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Kreis Bautzen: Auf diesen Straßen kracht es häufig

Fast 1.000 Menschen wurden im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen verletzt. Einige Stellen sind besonders gefährlich.

Am 16. März 2019 kam es in Cunewalde zu einem schweren Verkehrsunfall. Der Fahrer des Honda Civic erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen.
Am 16. März 2019 kam es in Cunewalde zu einem schweren Verkehrsunfall. Der Fahrer des Honda Civic erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen. © Archivfoto: LausitzNews

Bautzen. Der Baumstamm hat das Auto geradezu durchbohrt. Für die Ersthelfer muss es am 16. März 2019 ein dramatischer Anblick gewesen sein, als sie auf der Landstraße zwischen Halbau und Cunewalde versuchten, aus dem Autofrack den 35-jährigen Fahrer zu bergen. Leider kam für den jungen Mann jede Hilfe zu spät. Rettungskräfte versuchten, den Mann wieder zu beleben. Doch er erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen.

Solche Horrorunfälle kommen zum Glück nur selten auf den Straßen im Landkreis Bautzen vor. Dennoch verunglückten im vergangenen Jahr 1.300 Verkehrsteilnehmer, mehr als 350 von ihnen wurden schwer verletzt. Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes Sachsen hervor. Gemeinsam mit der Polizei haben die Statistiker von Bund und Ländern auch den neuen Unfallatlas veröffentlicht. Er verrät, wo im vergangenen Jahr die meisten Unfälle mit Verletzten passierten. Im Landkreis Bautzen stechen einige Straßen besonders hervor.

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Wo passieren die meisten Unfälle mit Verletzten?

In den Großen Kreisstädten krachte es besonders häufig. Spitzenreiter in der Statistik ist Bautzen mit 154 Unfällen, gefolgt von Hoyerswerda (129), Kamenz (59) und Radeberg (53).

In der Verkehrsunfallkommission des Landkreises Bautzen ist diese Auffälligkeit noch nicht näher untersucht worden. „Darum können nur Mutmaßungen angestellt werden: Sicher hat die Konzentration sogenannter schwächerer Verkehrsteilnehmer, also Fußgänger und Radfahrer, in den Innenstädten Auswirkungen auf die Unfalllage bzw. Personenschäden“, teilte Ingo Link, Leiter der Unteren Straßenverkehrsbehörde des Bautzener Landratsamtes, mit. Er ist auch Chef der Unfallkommission.

Dieter Müller vom Institut für Verkehrsrecht und Verkehrsverhalten Bad Dürrenberg kennt dagegen die Gründe dafür. „In diesen Städten herrscht zum einen ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Die Verkehrsteilnehmer begegnen sich häufig, dabei ist eine hohe Konzentration gefragt“, sagte er im Februar des Jahres im Gespräch mit sächsische.de. Sie seien aber zu oft abgelenkt. „Besonders technische Geräte wie Handy, Navigationsgerät und Radio beeinflussen das Fahrverhalten negativ“, sagte er.

Welche Straßen gelten als besonders gefährlich?

Es gibt viele Straßen, an denen es häufiger zu Unfällen mit Verletzten kam. So gab es in Kamenz auf der Macherstraße zwischen den Seitenstraßen Saarstraße und Heinrich-Heine-Straße gleich sechs Unfälle. Schwer verletzt wurde niemand.

Als gefährlich gelten auch die Autobahnauffahrten Ohorn und Bautzen-West. In Ohorn krachte es an der Auffahrt Richtung Dresden viermal, in Bautzen-West an den Auf- und Abfahrten insgesamt fünfmal. Die Unfallgefahr resultiere aus einem hohen Verkehrsaufkommen, meint Ingo Link.

In Bautzen ist zudem der Kreisverkehr Hoyerswerdaer Straße/Dresdner Straße ein Unfallschwerpunkt. Dreimal kam es hier zu einem Unfall, einmal davon mit Schwerstverletzten. Auch auf der Zittauer Straße in Wilthen krachte es zwischen den Seitenstraßen Badweg und dem Grenzweg gleich dreimal.

Bildergalerie: Unfallschwerpunkte im Landkreis Bautzen

Bernsdorf/Hoyerswerda, B 97: Das ist die gefährlichste Unfallstelle im Landkreis. 2019 kamen hier zwei Menschen ums Leben. Bei diesem Unfall starb ein Lkw-Fahrer nach einem Frontalzusammenstoß. 
Bernsdorf/Hoyerswerda, B 97: Das ist die gefährlichste Unfallstelle im Landkreis. 2019 kamen hier zwei Menschen ums Leben. Bei diesem Unfall starb ein Lkw-Fahrer nach einem Frontalzusammenstoß.  © Archivfoto: Christian Essler
Kamenz, Macherstraße: Auf der Kamenzer Macherstraße gab es im letzten Jahr gleich sechs Unfälle. Dabei kracht es besonders an der Kreuzung zur Saarstraße. Schwer verletzt wurde bei den Unfällen aber niemand.
Kamenz, Macherstraße: Auf der Kamenzer Macherstraße gab es im letzten Jahr gleich sechs Unfälle. Dabei kracht es besonders an der Kreuzung zur Saarstraße. Schwer verletzt wurde bei den Unfällen aber niemand. © Matthias Schumann
Großröhrsdorf, Bandweberstraße/Ecke Rathausplatz: Auch diese Kreuzung gehört zu den Schwerpunkten des Landkreis Bautzen. Gleich fünfmal kam es hier zu einem Zusammenstoß zwischen zwei Verkehrsteilnehmern. 
Großröhrsdorf, Bandweberstraße/Ecke Rathausplatz: Auch diese Kreuzung gehört zu den Schwerpunkten des Landkreis Bautzen. Gleich fünfmal kam es hier zu einem Zusammenstoß zwischen zwei Verkehrsteilnehmern.  © Matthias Schumann
Bautzen, Autobahnauffahrt West: An den Auf- und Abfahrten zur A 4 kam es in Bautzen-West fünfmal zu einem Unfall. Das liege vor allem an dem hohen Verkehrsaufkommen.  
Bautzen, Autobahnauffahrt West: An den Auf- und Abfahrten zur A 4 kam es in Bautzen-West fünfmal zu einem Unfall. Das liege vor allem an dem hohen Verkehrsaufkommen.   © SZ/Uwe Soeder
Bautzen, Kreisverkehr Hoyerswerdaer-Straße / Dresdener Straße: Insgesamt kam es hier dreimal  zu einem Unfall, zweimal davon mit Leichtverletzten. Bei einem Unfall wurde ein Fahrradfahrer schwer verletzt.
Bautzen, Kreisverkehr Hoyerswerdaer-Straße / Dresdener Straße: Insgesamt kam es hier dreimal  zu einem Unfall, zweimal davon mit Leichtverletzten. Bei einem Unfall wurde ein Fahrradfahrer schwer verletzt. © SZ/Uwe Soeder
Wilthen, Zittauer Straße: Auch die Zittauer Straße in Wilthen gilt als Unfallschwerpunkt. Zwischen den Seitenstraßen Badweg und dem Grenzweg krachte es im vergangenen Jahr dreimal.
Wilthen, Zittauer Straße: Auch die Zittauer Straße in Wilthen gilt als Unfallschwerpunkt. Zwischen den Seitenstraßen Badweg und dem Grenzweg krachte es im vergangenen Jahr dreimal. © SZ/Uwe Soeder
Neukirch, Hauptstraße: Die Unfallkommision stellte hier eine Häufung von Unfällen mit Radfahrern fest. Sie fuhren verkehrswidrig auf dem Gehweg und kollidierten mit Autos, die aus der Tankstelle in Richtung B 98 fuhren.
Neukirch, Hauptstraße: Die Unfallkommision stellte hier eine Häufung von Unfällen mit Radfahrern fest. Sie fuhren verkehrswidrig auf dem Gehweg und kollidierten mit Autos, die aus der Tankstelle in Richtung B 98 fuhren. © SZ/Uwe Soeder

Die Kreuzung Salzenforster Straße/Handrij-Zejler-Straße ist laut Unfallatlas kein Schwerpunkt. Dagegen kommt es in Neukirch auf der Hauptstraße immer wieder zu Unfällen. „Wir hatten hier in den letzten drei Jahren eine Häufung von Unfällen mit Radfahrern, die verkehrswidrig auf dem Gehweg fuhren und mit Fahrzeugen kollidierten, die die Tankstelle in Richtung B 98 verlassen wollten“, erklärt Ingo Link. Im vergangenen Jahr gab es hier drei Unfälle mit Leichtverletzten.

Die gefährlichste Straße im Landkreis ist aber die B 97 von Bernsdorf nach Hoyerswerda. Ein Moped-Fahrer und ein Lkw-Fahrer mussten auf dieser Strecke ihr Leben lassen. Außerdem gab es hier noch drei weitere Unfälle mit Schwerstverletzten.

Wo kamen Menschen ums Leben?

Insgesamt verloren elf Menschen bei einem Unfall im Landkreis Bautzen ihr Leben. Der Moped-Fahrer auf der B 97 starb nach einem Unfall mit einem Audi. Er wurde durch die Wucht des Aufpralls zuerst auf die Windschutzscheibe des Audi und danach auf die Fahrbahn geschleudert. Der Lkw-Fahrer starb nach einem Frontalzusammenstoß mit einem anderen Lkw. 

Außerdem starben zwei Menschen in Lohsa sowie jeweils eine Person in Kamenz, Neukirch, Wittichenau, Haselbachtal, Königswartha, Neschwitz und Cunewalde.

Ist es irgendwo auch sicherer geworden?

Ja, denn im Vergleich zu den Vorjahren ist die Zahl der Unfälle mit Verletzten zurückgegangen. Erstmals seit 2014 gab es weniger als 1.000 Unfälle. Besonders in den letzten Jahren habe die Unfallkommission häufige Unfallstellen entschärft oder ganz beseitigt. Ingo Link nennt dafür exemplarisch die Autobahnauffahrten in Burkau und Ottendorf-Okrilla. Auch die Verkehrsknotenpunkte B 98/S 158 in Rammenau sowie S 94/S 97 in Bernsdorf seien entschärft worden.

Sorgen machen dagegen noch die Kreuzungen der S 119/S 120 in der Nähe von Drauschkowitz sowie der Caminaer Straße und der S 106 in Camina. „Für beide Knoten sieht die Unfallkommision nur noch die Möglichkeit des verkehrsgerechten Umbaus“, meint Ingo Link.

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