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Konkurrenz um Grundstück: Bautzen hat entschieden

Ein Dresdner Unternehmen und Hentschke Bau wollten das selbe Grundstück in Bautzen haben. Nun ist klar, an wen es geht - und was mit der anderen Firma passiert.

Im Industriegebiet Nord in Bautzen gibt es ein freies Gewerbegrundstück. Zwei Firmen wollten es haben - nun ist klar, wer es bekommt.
Im Industriegebiet Nord in Bautzen gibt es ein freies Gewerbegrundstück. Zwei Firmen wollten es haben - nun ist klar, wer es bekommt. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Die Firma ist jung: Sie hat sich 2015 gegründet. Sie beschäftigt 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Repertoire: Dienstleistungen im Bereich Wasserhaltung und –behandlung. Geschäftsführer Henry Kleinstück wohnt in Bautzen. Und die Dresdner Firma hat vor, ihren Sitz zumindest teilweise nach Bautzen zu verlagern. Auch neue Jobs sollen dabei entstehen, und zwar bis zu 15. Der Name: Anlagen-, Bau und Betriebsgesellschaft, kurz ABG. Soviel zu den Eckdaten.

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Für ihr Vorhaben hatte sich diese Firma ein Grundstück im Bautzener Industriegebiet Nord ausgesucht. Im November ist bekanntgeworden, dass ABG ein Grundstück in dem Areal kaufen möchte. Schon länger, hatte der Geschäftsführer der Firma damals bekanntgegeben, sei er auf der Suche in der Region. Es habe aber schlichtweg vorher keine passenden Angebote gegeben. Das Gewerbegrundstück in dem Bautzener Industriegebiet Nord: ein Glücksgriff für ihn. Mit einem Haken.

Der Finanzausschuss tat sich schwer mit der Entscheidung

Denn auch die Firma Hentschke Invest wollte das Grundstück kaufen. Das Ziel des Bautzener Unternehmens: das bereits bestehende Firmenareal im selben Industriegebiet zu erweitern, auf der neuen Fläche Parkplätze für die Angestellten zu errichten.

Welche Firma das Areal bekommt, sollte im November der Finanzausschuss des Bautzener Stadtrates entscheiden – und tat sich schwer damit. In dieser Woche stand das Thema nun zum dritten Mal auf der Tagesordnung des Finanzausschusses. Und es ist eine Lösung gefunden worden.

Das Grundstück im Industriegebiet Nord geht an die Firma Hentschke. Die Fläche von rund 7.000 Quadratmetern wird für etwa 57.000 Euro verkauft.

Die Firma ABG, die sich neu in Bautzen ansiedeln will, bekommt ein Grundstück im Gewerbegebiet Salzenforst, wo unter anderem schon der IT-Dienstleister Itelligence tätig ist.
Die Firma ABG, die sich neu in Bautzen ansiedeln will, bekommt ein Grundstück im Gewerbegebiet Salzenforst, wo unter anderem schon der IT-Dienstleister Itelligence tätig ist. © Steffen Unger

Dennoch: Auch die Firma ABG geht nicht leer aus – und kann sich in Bautzen ansiedeln. Sie hat besondere Ansprüche an das Gewerbegebiet, in dem sie sich niederlassen will. So hatte ABG-Geschäftsführer Henry Kleinstück im Finanzausschuss erklärt, dass die Firma wegen ihrer großen Geräte – wie Krane und Bagger – ein ziemlich großes Grundstück benötigt. Und dass sie eine Nähe zur Autobahn wünscht.

Im Gewerbegebiet Salzenforst sind entsprechende Flächen freigeworden. So ist die Firma Autoteile Gocht vom Kaufvertrag zurückgetreten. Ein 12.000 Quadratmeter großer Teil der neu freigewordenen Fläche geht jetzt an das Unternehmen ABG. Etwa 97.000 Euro kostet das die Firma.

Auf ihre speziellen Schwimmbagger hat die Firma ABG aus Dresden, die jetzt in Bautzen ein Grundstück kauft, ein Patent angemeldet.
Auf ihre speziellen Schwimmbagger hat die Firma ABG aus Dresden, die jetzt in Bautzen ein Grundstück kauft, ein Patent angemeldet. © ABG

Gewerbeflächen sind in Bautzen Mangelware. Nur zwei freie Flächen werden beispielsweise gerade auf der Homepage der Stadt Bautzen angeboten, beide im Gewerbegebiet Bautzen-Ost. Auf dem Feld zwischen dem Marktkauf-Areal und der Autobahn stehen ein rund 17.000 Quadratmeter großes und ein 6.000 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung. Der Gewerbepark Wilthener Straße unterbreitet aktuell sieben Mietangebote - zwischen 57 und 703 Quadratmetern.

Abgesehen von den wenigen Flächen in Ost und an der Wilthener Straße sind die sechs Industrie- und Gewerbegebiete der Spreestadt voll. So gebe es jedes Jahr Anfragen von potenziellen Investoren an die Stadt Bautzen, die nicht bedient werden können, hatte Stadtsprecher Markus Gießler erst vor Kurzem gegenüber Sächsische.de erklärt.

Firma DRS Rohrwerke wächst weiter

Dass Gewerbeflächen in Bautzen umkämpft sind, zeigt der Fakt, dass auch der Rest der freigewordenen Fläche im Industriegebiet Salzenforst noch in der selben Sitzung des Finanzausschusses verkauft worden ist. So geht eine weitere Fläche von etwa 10.000 Quadratmeter Größe an die DRS Rohrwerke. Die Firma produziert aus Kunststoffabfällen neue Rohre, konkret Kabelschutzrohre.

Schon seit 2009 hat die Firma ihren Sitz in dem Gewerbegebiet – und wächst stetig. Erst 2019 hatte sie sich erweitert, das Nachbargrundstück der ehemaligen WMS Flocktechnik erworben. Ein neues Bürogebäude und neue Lagerflächen zählten kurz darauf zum Besitz der Firma.

Solche Maschinen wickeln bei DRS Rohrwerke in Salzenforst bei Bautzen fertige Rohre auf eine Spule. Das Unternehmen befindet sich auf Wachstumskurs.
Solche Maschinen wickeln bei DRS Rohrwerke in Salzenforst bei Bautzen fertige Rohre auf eine Spule. Das Unternehmen befindet sich auf Wachstumskurs. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

In ihre Erweiterung hat die Firma zuletzt Millionen investiert. Allein von 2019 bis 2020 hat sie ihren Umsatz verdoppelt, heißt es in der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung für den Verkauf des Grundstückes an die Firma. Und nicht nur das: Auch die Zahl der Mitarbeitenden ist in der Zeit mehr als verdoppelt worden. Von knapp über 30 auf fast 70, dazu Auszubildende.

Weil das Unternehmen DRS Rohrwerke immer mehr Lagerflächen benötigt, will es auf dem neuen Grundstück nun eine weitere Lagerhalle bauen.

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