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Bautzen: Osterweg-Sanierung wird teurer

Die Arbeiten am Bautzener Osterweg sollen 275.000 Euro mehr kosten als geplant. Woran das liegt und woher das Geld dafür kommen soll.

Der Osterweg an der Bautzener Ortenburg muss saniert werden. Das steht schon seit Längerem fest. Die Arbeiten kosten aber deutlich mehr als geplant.
Der Osterweg an der Bautzener Ortenburg muss saniert werden. Das steht schon seit Längerem fest. Die Arbeiten kosten aber deutlich mehr als geplant. © Archiv: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Das Ergebnis ist einstimmig und doch knapp: 15 Stadträte und Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) haben bei der Sondersitzung des Bautzener Stadtrates am späten Donnerstagnachmittag der „überplanmäßigen Auszahlung“ für die Sanierung des Osterwegs an der Ortenburg zugestimmt. Hätte sich nur ein Stadtrat weniger zur Sondersitzung eingefunden, wäre dieser nicht beschlussfähig gewesen.

So allerdings kann es nun ohne weitere Verzögerung bei der Sanierung des Osterweges weitergehen: Entlang des nördlichen Teils sollen die Treppenanlage und angrenzende Stützmauern saniert, die Oberflächenentwässerung erneuert sowie die Beleuchtung erweitert werden. Laut Stadtverwaltung ist die Verkehrssicherheit auf dem Weg nicht mehr gewährleistet.

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Im Mai war noch von 600.000 Euro Kosten für die Bauarbeiten die Rede. Doch jetzt werden sie deutlich teurer: 275.000 Euro mehr sollen sie kosten, das ergab die Ausschreibung. Deshalb musste der Stadtrat erneut entscheiden - und extra trotz Urlaubszeit zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

Kran verursacht Mehrkosten für den Osterweg

Dr. Manuel Hentschel, Leiter des städtischen Hoch- und Tiefbauamtes, erklärte den Räten, wie es zu dieser Erhöhung gekommen. „Die Angebote haben uns aufgeschreckt. Vor allem die Kranlogistik ist deutlich höher angesetzt als in unseren eigenen Planungen.“ Doch die übliche Krantechnik könne aufgrund der schwer zugänglichen Hanglage nicht genutzt werden. „Die Kosten sind 16-mal höher als in unseren Kalkulationen“, erklärte der Amtsleiter.

Das habe vor allem mit dem Auf- und Abbau sowie dem Transport des Krans zu tun. Zudem sei die Nachfrage nach entsprechender Krantechnik aktuell hoch, was generell zu erhöhten Preisen führe. Die Stadt will nun die Firma, die das günstigste Angebot abgegeben hat, beauftragen, damit die Arbeiten in Kürze beginnen können.

Immerhin, so Manuel Hentschel, müsse die Stadt lediglich 6.700 Euro Eigenanteil für die Mehrkosten aufbringen. Der Rest seien Fördermittel. Das sei auch der Grund für die Sondersitzung mitten in der Sommerpause, wie Baubürgermeisterin Juliane Naumann erläuterte. Denn die Stadt müsse die Fördermittel jetzt abrufen. „Wenn wir sie jetzt nicht in Anspruch nehmen, bekommen wir sie 2022 nicht garantiert in derselben Höhe. Und wenn wir nicht rechtzeitig abrechnen, würden wir Zinsen zahlen.“

Teuerung wirkt sich auch auf ein anderes Vorhaben aus

Die Finanzierung dieser Mehrausgaben hat nun auch Auswirkungen auf eine andere bislang geplante Baustelle in Bautzen. Denn die 6.700 Euro Eigenmittel, welche die Stadt nun zusätzlich für den Osterweg aufbringen muss, waren eigentlich für die Dresdener Straße bestimmt. Die Stadt wollte stadtauswärts auf der rechten Seite der Dresdener Straße einen Gehweg bauen. Dieser sollte sich zwischen dem „Netto"-Markt und dem Alten Schmoler Weg erstrecken, um die Situation für Fußgänger zu verbessern. Pläne dafür gibt es bereits seit über zwei Jahren.

Doch laut Stadtverwaltung kann dieses Vorhaben aus verschiedenen Gründen so nicht umgesetzt werden. „Der öffentliche Raum reicht nicht aus, um einen regelkonformen Gehweg anzuordnen“, erklärt die Verwaltung. Es müssten Flächen von Anliegern gekauft werden, oder der Gehweg müsste verlegt werden. Man habe mit den Eigentümern aber keine Übereinkunft zum Grundstückserwerb oder zu einer Verlegung näher an ihre Gebäude gefunden, fügt die Verwaltung hinzu.

Zudem seien die Kosten für Grunderwerb und die Bauarbeiten im aktuellen städtischen Haushalt nicht berücksichtigt. Deshalb werde diese Planung nicht weiterverfolgt. Dennoch soll an der Dresdener Straße etwas für die Fußgänger getan werden: Gebaut werden soll nun eine Querung in Höhe des Küchenstudios und des Aldi-Parkplatzes, und zwar laut Stadt „mit den vorhandenen Mitteln“.

Dazu werde der aus dem Alten Schmoler Weg kommende Gehweg bis an den vorhandenen Baum verlängert und die gegenüberliegende Grünfläche gepflastert. Dort, wo sich jetzt die Linksabbiegerspur in den Alten Schmoler Weg befindet, soll eine Querungsinsel installiert werden.

Damit kämen Fußgänger sicherer über die Straße, wovon etwa die Schüler der Daimler-Oberschule profitieren. Ebenso könne der „Expert"-Markt auch von der Südseite der Dresdener Straße über die Querung besser erreicht werden. Der Bau sei beauftragt und solle noch in diesem Sommer umgesetzt werden.

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