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Überflutungen in Jenkwitz: Jetzt soll eine Lösung her

Seit über einem Jahr fordern die Anwohner einer kleinen Straße einen zusätzlichen Abfluss fürs Regenwasser. Der könnte jetzt ganz schnell kommen.

Seit gut einem Jahr sammelt sich bei Regen das Wasser in einer Anwohnerstraße nahe der Jenkwitzer Ortsdurchfahrt. Nachdem Anwohner sich deshalb beschwert haben, will die Gemeindeverwaltung reagieren.
Seit gut einem Jahr sammelt sich bei Regen das Wasser in einer Anwohnerstraße nahe der Jenkwitzer Ortsdurchfahrt. Nachdem Anwohner sich deshalb beschwert haben, will die Gemeindeverwaltung reagieren. © privat

Kubschütz. Die Anwohner der kleinen Zufahrtsstraße Am Schweigerturm im Kubschützer Ortsteil Jenkwitz bekommen einen zusätzlichen Regenwasserabfluss. Weiteren Überschwemmungen in diesem niedrig gelegenen Straßenbereich im Ortszentrum - insbesondere bei Starkregenereignissen - solle damit künftig vorgebeugt werden. Das teilte Kubschütz' Bürgermeister Olaf Reichert (parteilos) auf Anfrage von Sächsische.de mit.

Demnach habe es am Montag einen Vor-Ort-Termin gegeben, an dem die Gemeindeverwaltung und eine Baufirma beteiligt gewesen seien. Das Ergebnis: "Es ist möglich, an der tiefsten Stelle der Straße Am Schweigerturm einen weiteren Regenwasserabfluss einzubauen und ans Abwassersystem anzuschließen", so der Bürgermeister. Tragen muss die Kosten dafür die Gemeinde selbst. In deren Zuständigkeitsbereich befindet sich die Straße. Eine Ausgabe, die Olaf Reichert in Anbetracht der klammen Gemeindekasse nicht leichtfällt: "Gerade in dieser Situation tut natürlich jede ungeplante Ausgabe weh. Aber das Problem muss ja geklärt und den Leuten geholfen werden."

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Bau soll rasch beginnen

Auf welche Summe sich die Kosten für den Einbau des Abflusses belaufen werden, kann der Bürgermeister am Dienstag noch nicht sagen: "Wir sind noch nicht so weit. Jetzt einen Betrag zu nennen, wäre Kaffeesatzleserei." Zunächst, fährt er fort, müsse die Gemeindeverwaltung das entsprechende Angebot der beauftragten Baufirma abwarten. Erst dann sei eine gesicherte Auskunft über die zu erwartende Summe möglich. Was Reichert aber in Aussicht stellt, ist der baldige Beginn der Baumaßnahme - denn aufwendig sei der nachträgliche Einbau eines Wasserabflusses keineswegs: "Ich denke, wir können nächste, spätestens übernächste Woche damit anfangen", stellt der Bürgermeister in Aussicht.

Der Besuch von Gemeindeverwaltung und Baufirma am Schweigerweg ist auch Agnes Mittasch nicht entgangen. Seit Beendigung der Arbeiten zur Sanierung der Jenkwitzer Ortsdurchfahrt kämpft sie gemeinsam mit weiteren Anwohnern der kleinen Seitenstraße um eine trockene Zufahrt zu den anliegenden Grundstücken. Die hatte es solange gegeben, bis im April 2019 der grundlegende Ausbau der engen und kurvenreichen Ortsdurchfahrt begonnen hatte. 3,5 Millionen Euro hatten der Kreis Bautzen und die Gemeinde Kubschütz in das Vorhaben investiert, das zur wesentlichen Aufwertung des Ortsteils und zum besseren Abfluss des Niederschlags beitragen sollte.

Spätestens seit Beendigung der Arbeiten Ende des Jahres 2020 sammelt sich bei Regen jedoch das Niederschlagswasser in einer Senke auf der Gemeindestraße. Trockenen Fußes konnten die Bewohnerinnen und Bewohner der anliegenden Gebäude ihre Grundstücke seither nicht mehr erreichen, teilten sie ein Jahr nach Abschluss der Arbeiten mit. Mehrmals hatten sie sich deshalb an die Gemeindeverwaltung gewandt und um Besserung der Zustände gebeten. Eine Antworten hatten sie bislang nicht erhalten.

Vor diesem Hintergrund reagiert Agnes Mittasch, auf die Neuigkeiten angesprochen, am Telefon erst überrascht, dann verhalten: "Ich habe gesehen, dass gestern hier zwei Männer vor Ort waren und die Straße bis zu den Grundstückseinfahrten in Augenschein genommen haben", berichtet sie. Gesprochen hätten die Herren mit ihr nicht. Die Nachricht vom Bau des neuen Abflusses, fährt sie fort, wolle sie erst glauben, wenn dieser da ist und funktioniert. "Vorher warte ich erst einmal ab", sagt sie.

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