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So kommt die Körse-Therme wieder in Gang

Der Kreistages hat die Rettung des Kirschauer Hallenbades beschlossen. Was das für Gäste, andere Bäder und den Kreishaushalt bedeutet.

Die Rettung der Körse-Therme ist jetzt durch den Kreistag beschlossen worden. Öffnen soll das Bad ab dem 1. November, dann ist in der Einrichtung auch wieder Schulschwimmen möglich.
Die Rettung der Körse-Therme ist jetzt durch den Kreistag beschlossen worden. Öffnen soll das Bad ab dem 1. November, dann ist in der Einrichtung auch wieder Schulschwimmen möglich. © Archivfoto: PR/Uwe Nimmrichter

Kirschau. Die Körse-Therme wird gerettet. Das hat der Kreistag am Montag beschlossen. Seit der Corona-bedingten Schließung des Kirschauer Hallenbades am 14. März war dessen Zukunft ungewiss. Selbst als die Lockerung der Corona-Regeln es wieder zuließ, entschieden sich die Stadt Schirgiswalde-Kirschau sowie die Gemeinden Sohland, Obergurig und Beiersdorf als Betreiber gegen eine Wiedereröffnung. Dabei verwiesen sie auf die wirtschaftlichen Probleme des Bades, die durch Corona noch verstärkt worden seien.

Im Juni beantragten sie im Bautzener Kreistag die vollständige Übernahme des Badbetriebs durch den Landkreis. Über diesen Antrag hat der Kreistag nun entschieden. Sächsische.de fasst das Wichtigste zusammen.

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Wie läuft die Wiedereröffnung der Körse-Therme?

Spätestens zum 1. November dieses Jahres muss der Zweckverband die Körse-Therme wieder öffnen - sofern bis dahin alle technischen Voraussetzungen dafür geschaffen und alle notwendigen Genehmigungen erteilt wurden. Diese Bedingung hat der Kreistag an seinen Beschluss geknüpft. Derzeit finden auf Kosten des Zweckverbandes, mit dem Schirgiswalde-Kirschau, Sohland, Obergurig und Beiersdorf die Körse-Therme bisher betreiben, Wartungs- und Sicherungsarbeiten im Bad statt, um die Frist des Landkreises halten zu können.

Bereits verkaufte Gutscheine behalten ihre Gültigkeit. Eine Erhöhung von Eintrittspreisen - etwa, um entstandene Mehrkosten zu kompensieren - ist mindestens bis zur geplanten Sanierung der Körse-Therme nicht vorgesehen.

Was hat der Kreistag konkret beschlossen?

Mit großer Mehrheit haben sich die Kreisräte bei zwölf Enthaltungen und nur einer Ablehnung zum Erhalt der Körse-Therme bekannt. Der Antrag des kommunalen Zweckverbandes auf volle Übernahme des Badbetriebs durch den Landkreis stand dabei von vornherein nicht zur Debatte. Stattdessen wurde beschlossen, dass der Kreis die Wiedereröffnung mit einer einmaligen Zahlung von bis zu 100.000 Euro unterstützt. Zudem teilen sich Kreis und Zweckverband die Kosten für einen Projektsteuerer, der die Wiederinbetriebnahme koordiniert. Für den Betrieb der Körse-Therme stehen dem Verband in diesem Jahr ohnehin Zuschüsse des Landkreises in Höhe von 200.000 Euro zur Verfügung. Das war schon vor Längerem beschlossen worden.

Darüber hinaus stimmten die Räte grundsätzlich für die Schaffung einer neuen Gesellschaft zum Betrieb der Körse-Therme durch die Landkreisverwaltung. Das neue Unternehmen soll die Wirtschaftlichkeit der Einrichtung wieder herstellen - oder wenigstens die Höhe der notwendigen Zuschüsse minimieren. Zudem soll der Landkreis mit mindestens 51 Prozent der Anteile dem bestehenden Zweckverband beitreten. Dessen Aufgabe beschränkt sich frühestens ab dem 1. Januar 2021 nur noch auf die Unterhaltung von Grundstück und Immobilie. Über den Beitritt des Landkreises zum Zweckverband und die Höhe der Beteiligung müssen nun die Stadt- und Gemeinderäte der vier Kommunen beraten.

Was bedeutet das für andere Hallenbäder im Kreis?

Diese Frage war bei der Kreistagssitzung Gegenstand zahlreicher Redebeiträge. Der Entwurf der Verwaltung sieht vor, den Betrieb des Hallenbades in Kamenz ebenfalls in absehbarer Zeit in die Hände der neuen Gesellschaft zu legen. Dieser Punkt war unter den Räten unstrittig.

Ausschließen wollte die Kreisverwaltung allerdings, dass auch das Röhrscheidtbad in Bautzen und das Lausitzbad in Hoyerswerda künftig Anspruch auf Zuschüsse durch den Kreis haben. Ein entsprechender Passus stand in der Beschlussvorlage. Dagegen regte sich Wiederstand. Letztlich wurde dieser Punkt ersatzlos aus dem Antrag gestrichen. Um beide Bäder in die Hände der neuen Betreibergesellschaft zu geben, seien aber derzeit keine Aktivitäten des Kreises geplant, heißt es hierzu aus dem Landratsamt.

Wie geht es jetzt mit der Körse-Therme weiter?

Im Dezember entscheidet der Kreistag über Form und Satzung der neu zu gründenden Betriebsgesellschaft. Diese kann frühestens ab 1. Januar 2021 ihre Arbeit aufnehmen - und den vakanten Posten der Geschäftsführung der Körse-Therme besetzen.

Eine der ersten Aufgaben der neuen Gesellschaft wird es sein, die Sanierung des 20 Jahre alten Hallenbades vorzubereiten. Um wie gewünscht aus dem Programm zur Förderung der wirtschaftsnahen Infrastruktur profitieren zu können, muss der Förderantrag bis zum Herbst kommenden Jahres vorliegen. Sollte das klappen, könnte die Sanierung der Körse-Therme vermutlich frühestens im ersten Halbjahr des Jahres 2022 beginnen.

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