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Bautzen: Mättig-Epitaph wird eingeweiht

Vor zehn Jahren begann die Restaurierung des Denkmals im Petri-Dom. Jetzt sind die Arbeiten abgeschlossen. Allerdings kann das nicht wie geplant gefeiert werden.

Restauratorin Uta Matauschek enthüllt das Bildnis von Gregorius Mättig, das sich am Mättig-Epitaph im Dom St. Petri in Bautzen befindet. Das Epitaph ist jetzt nach zehnjähriger Restaurierung wieder vollständig.
Restauratorin Uta Matauschek enthüllt das Bildnis von Gregorius Mättig, das sich am Mättig-Epitaph im Dom St. Petri in Bautzen befindet. Das Epitaph ist jetzt nach zehnjähriger Restaurierung wieder vollständig. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Hell und golden glänzend erscheint das Mättig-Epitaph im Bautzener Dom St. Petri. Nach zehn Jahren ist die Restaurierung des Denkmals abgeschlossen. Am 1. November soll das Epitaph des Bautzener Stifters mit einem Gottesdienst eingeweiht werden. “Mättigs Epitaph zählt nicht nur zu den wertvollsten Ausstattungsstücken der Kirche, sondern zur Erinnerungskultur der gesamten Region. Wir freuen uns, dass die Arbeiten nach zehn Jahren nun abgeschlossen sind”, sagt Uwe Koch, Vorsitzender des Stiftungsrates der Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung.

Pfarrer Christian Tiede spricht von einem “schönen Zeichen eines Gemeinschaftswerks von vielen Beteiligten”. Denn die rund 100.000 Euro teure Restaurierung der acht Meter hohen hölzernen Gedenktafel wurde zu großen Teilen durch Spenden zahlreicher Unterstützer finanziert. “Damit haben Bürgersinn und Gemeinsinn - Werte, die dem Epitaph schon immer inne waren - in der Restaurierung Ausdruck gefunden”, sagt er.

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Normalerweise veranstaltet die Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung jährlich zu Mättigs Geburtstag im September ihre Jahrestagung. In diesem Jahr sollte sie dem restaurierten Denkmal zu Ehren erst nach Abschluss der Arbeiten stattfinden. Pandemie-bedingt wurde sie wieder verschoben. Auch der Gottesdienst am 1. November wird kleiner ausfallen als geplant. “Das Epitaph wird in dem Gottesdienst eine Rolle spielen, aber nicht so, wie ursprünglich gedacht”, so Christian Tiede.

Nun ist das knapp 400 Jahre alte Denkmal aus Holz wieder vollständig. Auch der Verkündigungsengel befindet sich wieder ganz oben auf seinem Platz.
Nun ist das knapp 400 Jahre alte Denkmal aus Holz wieder vollständig. Auch der Verkündigungsengel befindet sich wieder ganz oben auf seinem Platz. © SZ/Uwe Soeder

Es sollte zu diesem Anlass die Mättig-Stifter-Medaille an die Hermann-Reemtsma-Stiftung aus Hamburg überreicht werden. Sie hat jeden für die Restaurierung eingeworbenen Euro verdoppelt. Die Medaille wird an Personen oder Institutionen verliehen, die sich in besonderem Maße mit der Mättig-Stiftung identifizieren. Die Übergabe muss nun auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Der Mediziner, Ratsherr und Mäzen Gregorius Mättig lebte von 1585 bis 1650. Er zählt zu den bedeutenden Persönlichkeiten der Oberlausitz. Zu Lebzeiten übernahm er als Pate Verantwortung für mehr als 100 Kinder. Nach seinem Tod vermachte er sein gesamtes Vermögen zwölf Stiftungen, die der Förderung der eigenen Familie, der Kirche und der Bildung dienten. “Er hat ein Zeichen für den Bürgersinn und Gemeinsinn der Stadt gesetzt”, so Christian Tiede.

An dieser unteren Kartusche mit dem Bildnis von Gregorius Mättigs hat Restauratorin Uta Matauschek in den letzten Monaten gearbeitet.
An dieser unteren Kartusche mit dem Bildnis von Gregorius Mättigs hat Restauratorin Uta Matauschek in den letzten Monaten gearbeitet. © SZ/Uwe Soeder

Restauratorin Uta Matauschek weist in diesem Zusammenhang auf ein besonderes Merkmal am Epitaph hin: Am oberen Rand der unteren Kartusche ist eine Maske mit Nase und Augen zu sehen – im Sinne von “Möge ein anderer hinter die Maske treten und Gutes tun”, wie die Restauratorin sagt, “als das Anliegen, für die Stadt da zu sein.”

Begonnen hatte die Restaurierung des Denkmals 2010. “Als ich mir das Epitaph ansah, war es in einem sehr schlechten Zustand”, so die Restauratorin. Durch Holzwurmfraß, Trockenrisse, abgebrochenes Schnitzwerk und starke Verschmutzungen war das knapp 400 Jahre alte Denkmal stark beschädigt. Zuletzt hat Uta Matauschek an der Bildniskartusche am unteren Teil des Epitaphs gearbeitet.

Insgesamt dauerte die Restaurierung etwa 14 Monate, über mehrere Jahre verteilt. Nach den ersten Arbeiten ab 2012 wurde die Restaurierung während der Innenraumsanierung des Petri-Domes unterbrochen. Zudem waren die Tätigkeiten aufgrund des verwendeten Materials, das bestimmte Temperaturen benötigt, immer nur in den Sommermonaten möglich.  

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