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So modern ist jetzt die Königswarthaer Grundschule

In den letzten beiden Jahren hat die Gemeinde viel in die Einrichtung investiert. Doch einige wichtige Wünsche bleiben vorerst noch unerfüllt.

Von Uwe Menschner
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Schulleiterin Ines Jokusch und Bürgermeister Swen Nowotny freuen sich über den neu gestalteten Speiseraum in der Grundschule Königswartha. Hinter der Schiebetür befindet sich dessen Erweiterung, die auch weiterhin als Musikzimmer genutzt werden kann.
Schulleiterin Ines Jokusch und Bürgermeister Swen Nowotny freuen sich über den neu gestalteten Speiseraum in der Grundschule Königswartha. Hinter der Schiebetür befindet sich dessen Erweiterung, die auch weiterhin als Musikzimmer genutzt werden kann. © Uwe Menschner

Königswartha. Die Ernüchterung war groß bei Bürgermeister Swen Nowotny (CDU), als er vor wenigen Tagen die Absage in den Händen hielt: Für die weitere Sanierung der Grundschule Königswartha gibt es kein Geld im Zuge des Strukturwandels. „Unser erster Antrag hatte weniger als 20 Seiten und bekam eine Ablehnung. Der zweite Antrag hatte 77 Seiten, doch auch er wurde nicht befürwortet. Und das, obwohl es zuvor hieß: Das geht alles ganz einfach und unbürokratisch“, blickt der Königswarthaer Bürgermeister kopfschüttelnd zurück.

Die Begründung lautete: Schulen sind Ländersache und können daher auch im Strukturwandel nicht aus Bundesmitteln gefördert werden. „Das hätte man auch früher schon so klar kommunizieren können“, findet Swen Nowotny.

Weggeworfen werden die Antragsunterlagen jedenfalls nicht, denn: „An unserer Grundschule, speziell an der Außenhülle, besteht dringender Sanierungsbedarf. Das beginnt schon beim Erscheinungsbild.“ Und Schulleiterin Ines Jokusch fügt hinzu: „Der erste Eindruck entspricht nicht dem, was man von einer Grundschule erwartet. Auch unsere Schüler wünschen sich eine farbenfrohe, einladende Fassadengestaltung. Derzeit präsentiert sich unsere Schule von außen recht trist und grau.“

Die Schülerinnen und Schüler der Königswarthaer Grundschule wünschen sich, dass die Fassade des Gebäudes bunt gestaltet wird.
Die Schülerinnen und Schüler der Königswarthaer Grundschule wünschen sich, dass die Fassade des Gebäudes bunt gestaltet wird. © Uwe Menschner

Doch es geht nicht nur um Äußerlichkeiten. Auch hinsichtlich der Energiebilanz befindet sich die Königswarthaer Grundschule in keinem zufriedenstellenden Zustand. Immerhin entspricht die Gebäudehülle noch weitgehend dem Zustand aus dem Erbauungsjahr 1968. Und so verpufft ein großer Teil der – von einer höchst modernen Heizungsanlage erzeugten – Wärme weitgehend wirkungslos.

In ihrem Inneren hat die Königswarthaer Grundschule in den letzten Jahren hingegen einen erheblichen Wandel erfahren und präsentiert sich, zumindest hier, zeitgemäß. Das begann mit umfangreichen Investitionen in den Brandschutz. „Dazu muss man wissen, dass der Fortbestand der Schule ungewiss war“, blickt der Bürgermeister zurück. Im Gemeinderat gab es Stimmen, die die Schule lieber in freier Trägerschaft gesehen hätten, auch zwei Grundschulen – eine staatliche und eine freie – standen zur Diskussion. Die Ertüchtigung im Sinne des Brandschutzes war unabdingbar, um die Schule weiterführen zu können.

Spezielle Zimmerdecke sorgt für weniger Lärm

„Aus heutiger Sicht hat sich die Entscheidung, an der staatlichen Grundschule festzuhalten und in sie zu investieren, als richtig erwiesen“, zeigt sich Swen Nowotny überzeugt. Auf die Verbesserung des Brandschutzes folgten die Erneuerung der Sanitärinstallation und der Elektroanlage. Die jüngste Investition bestand in der Erweiterung und Renovierung des Speisesaals in Verbindung mit dem angrenzenden Musikzimmer.

In diesem Zuge erhielten die durch eine Schiebetür verbundenen Räume eine Akustikdecke, die den Schallpegel mindert: „Das brannte uns schon lange auf den Nägeln“, so Schulleiterin Ines Jokusch. Die Garderobenständer wurden aus den Klassenzimmern verbannt, dafür gibt es jetzt im Untergeschoss eine moderne Spind-Anlage, in der die Kinder ihre Sachen sicher und – vor allem – brandschutzgerecht aufbewahren können. In dem Zusammenhang wurde ein zweiter Eingang eingebaut, der direkt zu den Spinden führt. Der vorhandene Eingang zum Schulfoyer blieb dabei erhalten.

Förderverein baut Kletterspinne

Vom Untergeschoss ist es naturgemäß nicht weit bis zum Keller, wo eine weitere Errungenschaft steht: die bereits erwähnte moderne Heizungsanlage. „Sie wurde von Öl auf Gas umgestellt und befindet sich im Eigentum des Unternehmens SachsenEnergie, was für uns mehrere Vorteile hat: Wir kaufen nur die benötigte Wärmemenge und müssen uns nicht um Wartung und Instandhaltung kümmern“, so Bürgermeister Swen Nowotny.

Auch hinsichtlich der Digitalisierung konnten Fortschritte erzielt, aber noch nicht alle Wünsche erfüllt werden. Erfüllt wurde jedoch ein anderer Wunsch, den die Kinder schon seit langem hegten: „Seit Kurzem kann auf unserer neu gebauten Kletterspinne gespielt werden“, freut sich Schulleiterin Ines Jokusch. Maßgeblich ermöglicht hat das der Schulverein der Königswarthaer Grundschule, für den die Direktorin und der Bürgermeister viele lobende Worte finden: „Der Verein hat immer ein offenes Ohr für die Wünsche der Kinder. Vom Antrag bis zur Übergabe hat er sich um die Kletterspinne gekümmert“, berichtet Ines Jokusch.

Noch nicht gelöst ist hingegen die Frage der Inklusion, also der Einbeziehung von Kindern mit Behinderungen: „Im Zuge unseres Strukturwandel-Projektes sollte auch ein Aufzug eingebaut werden, doch das ist nun erst einmal wieder in weite Ferne gerückt“, bedauert der Bürgermeister. Gegenwärtig habe man kein Kind in der Grundschule, das eine solche Hilfe benötigen würde. Doch natürlich kann sich das mit jedem neuen Schuljahr ändern.

Apropos Schuljahr: In jedem Jahrgang gibt es jetzt wieder zwei Klassen. Und obwohl die Grundschule Königswartha eineinhalbzügig ausgelegt ist, steht genügend Platz zur Verfügung. Und der Bürgermeister weiß, dass es auch wieder Jahrgänge mit nur einer Klasse geben wird: „Wir sind für alles gerüstet.“