsamt gibt“, ergänzt Landrat Michael Geisler (CDU). „Der Kreis steht insgesamt zumindest in den nächsten zehn Jahren gut da, neben Meißen ist unsere Region sicher die einzige, die von der Nähe zu Dresden profitiert und einen Bevölkerungszuwachs hat.“