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Kreis Bautzen: Diese beiden wollen Landrat werden

Für die Landratswahl im nächsten Jahr gibt es bisher zwei Bewerber - einen bekannten und einen Überraschungskandidaten. Werden es noch mehr?

Diese zwei wollen Landrat im Kreis Bautzen werden: Udo Witschas von der CDU (links) und der Unternehmer Tobias Jantsch.
Diese zwei wollen Landrat im Kreis Bautzen werden: Udo Witschas von der CDU (links) und der Unternehmer Tobias Jantsch. © PR, René Plaul

Bautzen. Witschas und Jantsch. Oder wird es bei der Bautzener Landratswahl im kommenden Jahr noch weitere Kandidaten geben? Fest steht bislang, dass sowohl Udo Witschas (CDU), erster Beigeordneter im Landratsamt, als auch der Unternehmer Tobias Jantsch zur Wahl antreten wollen.

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Udo Witschas erklärte gegenüber Sächsische.de, dass er bereit sei, „für das Amt des Landrates zu kandidieren“. Der CDU-Kreisvorstand habe sich im vergangenen Jahr empfehlend für ihn ausgesprochen. Über die Nominierung entscheiden jedoch die Mitglieder am 13. November zum Kreisparteitag. Dort werde er seine Beweggründe zur Kandidatur und seine Ziele vorstellen, so Witschas.

Jens Walther, Geschäftsführer des CDU-Kreisverbandes, sagt, für Witschas „spricht seine Qualifikation als Wirtschaftswissenschaftler, Verwaltungs-, Betriebswirt sowie Handwerksmeister, seine Erfahrungen als langjähriger Bürgermeister der Gemeinde Lohsa und als Erster Beigeordneter“. Er kenne den Landkreis, die Themen in der Region und bringe umfangreiche Erfahrungen aus Politik und Verwaltung mit. „Gleichzeitig steht er für einen Generationenwechsel im Landratsamt.“

Beigeordnete Birgit Weber schließt Kandidatur aus

Der aktuelle Landrat Michael Harig (CDU) ist 61 Jahre und tritt zur nächsten Wahl nicht mehr an. Sein Stellvertreter Udo Witschas ist elf Jahre jünger. Auch die Beigeordnete Birgit Weber war zwischenzeitlich als neue Landrätin im Gespräch, ist aber keine Option. „Eine Kandidatur ist für mich ausgeschlossen“, teilte sie jetzt auf Anfrage mit.

Noch jünger als Udo Witschas ist Tobias Jantsch. Der 38-Jährige bestätigt, Landrat werden zu wollen. Die Sitzungen des Kreistages verfolge er schon länger, sagt der Kamenzer. „Mir fällt auf, dass es zu wenig Sach- und zu viel Parteipolitik gibt.“ Während seiner Zeit bei der Bundeswehr hat Jantsch eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten für Kommunalrecht absolviert. Nach einer Verletzung wurde er als untauglich eingestuft und hat die Truppe verlassen.

2014 gründete Tobias Jantsch in Kamenz sein Gesundheitszentrum „La Vida“, das sich auf Gelenk- und Wirbelsäulenkonditionierung konzentriert und mit einem zweiten Standort auch in Dresden vertreten ist. Zudem ist Tobias Jantsch Geschäftsführer einer Gesellschaft für Immobilienverwaltung mit Sitz in Kamenz.

Als Unternehmer, der innerhalb von sieben Jahren wirtschaftlich unabhängig geworden sei, wolle er diesen Aspekt stärker einbringen. „Es geht um innovative Ideen, die wirtschaftliche Situation des Landkreises und die Umsetzung des Strukturwandels.“ Der Mittelstand müsse gestärkt werden.

Tobias Jantsch engagiert sich auch ehrenamtlich, er steht dem Anfang 2021 gegründeten Verein „Gemeinsam Zukunft gestalten“ als Präsident vor. Ziel des Vereins ist, gemeinnützige Projekte zu finanzieren.

Jantsch sucht Unterstützung bei Parteien - außer der CDU

Im November werde er bei einer Pressekonferenz Stellung zu seiner Kandidatur beziehen. Ob er Unterstützung erhält und möglicherweise als gemeinsamer Kandidat mehrerer Parteien antritt oder völlig unabhängig, stehe noch nicht fest. Derzeit befinde er sich in Gesprächen mit allen Kreistagsfraktionen und Kreisverbänden außer denen der CDU, da diese ja einen eigenen Kandidaten habe. Auch mit der AfD werde er sprechen, sagt Jantsch. Er gehe aber davon aus, dass auch sie einen eigenen Kandidaten präsentieren werde.

Gegenüber Sächsische.de sagt Henry Nitzsche, AfD-Fraktionschef im Kreistag: „Wir wissen noch nicht, ob wir einen Kandidaten aufstellen werden.“

SPD und Linke lehnen Udo Witschas als Landrat ab

Silvio Lang, Kreisvorsitzender der Linken, rechnet jedoch damit, dass es einen AfD-Kandidaten geben wird. Unabhängig davon gehe es für seine Partei darum, Udo Witschas als Landrat zu verhindern. Ob mit einem eigenen oder einem unabhängigen Kandidaten - diese Frage solle bis zum Jahresende geklärt werden. Er könne aktuell „mit großer Sicherheit ausschließen, dass Die Linke gänzlich auf eine Nominierung verzichten wird“, sagt Lang.

Bei der SPD gibt es ähnliche Überlegungen, das bestätigt Gerhard Lemm, Fraktionsvorsitzender im Kreistag und OB von Radeberg. Gemeinsam mit anderen einen Kandidaten aufzustellen, sei eine Option, die noch geprüft werde. Klar sei, dass es seitens der SPD für Udo Witschas keine Unterstützung geben werde.

Auch der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen ist noch „in der Diskussions- und Findungsphase“, erklärt Vorsitzender Jens Bitzka, der bei der Landratswahl 2015 selbst antrat und Michael Harig deutlich unterlag. Möglich sei ein eigener Kandidat oder die Unterstützung für einen anderen.

Bei der FDP ist offenbar noch keine Entscheidung gefallen, ob ein eigener Kandidat nominiert wird. Die Partei teilt auf Anfrage mit, dass dafür noch ausreichend Zeit sei.

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