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Wo Bautzens Weihnachtsbaum herkommt

Der Wenzelsmarkt fällt wegen Corona aus, auf dem Hauptmarkt steht trotzdem eine große Tanne. Das ist ihre Geschichte.

Mit Sattelzug und Kran wurde der diesjährige Weihnachtsbaum am Montag auf dem Hauptmarkt in Bautzen aufgestellt. Er ist etwa 14 Meter hoch.
Mit Sattelzug und Kran wurde der diesjährige Weihnachtsbaum am Montag auf dem Hauptmarkt in Bautzen aufgestellt. Er ist etwa 14 Meter hoch. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Etwa 14 Meter hoch ist der diesjährige Weihnachtsbaum auf dem Bautzener Hauptmarkt. Am Montagvormittag wurde die Colorado-Tanne in Cölln gefällt und mit einem Sattelschlepper nach Bautzen transportiert. „Wir hatten diesen Baum schon sehr lange im Blick“, erzählt Andreas Hennig vom Kulturbüro, welches alljährlich den Wenzelsmarkt organisiert und eben auch den Weihnachtsbaum für den Hauptmarkt beschafft. „Wir haben eine Art Zeitliste, auf der zahlreiche potenzielle Anwärter stehen. So wissen bereits bis zum Jahr 2022, woher die Weihnachtsbäume für den Hauptmarkt kommen.“

Der diesjährige Baum kommt eben aus Cölln bei Radibor. Bereits vor fünf Jahren wurde er der Stadt Bautzen angeboten, doch noch als zu klein befunden. „Wir haben damals vereinbart, dass die Tanne erst 2020 Weihnachtsbaum wird", so Hennig. Die Stadt finanziert die Fällung und den Transport. "Es ist also eine Win-win-win-Situation, da ja nicht nur wir und die Eigentümer profitieren, sondern auch die Bevölkerung von einem schönen Weihnachtsbaum.“

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Mit Glühwein unterm Weihnachtsbaum sitzen

Die Spender des diesjährigen Baumes sind Astrid und Manfred Domaschke. Seit 31 Jahren lebt das Ehepaar in Cölln und hat vor 30 Jahren die Colorado-Tanne gepflanzt. „Wir sind 1989 nach Cölln gezogen und bekamen von unserem Vermieter auch ein kleines Gartengrundstück. Hier lagen damals nur Steine und Geröll. Die Tanne war unser erster Baum, den wir hier gepflanzt haben“, erzählt Manfred Domaschke. Seine Frau und er sind stolz, dass ihre Tanne in diesem Jahr der Bautzener Weihnachtsbaum ist. „Aber wir sind auch etwas wehmütig und traurig, dass der Baum jetzt nicht mehr bei uns im Garten steht. Er hat uns über all die Jahre begleitet“, erzählt der 69-Jährige.

Am Montagvormittag wurde der Baum gefällt. Übrig geblieben ist nur der Stumpf. „Die Tanne hat sehr viel Schatten gemacht und sehr viel Wasser aus dem Boden gezogen“, erklärt Manfred Domaschke die Gründe für die Fällung. Das Gemüsebeet in dem 400-Quadratmeter-Gartengrundstück musste deshalb ständig gewässert werden. „Wir haben uns bereits vor mehreren Jahren dazu entschieden, die Tanne fällen zu lassen“, berichtet Astrid Domaschke,  und ihr Mann ergänzt: „Wir haben dann Kontakt zur Stadt Bautzen aufgenommen. Über Mundpropaganda hörten wir, dass immer wieder große Weihnachtsbäume für den Wenzelsmarkt gesucht werden.“

30 Jahre lang wuchs die Colorado-Tanne im Garten von Astrid und Manfred Domaschke. Übrig ist jetzt nur noch der Stumpf. Der Baum steht nun auf dem Bautzener Hauptmarkt.
30 Jahre lang wuchs die Colorado-Tanne im Garten von Astrid und Manfred Domaschke. Übrig ist jetzt nur noch der Stumpf. Der Baum steht nun auf dem Bautzener Hauptmarkt. © SZ/Uwe Soeder

Der bekannte Weihnachtsmarkt findet in diesem Jahr wegen Corona nicht statt. Dennoch wollen sich die Domaschkes ihre Tanne auf dem Hauptmarkt aus nächster Nähe anschauen. „Wir nehmen dann eine Kanne Glühwein mit, denn zu einem Weihnachtsbaum gehört auch eine Tasse Glühwein“, sagt Manfred Domaschke mit einem Augenzwingern. Weihnachtlich geschmückt ist der Baum aber noch nicht. „Das soll bis zum Ende November passieren“, sagt Andreas Hennig.

Dann sind auch weitere Weihnachtsaktionen geplant. Seit klar ist, dass der Wenzelsmarkt aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklung und den damit verbunden strengen Auflagen nicht stattfinden kann, überlegte sich die Stadt ein Alternativprogramm. So soll es beispielsweise einen digitalen Adventskalender geben. Dabei werden über die Website der Stadt Bautzen sowie die Social-Media-Kanäle Preis verlost und musikalische Beiträge regionaler Künstler veröffentlicht. So können die Teilnehmer unter anderem einen Tag mit der Ponnykutsche durch Bautzen oder einen Weihnachtsbaum gewinnen. „Meist wartet aber eine musikalische Überraschung hinter den Türchen. Es soll eine Würdigung der Künstler vor Ort sein“, sagt Stadtsprecherin Laura Ziegler.

Stollen werden an soziale Einrichtungen gespendet

Außerdem wird es einen zweiten Adventskalender auf dem Hauptmarkt geben. 24 Händler aus der Innenstadt und vom Wenzelsmarkt haben dabei ein Geschenk gespendet. Diese sollen an Kinder zwischen drei und zwölf Jahren verschenkt werden. „Die Kinder sollen uns einen Brief schreiben, mit einem Foto von sich und ihrem Lieblingsweihnachtsgeschenk“, erklärt Laura Ziegler. „Hoffentlich schreiben uns aber nicht so viele Kinder, damit wir niemanden enttäuschen müssen.“ Wer letztendlich ein Geschenk bekommt, wird von einem Weihnachtsengel ausgelost.

Statt dem traditionellen Anschnitt des Riesenstollens auf dem Wenzelsmarkt durch den Bürgermeister werden 44 Zwei-Kilogramm-Stollen an soziale Einrichtungen verschenkt.  Menschen sollen sie bekommen, die sich sonst keinen Stollen leisten können. So werden unter anderem das Kinderheim auf der Äußeren Lauenstraße, das Mehrgenerationenhaus im Gesundbrunnen und das Frauenschutzhaus einen Stollen bekommen. Er solle diese Aktion „sozialen Stollenanschnitt“ nennen, sagt Andreas Hennig. Die Stollen kommen von Bäckern aus der Region und werden von der Stadt finanziert.

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