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Bautzen: So geht es an den Bürgerhäusern weiter

Die barocken Häuser sollten längst saniert sein. Doch seit 15 Jahren liegen Bauherr und Baufirma im Rechtsstreit. Was nun trotzdem passieren soll.

Von Theresa Hellwig
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Seit Jahren sind die Bürgerhäuser in der Bautzener Innenstadt eingerüstet. Wenn alles glatt läuft, soll das Gerüst im kommenden Sommer abgebaut werden.
Seit Jahren sind die Bürgerhäuser in der Bautzener Innenstadt eingerüstet. Wenn alles glatt läuft, soll das Gerüst im kommenden Sommer abgebaut werden. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Um Bauarbeitern die Zufahrt zur Rückseite der Bautzener Bürgerhäuser zu ermöglichen, ist seit etwa zweieinhalb Jahren in der Mühltorgasse eine Rampe aufgeschüttet. Doch damit soll jetzt bald Schluss sein: Wie die Stadt mitteilt, soll die Baustellenzufahrt noch vor Weihnachten abgebaut werden. Im Frühsommer 2019 war die Rampe aufgebaut worden, weil an den Häusern Sicherungsarbeiten notwendig waren.

Bürgerhaus-Investor Thomas Kasselmann bestätigt das – und gibt noch weitere Details bekannt. Die Sicherungsarbeiten an den Häusern seien abgeschlossen. Demnächst lasse er den Baukran abbauen.

Ab dem kommenden Frühjahr, berichtet Kasselmann, wolle er zudem die Fassade der Bürgerhäuser in der Inneren Lauenstraße 8 und 10 sanieren lassen. Dafür stehe er in Kontakt mit dem Denkmalschutz. Derzeit stocke das Projekt allerdings noch wegen des Mangels an Handwerkern. Aber er rechne damit, im nächsten Sommer das Gerüst an den Gebäuden entfernen zu können.

Rechtsstreit läuft seit mehr als 15 Jahren

Außerdem habe er bereits Planungen für den Bau eines neuen Gebäudes im hinteren Bereich der Grundstücke in Auftrag gegeben, teilt Thomas Kasselmann mit. Näheres verrät er noch nicht. Rund 600.000 Euro, berichtet er, habe er mittlerweile in die Gebäude investiert.

Noch immer laufen derweil die Rechtsstreitigkeiten zwischen ihm und der Baufirma Strabag, berichtet Kasselmann. Es geht dabei um Fragen wie: Wer ist dafür verantwortlich, dass 2006 Teile der Hinterhäuser einstürzten? Wer muss für die erbrachten Leistungen und Kosten aufkommen? Gibt es einen Anspruch auf Schadenersatz? Der Rechtsstreit laufe nun seit mehr als 15 Jahren, sagt Thomas Kasselmann. Er hoffe, dass er bald zum Abschluss kommen wird. Im Frühjahr soll es einen nächsten Verhandlungstermin am Oberlandesgericht geben.

Das Elend begann 2006. Während Sanierungsarbeiten an den Gebäuden durchgeführt wurden, stürzte ein Teil der Hinterhäuser zusammen. Im Oktober 2018 stürzte dann ein weiterer Teil ein: Dieses Mal betraf es das Treppenhaus. Seitdem ist die Fassade an der Inneren Lauenstraße eingerüstet.

Auch zwischen der Stadt Bautzen und dem Investor gab es einen Rechtsstreit. Dabei ging es um Fördermittel, die die Stadt von Kasselmann zurückhaben wollte. Doch die Stadt erlitt vor Gericht eine Niederlage.