merken
PLUS Bautzen

Bautzen: Das sind die Kosten für die neue Brücke

Noch steht nicht fest, ob eine Fußgängerbrücke über die Spree gebaut wird oder nicht. Dennoch floss schon einiges an Geld. Wie viel genau?

Noch ist unklar, ob an dieser Stelle in Bautzen jemals eine neue Brücke gebaut wird. Aber für das Projekt floss schon einiges an Geld.
Noch ist unklar, ob an dieser Stelle in Bautzen jemals eine neue Brücke gebaut wird. Aber für das Projekt floss schon einiges an Geld. © Visualisierung: Ehrlich Architekten GbR

Bautzen. Nein, es geht heute nicht um Matheunterricht. Trotzdem hier ein paar Zahlen: 180.000 Euro, 138.000 Euro, 14 Millionen Euro insgesamt, 280.000 Euro für Wartungsarbeiten – all das sind Summen, die Leserinnen und Leser bei Facebook unter Artikeln zur geplanten neuen Brücke über die Spree in Bautzen kommentierten. Es sind bei Weitem nicht die einzigen Zahlen, die fallen. Aber welche davon stimmen? Was ist tatsächlich bereits ausgegeben worden für das Projekt, von dem noch nicht sicher ist, ob es realisiert wird? Und was kommt womöglich noch auf die Stadt zu? Sächsische.de hat nachgehakt.

Was gab die Stadt bislang für das Brückenprojekt aus?

Seit vielen Jahren wird über eine neue Fußgängerbrücke über die Spree in Bautzen diskutiert. Ob sie gebaut wird, ist zwar noch offen – aber vieles ist schon unternommen worden, um zu prüfen, ob und wie das Bauwerk errichtet werden könnte. Da gab es zum Beispiel Probebohrungen auf dem Ortenburghof, um herauszufinden, was für Gestein sich dort befindet. So sollte gezeigt werden, wie sich die Brücke verankern lässt. Und es wurden von einem Architekturbüro Visualisierungen verschiedener möglicher Modelle angefertigt.

TOP Immobilien
TOP Immobilien
TOP Immobilien

Finden Sie Ihre neue Traumimmobilie bei unseren TOP Immobilien von Sächsische.de – ganz egal ob Grundstück, Wohnung oder Haus!

Etwa 62.000 Euro, so berichtet der kommissarische Pressesprecher der Stadt Bautzen, Markus Gießler, wurden deshalb bisher für das Brückenprojekt ausgegeben.

Und gerade erst ist eine neue Ausgabe beschlossen worden. Der Bauausschuss des Bautzener Stadtrates hat die Planungen der Brücke beschlossen. Diese werden jetzt bis zu einem Punkt vorangebracht, mit dem dann ein Bürgerentscheid möglich wäre. Die Stadt geht davon aus, dass das etwa bis zum Jahresende dauern wird. Bis zu diesem Abschnitt kosten die Planungen etwa 200.000 Euro, teilt die Stadt mit.

Was hat es mit der Summe von 180.000 Euro auf sich?

Die 180.000 Euro, von denen momentan immer wieder die Rede ist, stehen im Haushaltsplan der Stadt Bautzen für das Jahr 2021. Die sind also quasi für die Brücke geblockt, aber noch nicht ausgegeben. In den Vorjahren hatte die Stadt auf diesem Wege schon einmal 300.000 Euro geblockt.

Mit den bisher beschlossenen Ausgaben hat die Stadt die Summe aus dem aktuellen Haushaltsjahr noch nicht angefasst. Die Stadt will davon weitere notwendige begleitende Maßnahmen finanzieren. Zum Beispiel müssen weitere Gutachten erstellt werden, sagt Markus Gießler.

Warum ist so viel Geld trotz aller Unklarheiten nötig?

Die detaillierten Planungen, die die Stadt jetzt in Auftrag gegeben hat, sind notwendig, um einen Bürgerentscheid durchzuführen. So erklärt es Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) immer wieder. Ohne die Ergebnisse sei das nicht möglich. Für den bindenden Entscheid muss klar sein, wie die Brücke aussieht – wie lang und breit sie ist, wo genau sie startet und ankommt und was sie kostet.

Was kostet ein Bürgerentscheid?

„Bei den Kosten für einen Bürgerentscheid arbeiten wir bisher mit Schätzwerten“, sagt Markus Gießler. Genaueres lasse sich erst sagen, wenn klar ist, ob das Ganze mit einer Wahl verbunden wird und wie viele Wahllokale nötig sind. „Wir gehen davon aus, dass ein Bürgerentscheid bis zu 60.000 Euro kosten kann.“

Wie teuer werden Bau und Unterhalt der Brücke?

Was die Brücke am Ende tatsächlich kosten könnte, ist offen. Das werden die gerade in Auftrag gegebenen Planungen zeigen, sagt die Stadt. Bisher hatte die Stadt von einer Summe von rund zwölf Millionen Euro gesprochen. Für den reinen Bau der Brücke war sie dabei von zwischen fünf und sieben Millionen Euro ausgegangen. Der Rest der Summe könnte in die Sanierung von Langhaus und Burgwasserturm fließen.

Wie viel der Unterhalt der fertigen Brücke kosten könnte, auch zu dieser Summe macht die Stadt noch keine Angaben. Fest steht nur: die Wartung, die Reinigung der Brücke – all das wird auch in den Jahren nach dem Bau auf die Stadt zukommen.

Wie viel bekommt die Stadt durch Fördermittel ersetzt?

Ob die Stadt Fördermittel bekommt und in welcher Höhe, ist ungewiss. Die Stadt hofft auf Geld aus dem Strukturfonds und nennt eine Förderung von 90 Prozent der Kosten. „Wir gehen immer noch davon aus, dass wir diese bekommen“, sagt der kommissarische Stadtsprecher. Bisher habe die Stadt aber noch keinen Antrag gestellt.

Das Denkmalamt hat Bedenken - waren bisherige Arbeiten umsonst?

Das verneint die Stadt. Die bisherigen Visualisierungen seien Platzhalter gewesen, von denen jeweils Details vom Landesamt für Denkmalschutz nicht akzeptiert werden. Andere Details hingegen könnten dennoch weitergedacht werden. „Die bisherigen Veröffentlichungen waren Machbarkeitsstudien und Vorüberlegungen“, teilt Markus Gießler mit. Erst in der jetzigen Planungsphase gehe es um belastbare Brückenvarianten.

Was ist heute im Landkreis Bautzen wichtig? Das erfahren sie täglich mit unserem kostenlosen Newsletter. Jetzt anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bautzen