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So schick wird der neue Allende-Edeka

Um die Schließung des ehemaligen Marktes im Bautzener Allende-Viertel hatte es viel Wirbel gegeben. Bald soll ein Neuer öffnen – aber es gibt noch einiges zu tun.

Gerade gilt es, die Lampen einzubauen - und auch der Fußboden hat noch Lücken. Ein straffes Programm wartet auf Fabian Zellmer (l.), Betreiber des neuen Edeka-Marktes im Bautzener Allende-viertel, und Patrick Schreyer, den Marktleiter.
Gerade gilt es, die Lampen einzubauen - und auch der Fußboden hat noch Lücken. Ein straffes Programm wartet auf Fabian Zellmer (l.), Betreiber des neuen Edeka-Marktes im Bautzener Allende-viertel, und Patrick Schreyer, den Marktleiter. © Steffen Unger

Bautzen. Im Radio läuft Nenas Song „99 Luftballons“, nicht ganz im Takt wummert ein Gummihammer zu Boden. Abschnitt für Abschnitt presst ein Handwerker die Bodenplatten damit ineinander, die wie überdimensionierte Puzzle-Teile aussehen. Um ein ganz schön großes Puzzle geht es hier: Über 2.000 solcher Platten finden in den Räumen einen Platz.

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Noch ist es recht „nackig“ in den Hallen an der Hanns-Eisler-Straße im Bautzener Allende-Viertel. Aber schon bald sollen sich hier Äpfel und Birnen türmen, Mehl- und Müslipackungen aufreihen, Käse und Joghurt auf Kundinnen und Kunden warten. Denn am 2. August soll hier der neuen Edeka eröffnet werden. Damit das klappt, gibt es aber noch einiges zu tun für Marktbetreiber Fabian Zellmer und Patrick Schreyer, der den Markt leiten wird.

Graue Wände, dunkle Regale, Holzverkleidung

„Gerade haben wir den Boden eingeebnet“, berichtet Fabian Zellmer. Schwellen sind ausgeglichen, Barrieren entfernt worden. Die Decke in dem Markt ist neu gemacht worden, die Elektroleitungen sind ebenfalls bereits neu verlegt. Und die Wände riechen auch schon nach frischer Farbe. Sie sind jetzt dunkelgrau – ebenso wie die Teile des Fußbodens, die bereits verlegt wurden.

„Wir bauen dunkle Regale eine“, sagt Fabian Zellmer. „Das wirkt wertig und modern“, erklärt er. An vielen Stellen im Markt sollen außerdem Holzverkleidungen montiert werden. So an den Regalenden und an den Kassen. Gerade bauen die Arbeiter die Lampen in den Markt.

Separater Verkaufsraum für Getränke

Wie das alles aussehen wird, sieht Fabian Zellmer schon vor seinem inneren Auge. Zwar stehen noch keine Regale – aber er führt schon einmal die unsichtbaren Gänge entlang durch den Markt. „Wir haben den Markt einmal gedreht“, sagt er, während er geht. „Früher fiel der Blick als erstes auf die Kassen, das ist kein schöner Anblick. Wer künftig den Markt betritt, läuft erst einmal an Obst und Gemüse vorbei.“ Er geht durch die imaginäre Gemüse-Abteilung, deutet zu den Seiten und zählt auf: „Hier geht es dann zu Essig, Öl, weiter zu den Süßwaren.“ Wie ein L werden die Gänge angeordnet. All das befindet sich in einem kleineren Verkaufsraum am Eingang; rechts davon befindet sich eine größere Verkaufshalle. Dort warten dann Molkerei- und Tiefkühlprodukte auf die Kundinnen und Kunden.

Neu ist künftig, dass die Getränke in einem kleinen separaten Raum verkauft werden. Neu ist auch, dass es die Fleischtheke nicht mehr gibt. Wurst und Fleisch werden stattdessen in den Selbstbedienungstruhen angeboten; die Produkte werden aus dem Edeka-Fleischwerk in Mockritz geliefert.

Endspurt mit vielen Aufgaben

Noch dreieinhalb Wochen hat Fabian Zellmer Zeit, bis die Regale nicht mehr nur in seinen Gedanken – sondern in der Realität stehen sollen. Der Boden hat noch Lücken, es hängen noch nicht alle Lampen, die Fassade will der Marktbetreiber noch streichen. Die Räume für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Toiletten – all das will er noch neu machen in den nächsten Wochen. Ach, und ein neues Schild muss auch noch an den Markt. Immerhin: die Einkaufswagen sind schon da. Fabian Zellmer lächelt. „Ein gewisser Stress ist das, sicher, aber ich sterbe noch nicht an Herzinfakt. Es ist machbar“, ist er überzeugt.

In der kommenden Woche kommt der Ladenbauer. Der braucht etwa anderthalb Wochen, um alles zu montieren, erklärt Fabian Zellmer. Dann kommen die ersten Produkte an. „Wir räumen dann einmal den Markt mit allen besonders wichtigen Dingen ein“, erklärt er. Im zweiten Schritt werden dann die Lücken gefüllt. Frische Produkte, wie Obst und Gemüse, werden dann in der letzten Woche vor der Eröffnung geliefert.

Shuttleservice wird nicht genutzt

Gerade beschäftigt ihn aber auch noch etwas anderes. Als der Markt schloss, hatte es viel Sorge gegeben – vor allem von älteren Anwohnerinnen und Anwohnern. Der nächste Supermarkt sei weit weg, die Versorgungslücke ein Problem, hatten sie berichtet. Um die Zeit, in der der Markt geschlossen bleiben musste, zu überbrücken, hat Fabian Zellmer eine Lösung angeboten. Kostenlos können sich Kundinnen und Kunden aus dem Allendeviertel mit einem Shuttle-Bus zum Edeka Husarenhof, den ebenfalls Fabian Zellmer betreibt, bringen lassen. Zweimal täglich, um 10 und 15 Uhr, fährt der Bus vom Markteingang aus ab. „Bislang wurde das Angebot allerdings noch nicht genutzt“, berichtet er.

Warum das so ist? Fabian Zellmer zuckt mit den Schultern. „Wir geben dem Ganzen noch zwei Wochen eine Chance – sonst werden wir das Angebot wohl einstellen“, sagt er. Dennoch: Die Laune will er sich davon nicht verderben lassen. „Wir freuen uns, dass es bald losgeht“, sagt er. „Wir sehen hier jeden Tag, was sich bewegt – was sich verändert“, sagt er. „Das kann nur motivieren.“

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