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Aufregung um den Neschwitzer Bauhof

Nach Weggang des Leiters ist die Einrichtung in die Kritik geraten. Jetzt gibt die Gemeinde viel Geld aus, um zu klären, wie es mit dem Eigenbetrieb weitergeht.

Grasmähen gehört zu den vielen Aufgaben, die der Neschwitzer Bauhof zu erledigen hat, der derzeit ohne Leiter dasteht. Die Situation im kommunalen Eigenbetrieb sorgte jetzt für hitzige Debatten im Gemeinderat.
Grasmähen gehört zu den vielen Aufgaben, die der Neschwitzer Bauhof zu erledigen hat, der derzeit ohne Leiter dasteht. Die Situation im kommunalen Eigenbetrieb sorgte jetzt für hitzige Debatten im Gemeinderat. © Symbolfoto: Claudia Hübschmann

Neschwitz. Nach einer hitzigen Diskussion im Gemeinderat befasst Neschwitz sich jetzt intensiv mit dem kommunalen Bauhof. In einer nicht öffentlichen Sondersitzung hat der Rat beschlossen, ihn einer Struktur- und Organisationsanalyse zu unterziehen.

Wie der Neschwitzer Bürgermeister Gerd Schuster (CDU) mitteilt, soll es Ziel der Studie sein, das Aufgabenspektrum der Einrichtung auf Effizienz und Machbarkeit hin zu untersuchen. Darüber hinaus soll ermittelt werden, welcher technischen Ausrüstung der Bauhof bedarf, um seinen Aufgaben zuverlässig nachkommen zu können.

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Hintergrund der Debatte, die diesem Beschluss voraus ging, sei der Weggang des Bauhofleiters Toni Meier im März dieses Jahres gewesen, berichtet Schuster. Meier hatte den obersten Posten im Bauhof nur knapp zwei Jahre bekleidet, bevor er ein Angebot aus der privaten Wirtschaft angenommen habe. Es sei nicht der erste Fortgang eines Bauhofleiters binnen kurzer Zeit gewesen, fügt der Bürgermeister hinzu. Die Kündigung habe für Diskussionen gesorgt, die "teils gerechtfertigt, teils bis zur Unsachlichkeit" geführt worden seien.

Für den Gemeinderat seien diese Debatten Anlass gewesen, sich intensiv mit dem Bauhof auseinanderzusetzen. Dabei sei sogar der Ruf nach einer Auflösung der kommunalen Einrichtung lautgeworden.

Kein Chef, aber viele Aufgaben

"Momentan ist es so, dass wir keinen Bauhofleiter haben, aber mit unserem Bauhof ein Gros an Aufgaben bewältigen müssen", skizziert Gerd Schuster den derzeitigen Zustand des Eigenbetriebs. In die Zuständigkeit des Neschwitzer Bauhofs fallen demnach die Pflege von Schloss und Park, die Bewirtschaftung des gemeindeeigenen Abwassersystems und die Verantwortung für die öffentliche Infrastruktur aller 17 Neschwitzer Ortsteile.

Natürlich sei all das für den Bauhof, der eigentlich "als schnelle Eingreiftruppe" fungieren soll, viel, findet der Bürgermeister und nennt ein Beispiel: Wenn die Mitarbeiter etwa mit der Pflege von Grünrabatten beschäftigt seien und währenddessen aus dem Neschwitzer Schlosspark ein Anruf komme, weil dort ein Baum auf den Weg gefallen sei, sei es logisch, dass die Beseitigung des Sturmschadens zunächst Priorität habe. "Für die Bürger sieht das dann aber natürlich aus, als hätten die Mitarbeiter einfach alles stehen und liegen gelassen und seien verschwunden", so Gerd Schuster.

Bauhofstudie kostet 12.000 Euro

Vor diesem Hintergrund soll die geplante Studie herausfinden, welche Aufgaben aus diesem umfassenden Katalog der Bauhof in Zukunft zuverlässig alleine leisten kann und welche besser an Firmen vergeben werden sollten. Auf dieser Grundlage, so der Plan des Gemeinderates, könne auch entschieden werden, welche technische Ausstattung der Bauhof braucht.

Erarbeitet werden soll die Studie von einem externen Dienstleister, der bereits in der Vergangenheit eine Strukturanalyse für die Gemeinde erstellt hat und deswegen über einen Grundstock an Kenntnissen verfügt. 12.000 Euro soll das Vorhaben kosten.

Der Bürgermeister ist diesbezüglich zwiegespalten und sagt mit Blick auf die klamme Gemeindekasse: "Der Prophet im eigenen Land zählt ja nicht, aber auf die Gefahr hin, dass wir die Ergebnisse aus finanziellen Gründen wahrscheinlich nicht werden umsetzen können, sind 12.000 Euro viel Geld." Zudem entstehe während der sechsmonatigen Bearbeitungszeit auch für die Neschwitzer Verwaltung ein Mehraufwand, zum Beispiel durch Zuarbeiten.

Dessen ungeachtet stimmte eine Mehrheit der Gemeinderäte für die Anfertigung der Studie. Die vakante Stelle des Bauhofleiters soll möglichst bald nachbesetzt werden.

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