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So geht’s dem Bautzener Handel nach dem Lockdown

Einkaufen geht wieder ohne Maske und andere Einschränkungen. Das sorgt für mehr Kunden in Bautzens Geschäften - aber manche sind verunsichert.

Uhrmachermeister und Juwelier Andreas Renger aus Bautzen freut sich, dass wieder mehr Menschen in der Stadt zum Einkaufen unterwegs sind.
Uhrmachermeister und Juwelier Andreas Renger aus Bautzen freut sich, dass wieder mehr Menschen in der Stadt zum Einkaufen unterwegs sind. © Steffen Unger

Bautzen. Einkaufen in Bautzen macht wieder mehr Freude. Wer im Kornmarkt-Center oder auf der Reichenstraße unterwegs ist, kann das seit einigen Wochen spüren. Die unzähligen Freisitze der Gastronomie tragen zur sommerlichen Leichtigkeit beim Bummeln bei – und natürlich der Wegfall von Corona-Beschränkungen.

Denn dank der Lage mit einer konstanten Sieben-Tage-Inzidenz unter zehn im Landkreis Bautzen ist Einkaufen hier nahezu frei von Beschränkungen möglich. Wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann, ist das Tragen einer Maske nicht nötig. Auch eine Testpflicht besteht nicht mehr. Dass es dem Handel aktuell wieder besser geht, hat aber noch andere Gründe, sagt Uhrmachermeister und Juwelier Andreas Renger in seinem Geschäft an der Ecke Reichenstraße und Hauptmarkt. „Es sind wieder mehr Touristen in der Stadt, die auch einkaufen. Das spürt man.“

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Auf der Bautzener Reichenstraße ist wieder mehr los - mehr Einheimische und auch Touristen kommen in die Innenstadt und nutzen auch gern die Freisitze der Gastronomie.
Auf der Bautzener Reichenstraße ist wieder mehr los - mehr Einheimische und auch Touristen kommen in die Innenstadt und nutzen auch gern die Freisitze der Gastronomie. © Steffen Unger

Zudem kämen auch die Bautzener wieder mit Freude am Einkaufen zurück in die Stadt, die noch vor Monaten wie leer gewesen sei. „Die Stammkundschaft ist sehr dankbar, dass man wieder da ist.“ Die Kombination aus einheimischen und ortsfremden Käufern zahle sich für sein Geschäft aus. Nun hoffe er, dass es so bleibt. Ähnlich sieht es Heike Basler, Filialleiterin in der Parfümerie Thiemann einige Läden weiter. „Gerade bei Parfüms ist das Einkaufen ohne Maske viel schöner.“

Unterschiedliche Regeln sorgen für Verunsicherung

Viele Kunden seien aber auch verunsichert, was das Tragen einer Maske betrifft. „Wer das tun möchte, kann es natürlich machen. Ich weise unsere Kunden darauf hin, dass es derzeit hier nicht notwendig ist.“ Aber durch das Hin und Her mit der Maskenpflicht in Dresden wüssten manche Kunden nicht, was gerade gilt. Hinzu komme, dass Touristen in ihren Heimatorten teils andere Corona-Regeln beachten müssen, weil dort die Lage eine andere sei.

Allein in den sächsischen Landkreisen gelten verschiedene Regeln. In den Städten Leipzig und Dresden sowie im Landkreis Leipzig gilt derzeit die Maskenpflicht beim Einkaufen. In der Stadt Chemnitz könnte sie bald kommen. Und auch in Bautzen gab es zuletzt Verwirrung um die Maskenpflicht in Supermärkten.

Ängstliches Verhalten mancher Kunden habe sie auch wahrgenommen, sagt die Verkäuferin eines Bekleidungsgeschäfts auf der Reichenstraße. Sie will lieber anonym bleiben und erklärt, dass sich das Einkaufserlebnis zwar erholt habe, aber noch nicht so unbeschwert sei wie vor der Corona-Pandemie.

Und wie wird es im Herbst weitergehen? Das fragt sich auch Kerstin Dohlich. Die Filialleiterin von „Süßes Rendezvous“ im Kornmarkt-Center spürt aber seit einiger Zeit wieder mehr Bewegung im Center und ein lebendigeres Einkaufsverhalten. „Es wird mehr gekauft, und es sind mehr Touristen in der Stadt.“

Bund und Länder wollen einen weiteren Lockdown vermeiden und haben schon mögliche Corona-Regeln für den Herbst vereinbart. Sie gelten ab dem 23. August und beinhalten etwa die 3G-Regel, nach der ausschließlich geimpfte, genesene oder getestete Personen Zutritt zu Veranstaltungen im Innern oder Einrichtungen erhalten sollen.

Stadt Bautzen plant verkaufsoffene Sonntage

Kornmarkt-Center-Manager Christian Polkow ordnet die aktuelle Lage im Center etwas positiver ein, „als man das im Frühjahr erwarten konnte“. Der Wegfall der Beschränkungen habe sich sofort positiv bemerkbar gemacht. „Ähnlich wie im vergangenen Jahr haben sich die Frequenzen und auch die Umsätze schnell wieder positiv entwickelt, auch wenn viele Geschäfte noch nicht wieder die Umsätze aus 2019 erreichen. Die allermeisten Händler haben inzwischen einen Großteil der Überbrückungshilfen erhalten, wodurch der Geschäftsbetrieb für viele mittelfristig gesichert ist.“

Trotzdem stehen derzeit fünf Geschäfte im Center leer. „Es handelt sich ausschließlich um kleine Flächen bis 50 Quadratmeter. Das ist überschaubar, und wir sind auch in zwei Fällen aktuell in vielversprechenden Gesprächen“, sagt Christian Polkow. Generell hoffe man im Handel auf Kontinuität, „das heißt: kein Lockdown und keine Testpflicht mehr in den Herbst- und Wintermonaten“. Im Optimalfall könnten auch Weihnachtsmärkte in den Innenstädten durchgeführt werden. „Mehr können wir uns im Moment nicht wünschen für den Einzelhandel“, fügt der Center-Manager hinzu.

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Auch die Stadt Bautzen sieht positive Effekte durch den Wegfall der Beschränkungen. „Wie es für den Handel weitergeht, hängt vom Verlauf der Corona-Pandemie und dem Umgang mit dieser ab. Flexible Händler reagieren, indem sie ihr stationäres Angebot um digitale Präsenz ergänzen“, erklärt die Stadtverwaltung. Um den Einzelhandel zu unterstützen, bereite die Stadt gerade „die rechtliche Grundlage für verkaufsoffene Sonntage vor“. Man sei „bestrebt, die individuellen innerstädtischen Angebote zu erhalten, die durch Einheimische und Gäste genutzt werden". (mit fs)

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