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Landkreis Bautzen: Blutspender dringend gesucht

Wegen urlaubsbedingter Lücken wird im Sommer stets besonders eindringlich zum Spenden aufgerufen. Doch dieses Jahr gibt es noch einen anderen Grund.

Thomas Förster aus Großdrebnitz kommt seit mehreren Jahren jedes Mal zum Blutspenden, wenn das Team vom Blutspendedienst Haema in Bischofswerda zu Gast ist.
Thomas Förster aus Großdrebnitz kommt seit mehreren Jahren jedes Mal zum Blutspenden, wenn das Team vom Blutspendedienst Haema in Bischofswerda zu Gast ist. © Steffen Unger

Bischofswerda. Wenn die Mitarbeiter des Blutspendedienstes Haema in Bischofswerda zu Gast sind, können sie regelmäßig auf einen Spender zählen: Thomas Förster aus dem Schiebocker Ortsteil Großdrebnitz kommt jedes Mal vorbei. "Ich habe früher schon mal Blut gespendet und dann eine ganze Weile nicht mehr. Irgendwann habe ich immer öfter gelesen, dass Blut dringend gebraucht wird, und mich durchgerungen, wieder zu gehen", erzählt der 44-Jährige im Gespräch mit Sächsische.de.

Seit 2018 lässt sich Thomas Förster wieder, so oft es geht, an die Nadel hängen, auch in den vergangenen anderthalb Jahren war er stets bereit für eine Spende. "Es hat immer prima geklappt, auch während der ganzen Corona-Zeit", betont er. Wartezeiten seien überhaupt kein Thema, denn aufgrund einer Terminvereinbarung komme er immer sofort dran. "Auch deshalb komme ich, so oft es geht. Das letzte Mal im Juni - und jetzt wieder", sagt er.

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So wie Thomas Förster machen es etliche Menschen im Landkreis Bautzen. Genaue Zahlen über das Spendenaufkommen liefert das Deutsche Rotes Kreuz, dass neben der Haema ebenfalls im Landkreis Bautzen für Blutspenden unterwegs ist. "Bis Juni 2021 gab es in diesem Bereich rund 3.000 Blutspenden und circa 125 Erstspendende", berichtet Pressesprecherin Kerstin Schweiger. Letztes Jahr seien es insgesamt 4.500 Spenden und 200 Erstspender gewesen.

Warum Blutspenden gerade jetzt besonders wichtig ist

Die Tendenz scheint also leicht steigend zu sein. Doch gerade im Sommer gebe es immer wieder Engpässe. Da aktuell auch die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie gelockert sind, seien gerade viele Spender im Urlaub und würden nicht zum Blutspenden kommen. "Die Versorgung mit lebensrettenden Blutpräparaten im Gebiet des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost ist äußerst angespannt", betont Schweiger.

Während einerseits also gerade weniger Menschen Blut spenden, werde andererseits jetzt mehr Blut als normal gebraucht. Denn in den Krankenhäusern herrsche zurzeit Hochbetrieb. "Während des Lockdowns verschobene Eingriffe und Behandlungen werden jetzt zusätzlich zum Regelbetrieb nachgeholt", erklärt Kerstin Schweiger.

Verschärft werde die Lage durch die kurze Haltbarkeit der Blutkonserven von nur wenigen Tagen. Deshalb der eindeutige Aufruf des DRK: "Bitte nutzen Sie in den kommenden Wochen und Monaten alle angebotenen Blutspendetermine in Ihrer Region!"

Was wegen Corona beim Blutspenden zu beachten ist

Das Thema Corona spielt auch bei der Spende selbst eine Rolle, allerdings eine untergeordnete: Sowohl die Haema als auch das DRK weisen darauf hin, mit den typischen Corona-Symptomen wie Geschmacksverlust oder Fieber zu Hause zu bleiben. Wer zur Spende kommt, muss aber weder ein negatives Testergebnis noch einen Genesungsnachweis oder eine Impfbestätigung gegen Covid-19 vorlegen.

Auch wer gerade erst gegen Corona geimpft wurde, muss den Blutspendetermin nicht sausen lassen. Denn bereits am Folgetag kann wieder Blut gespendet werden. Allerdings nur, wenn es keine Nebenwirkungen gibt. "Im Idealfall warten Sie ein bis zwei Tage nach der Impfung ab, da aus Erfahrung stärkere Impfreaktionen auch erst verzögert auftreten können", heißt es vonseiten der Haema.

Wer erst vor Kurzem aus dem Urlaub nach Deutschland zurückgekehrt ist, muss allerdings einiges beachten. "Blutspendewillige, die innerhalb der letzten zehn Tage vor der Blutspende aus dem Ausland zurückgekehrt sind, müssen bei der Anmeldung einen Impf-, Test- oder Genesenen-Nachweis vorlegen", sagt Kerstin Schweiger vom DRK. Bei der Haema läuft das ein bisschen anders. Wer aus einem sogenannten Risikogebiet nach Deutschland eingereist ist, sei für 14 Tage für eine Spende gesperrt. Wird allerdings frühestens am fünften Tag nach der Rückkehr ein PCR-Test gemacht, der negativ ausfällt, darf sofort wieder Blut spenden.

Was Spender vom Blutspenden haben

Wer, wie Thomas Förster, regelmäßig sein Blut spendet, bekommt dafür auch etwas zurück. "Es ist für die eigene Gesundheit ganz gut, denn es wird jedes Mal ein frisches Blutbild erstellt, und wenn damit etwas nicht stimmt, werde ich informiert", erzählt er. Das sei bisher aber noch nicht nötig gewesen, was ihn natürlich freue.

Außerdem gibt es bei der Haema pro Spende eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 20 Euro. Die könne zwar als Anreiz betrachtet werden, ausschlaggebend sei sie für ihn aber nicht, sagt Förster. "Für mich ist der Gedanke sehr wichtig, dass ich selbst mal Spenderblut brauchen könnte. Und dann will man ja auch, dass welches da ist."

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Deswegen ist schon jetzt für ihn klar, dass er beim nächsten Blutspende-Termin in rund acht Wochen wieder in Bischofswerda dabei sein wird. Denn nach diesem Zeitraum ist es erlaubt, erneut Blut zu spenden - und damit anderen zu helfen.

Informationen zum Thema Blutspenden und aktuelle Termine gibt es auf den Internetseiten der Haema und des DRK.

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