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Kreis Bautzen: Engpässe beim Geschenkekauf?

Viele Artikel sind derzeit nur schwer lieferbar - und das wenige Wochen vor Weihnachten. Wie Händler im Landkreis Bautzen damit umgehen.

Von David Berndt
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Claus Lehmann verkauft in seinem Geschäft am Kamenzer Markt Spielzeug. Produkte von Schleich und Lego seien zu Weihnachten immer gefragt. Deswegen hat er auch viele dieser Artikel auf Lager. Bei anderen könnte es schwierig werden.
Claus Lehmann verkauft in seinem Geschäft am Kamenzer Markt Spielzeug. Produkte von Schleich und Lego seien zu Weihnachten immer gefragt. Deswegen hat er auch viele dieser Artikel auf Lager. Bei anderen könnte es schwierig werden. © Matthias Schumann

Bautzen. In 49 Tagen ist Heiligabend. Wer im Landkreis Bautzen noch Weihnachtsgeschenke kaufen möchte, sollte sich nicht mehr zu viel Zeit lassen. Zumindest könnte es bei manchen Produkten eng werden. Und für einige ist es jetzt schon zu spät, weil sie bis zum Weihnachtsfest nicht mehr lieferbar sind. Das bestätigt etwa Claus Lehmann, Inhaber des Spielzeugladens Paul Lehmann am Markt in Kamenz. „Die Lieferbarkeit ist eingeschränkt.“

Das betreffe insbesondere Produkte aus Fernost, wo etwa 80 Prozent des gängigen, in Deutschland verkauften Spielzeugs hergestellt werden. „Alles, was aus Fernost kommt und von Großmärkten oder im Fernsehen beworben wird, gibt es kaum mehr.“ Zumindest sollte man sich keine allzu großen Hoffnungen darauf machen, dass zusätzliche Lieferungen solcher Waren noch vor Weihnachten ankommen. Keiner wisse genau, was und wann geliefert werde. „Was in Deutschland gefertigt wird, gibt es, aber auch nicht in Riesenmengen“, fügt der Spielzeughändler hinzu.

Lager sind gefüllt, aber Nachbestellungen dauern

Deshalb sollten sich Familien spätestens jetzt Gedanken machen, was unter dem Weihnachtsbaum liegen soll. Produkte von Schleich, Playmobil oder Lego sind bei Claus Lehmann durchaus vorrätig. „Diese Artikel gehen immer, und die haben wir auch da. Wir haben uns gut bevorratet, aber was weg ist, ist weg.“ Keine Lieferprobleme gebe es hingegen bei den Geschenkartikeln wie Holzpyramiden und -figuren aus dem Erzgebirge, die er ebenfalls im Angebot hat.

Einen Vorrat hat zwar auch Fahrradhändler Tobias Hildebrand aus Schirgiswalde. In seinem Geschäft Hitbikes kann er allerdings kaum noch individuelle oder spezielle Wünsche für Weihnachten erfüllen. „Das hätte man vor einem Jahr bestellen müssen.“ Die Lieferketten aus Asien würden immer noch nicht wieder richtig funktionieren, aber von dort kämen nun mal viele Fahrradteile. „Es wird auch nicht so produziert, wie es sollte.“ Griffe kämen etwa aus Taiwan, Rahmen aus China. Auch deswegen verzögere sich alles. Und teilweise würden die Containerschiffe nicht fahren. Man bekomme daher nicht so viel, wie bestellt wurde.

Wer jetzt also noch ein Kinder- oder ein Fahrrad für Weihnachten benötigt, müsse sich aber keine Sorgen machen. „Wir wissen ja, was wir brauchen, und das haben wir auch auf Lager“, erklärt Tobias Hildebrand. Zudem zeigt der Fahrradhändler noch eine Alternative auf. „Der Zweitradmarkt ist eine Option. Wir können schließlich ältere und gebrauchte Räder reparieren und restaurieren.“ Und vielleicht würden sich die Menschen auch wieder mehr auf das Wesentliche beim Weihnachtsfest konzentrieren, sich in Ruhe mit der Familie treffen und den Konsum hintenanstellen.

Engpässe bei Smartphones, Spielekonsolen, Fernsehern

Und wie sieht es bei elektronischen Artikeln aus? Die Lieferzeiten betragen teils mehrere Monate, sagt Ronny Panthel, Filialleiter bei Expert in Bischofswerda. „Eine Kundenbestellung vom März wurde jetzt geliefert. Auf andere Artikel haben wir drei Monate gewartet.“

Schwierig könne es demnach bei Spielekonsolen der Marken Playstation oder Nintendo, bei großen TV-Geräten oder Smartphones etwa der koreanischen Marke Samsung werden. „In Fernost gibt es aktuell eine Chipknappheit“, erklärt der Filialleiter. Das liege unter anderem an Bränden in dortigen Chipwerken, die noch nicht oder nicht vollständig wiederaufgebaut worden seien. Es gebe zwar immer noch genügend Auswahl im Geschäft, aber wenn jemand ein ganz bestimmtes Produkt bis Weihnachten haben wolle, könne die Zeit auch knapp werden.

Mandy Heinrich verkauft in ihrer Buchhandlung in Bischofswerda neben Büchern auch Hörspiele und E-Book-Reader. Mit Lieferproblemen rechnet sie bis auf wenige Ausnahmen bislang nicht.
Mandy Heinrich verkauft in ihrer Buchhandlung in Bischofswerda neben Büchern auch Hörspiele und E-Book-Reader. Mit Lieferproblemen rechnet sie bis auf wenige Ausnahmen bislang nicht. © Archiv/Steffen Unger

Beliebte Weihnachtsgeschenke sind auch Bücher, E-Book-Reader oder Hörspiele. In Bischofswerda gibt es diese Artikel etwa in der Buchhandlung von Mandy Heinrich in der Kirchstraße. „Bis jetzt sieht es noch gut aus, und ich hoffe, dass es so bleibt“, sagt die Inhaberin. Für E-Book-Reader sei es noch nicht zu spät. Nur bei Büchern bestimmter Verlage könne es schwierig werden, da es dort Probleme mit den Rohstoffen für die Herstellung gebe.

Auf eines will Mandy Heinrich aber noch hinweisen: „Weihnachten ist auch in diesem Jahr am 24. Dezember.“ Das heißt, der Termin steht - und alle hätten eigentlich genug Zeit, um sich rechtzeitig um Geschenke zu kümmern.