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Bautzens neuer Skatepark ist eröffnet

Im Stadtteil Gesundbrunnen lädt eine neue Anlage ab sofort zum Ausprobieren ein. Für das Areal drumherum gibt es noch mehr Ideen.

Von Lucy Krille
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Marcus Döring vom Skate-Verein „Bautzen rollt“ probiert die Bowl aus, das Herzstück des neuen Skateparks im Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen. Am Mittwoch wurde die Anlage freigegeben.
Marcus Döring vom Skate-Verein „Bautzen rollt“ probiert die Bowl aus, das Herzstück des neuen Skateparks im Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen. Am Mittwoch wurde die Anlage freigegeben. © Steffen Unger

Bautzen. Marcus Döring rollt lässig an den Wänden der neuen Bowl im Bautzener Skatepark herunter. Als wären seine Sneaker am Skateboard festgeklebt, führt der Skater vom Verein „Bautzen rollt“ Tricks in dem Herzstück der Anlage vor. Der neue Skatepark im Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen wurde am Mittwoch nach einem halben Jahr Bauzeit freigegeben.

Ein Skatepark für Anfänger und Profis

Toni Lange, Sozialarbeiter im Mehrgenerationenhaus und Skater, freut sich über die Vielfältigkeit der Anlage. „Rings um die Bowl gibt es Elemente, die auch für Anfänger geeignet sind“, sagt er. Eine halbe Halfpipe oder runde Hindernisse aus Beton seien für Skater, BMX-Fahrer und Scooter bestens geeignet zum Ausprobieren, da sie relativ flach sind.

Aber auch für Profis gebe es beispielsweise mit der Treppe gute Möglichkeiten. Die Planung des Parks hatte das Architekturbüro „Endboss“ übernommen, das schon in vielen Großstädten Anlagen geplant hat. Toni Lange gefällt, „dass der so Park weitläufig ist“.

Für die Mobile Jugendarbeit ist der Skatepark Gold wert, findet Sozialarbeiter Benno Auras vom Verein ProChance. „Dadurch haben wir einen guten Anlaufpunkt, wo wir mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen und unterstützen können“, erklärt Auras. Er beobachte einen guten Zusammenhalt in Gesundbrunnen. „Die Eröffnung des Skateparks hat sich schnell rumgesprochen“, erzählt er lachend. Er versteht die Freude der Kinder und Jugendlichen. „Sie haben ihren Platz wieder.“

Der Zeitplan wurde eingehalten

Früher gab es auf dem Areal bereits einen Skateplatz, der aber marode und nicht mehr sicher war. Schon lange forderten Skater einen Neubau. Im Herbst 2020 bewilligte der Stadtrat letztendlich die Gelder für einen neuen Skatepark.

Die Stadt übernahm ein Drittel der Kosten, die insgesamt 44.000 Euro betrugen. Den Rest steuerten der Bund und der Freistaat bei. Die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft (BWB) übernahm das Projekt als neuer Eigentümer und ging in einen intensiven Austausch mit den Skatern von „Bautzen rollt“ und der mobilen Jugendarbeit. „Die Anlage wurde auch von den Jugendlichen mit geplant“, freut sich Benno Auras.

Im Sommer begann die Firma See aus Niesky mit den Tiefbauarbeiten. Bereits zum Baustellenfest im Oktober waren dann die Ansätze für die Elemente sichtbar, die die Betonfirma „Goodcrete Construction“ gebaut hat. Der Bau konnte wie geplant noch dieses Jahr abgeschlossen werden.

Eröffnungsfeier soll nächstes Jahr stattfinden

Die BWB wollte dies eigentlich mit einer Eröffnungsfeier krönen, doch die wurde wegen der Corona-Pandemie nun auf das Frühjahr verschoben. Vielleicht sei dann auch ein erster Contest auf der Anlage möglich, die nun als attraktiv in der Skaterszene gilt, sagt BWB-Geschäftsführerin Kirsten Schönherr. Bis es soweit ist, können sich die Bautzener Skater, BMX- und Roller-Fahrer schon mal austoben, und das bis in die Abendstunden. Eine neue Flutlichtanlage leuchtet bis 20 Uhr.

Auch Basketballer können loslegen, allerdings fehlen noch die Linien auf dem Streetballfeld. „Sobald es witterungsbedingt möglich ist, werden die gezogen“, verspricht Schönherr. Nächstes Jahr soll noch ein Container kommen, der für Abstellzwecke oder zum Aufenthalt für die Skater und die mobile Jugendarbeit genutzt werden kann. Auch eine Begrünung sei noch geplant.

Die Beteiligten haben sogar noch weitere Pläne mit dem Gelände am Vorstau. „Wir sind gerade mit Dirtbike-Fahrern im Gespräch“, erzählt Benno Auras. Er kann sich vorstellen, die Fläche neben den Skatelementen als Strecke für die Biker zu nutzen, die mit ihren schweren Rädern Tricks auf erdigem Gelände üben.

Noch mehr Ideen für ein Erholungsgebiet am Vorstau

Die BWB sieht in dem Gelände in Gesundbrunnen schon länger Potenzial als Naherholungsgebiet, was auch die jungen Architekten aus dem Planungsbüro „Endboss“ bestätigen. Kirsten Schönherr träumt beispielsweise davon, den stadteigenen benachbarten Flachbau auf der Otto-Nagel-Straße für einen Bootsverleih und ein Café zu nutzen.

Sie kann sich vorstellen, gemeinsam mit der Landestalsperrenverwaltung, der die Grundstücke in dem Bereich gehören, einen Steg bis zum Vorstau zu errichten. „Dazu muss erst mit allen Beteiligten ein Konzept erstellt werden, um Fördermittel zu bekommen“, erklärt Schönherr. Demnächst sollen erste Gespräche stattfinden.